linck


LINCK, JOHANN GEORG * Dertingen bei Wertheim 31. Mai 1727 (nicht 1724) | † Worms 14. Febr. 1762; Orgelbauer

Der Sohn des Dertinger Schulmeisters Matthes Linck wurde nach seiner Ausbildung bei einem unbekannten Meister zunächst von 1747 bis 1758 bei Johann Christian Köhler vor allem mit Wartungsarbeiten im Rhein-Main-Gebiet sowie der Herstellung von Zungenstimmen betraut; Linck entwarf für Köhlers Werkstatt u. a. die Orgel im Käppele in Würzburg. 1758 versuchte er vergeblich, sich in Wertheim selbständig zu machen. Er gründete in Worms eine Werkstatt und heiratete nach der Erlangung des Bürgerrechts 1761, verstarb aber sehr früh. Sicher nachweisbar sind nur zwei Orgeln, es ist aber wahrscheinlich, dass Linck auch der Erbauer des im 19. Jahrhunderts abgebrochenen Instruments in der kath. Klosterkirche von (Worms-) Hochheim war. Lincks Witwe Maria Salome geb. Fischer heiratete nach 1762 den aus Posen stammenden Johann Christoph Jeckel, der in der Werkstatt ihres verstorbenen Mannes angestellt war und 1763 das Wormser Bürgerrecht beantragte; Jeckel vervollständigte 1763/64 den Neubau in der Hochheimer Bergkirche und führte die Werkstatt fort, verlegte den Schwerpunkt allerdings auf den Klavierbau.

Werke — 1760 Worms, Magnuskirche (ev.); nach einer Reihe von Umbauten 1933 Translozierung des Orgelgehäuses (das bis 1945 erhalten blieb) und Neubau einer Orgel der Gebr. Link (im Krieg zerstört) <> 1761 (Worms-) Hochheim, Bergkirche (ev.) (I/P/9); 1910 durch ein Instrument von Förster & Nicolaus ersetzt, der Prospekt ist auch im Neubau der Firma Walcker (Ludwigsburg) von 1955 erhalten.

Quellen – KB Dertingen <> D-WOsta (Abt. 108, Nr. 10 und Nr. 14; Abt. 1B, Nr. 589, Nr. 590, Nr. 799/2) <> freundliche Mitteilungen von Frau Margit Rinker-Olbrisch (Institut für Stadtgeschichte Worms)

Literatur — Bösken 1967 <> Hans-Dieter Hüttmann, Untersuchungen zur Verfassungs-, Verwaltungs- und Sozialgeschichte der freien und Reichsstadt Worms 1659–1789, Worms 1970 (= Der Wormsgau. Zeitschrift der Kulturinstitute der Stadt Worms und des Altertumsvereins Worms. Beiheft 23) <> Bösken 1975 <> Fischer/Wohnhaas 1994 <> Hubert Henkel, Art. Jeckel, Jaeckel, in MGG2P (2008)

Abbildung: Namenszug Lincks unter dem Ersuchen um Erteilung des Wormser Bürgerrechts (1761); D-WOsta (Abt. 1B, Nr. 799/2)


Birger Petersen

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  • Zuletzt geändert: 2022/05/25 22:35
  • von kk