(1) Johann * Iglau (Mähren; heute Jihlava) 18. Jan. 1841 | † Frankfurt/M. 16. Mai 1926; Geigenbauer

(2) Anton (Johann) * Graz 23. Febr. 1870 | † Frankfurt/M. 7. Febr. 1938; Neffe (?) von (1), Geigenbauer


(1)


Johann Muschke, Sohn des Tuchmachermeisters Johann Muschke (ursprünglich Muška) in Iglau und dessen Ehefrau Aloysia, geb. Kampf, absolvierte seine Ausbildung bei Jakob Krampera in Znaim (Südmähren; heute Znojmo). In dessen Werkstatt arbeitete er auch, als diese von einem „Klavierstimmer und Reparateur“ namens Lorisch (Vorname unbekannt; Lütgendorff 1922, Bd. 2, S. 302) übernommen wurde. Im Anschluss war er in der Werkstatt von Andreas Engleder in München tätig, einem Schüler von Johannes Kornelius Vauchel, der zudem, ähnlich wie später Alfred Stelzner, mit alternativen Bauformen experimentierte. Mitte der 1860er Jahre kam er nach Frankfurt/M. und arbeitete dort zunächst bei Philipp Joseph Hartmann, bevor er 1867 mit einer eigenen Werkstatt im Haus Schäfergasse 10 in die Selbständigkeit ging, sich allerdings hauptsächlich auf die Reparatur von Streichinstrumenten spezialisierte. Seine weithin anerkannte und „bewährte Geschicklichkeit“ (Lütgendorff 1904, S. 211) erbrachte ihm die Wahl zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses der Wiesbadener Geigenbauerzunft. Nach seiner Heirat 1871 mit Catharina Elisabeth Jungblut (* Nister 16. Mai 1839 | † Frankfurt/M. 11. Nov. 1916), Tochter eines Mühlarztes, wechselte er den Standort seiner Werkstatt mehrfach (ab 1880 Catharinenpforte 12; 1902 Zimmerweg 14; 1904–1908 Neue Zeil 26; ab 1917 Zeil 20). Unmittelbar nach seinem Tod übernahm Anton Muschke (2) die Leitung des Geschäfts.

Quellen und Referenzwerke — Zivilstandsregister Frankfurt/M. (Heiratsurkunde 1871); Personenstandsregister (Sterbeurkunde 1926) <> Adressbücher Frankfurt/M. 1880–1926 <> Lütgendorff 11904, S. 445, 31922, Bd. 1, S. 211, Bd. 2, S. 346

Abbildung: Werbeanzeige für Johann Muschkes Atelier, mehrfach abgedruckt in der Frankfurter Latern 1879


(2)


Das verwandtschaftliche Verhältnis Anton Muschkes zu Johann Muschke (1) ist nicht eindeutig zu bestimmen. Es wäre jedoch ein großer Zufall, wenn der jüngere Anton, der ab 1927 genau die Werkstatt leitete, die der 1926 verstorbene Johann sein Eigen nannte, nicht in irgendeiner familiären Verbindung zueinander gestanden hätten. Die naheliegende Annahme, Anton sei der Sohn Johanns gewesen, ist jedoch irrig: Antons Vater war der Musiker (Volkssänger) Anton Muschke (1870 in den Grazer Kirchenbüchern Muschky geschrieben, bei der Geburt einer Tochter 1866 lautet der Name aber Muschke); die Mutter hieß Amalia und war eine geborene Hladik. Als Anton in Graz geboren wurde, besaß Johann Muschke bereits eine Werkstatt in Frankfurt/M. (s. o.). Wie Anton, der übrigens ledig blieb, den Weg nach Frankfurt/M. fand, ist unbekannt. Jedenfalls findet er sich ab 1927 in den dortigen Adressbüchern als Instrumentenmacher mit den Standorten Zeil 20 (1927) bzw. 8 (1929), Seilerstraße 1 (1928, 1920) sowie Rappstraße 6 (1934) bzw. 2 (1937–1938).

Quellen — KB Mariahilf Graz <> Personenstandsregister Frankfurt/M. (Sterbeurkunde 1938) <> Adressbücher Frankfurt/M. 1927–1938


Bernd Krause

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  • angelegt 2026/06/20 23:08