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LEBER, GOTTFRIED * Mainz-Kastel 3. Mai 1864 | † Fulda 31. Mai 1929; Musiklehrer, Dirigent, Pädagoge und Komponist

Nachdem er ersten Musikunterricht und seine Schulausbildung in Mainz und Alzey erhalten hatte, wurde Leber, Sohn des Steinbruchbesitzers Georg L., 1882 Schüler des Paul Schumacher’schen Konservatoriums in Mainz. 1887/88 besuchte er das Hoch’sche Konservatorium in Frankfurt/M., wo er Violine bei Fritz Bassermann und Kontrapunkt bei Iwan Knorr studierte, und kehrte anschließend für zwei Jahre als Lehrer an das Schumacher’sche Konservatorium nach Mainz zurück, bevor er sich 1890 in Fulda niederließ. Dort erteilte er Klavier-, Violin-, Gesang- und Theorieunterricht und übernahm die Leitung des Museums-Orchesters und zahlreicher Chöre – darunter die 1896 entstandene Leber’sche Liedertafel, die von Heinrich Henkel ins Leben gerufene Cäcilia, die Winfridia sowie der Synagogen- und der evangelische Kirchenchor. Seit 1895 war Leber Bundesdirigent des Fulda-Rhön-Sängerbundes, leitete 1912 das erste Kurhessische Musikfest in Fulda und erhielt im selben Jahr den Titel eines Preußischen Musikdirektors. Darüber hinaus war er viele Jahre als Preisrichter bei Sängerwettstreiten tätig. Seit 1908 leitete Leber eine von ihm gegründete Musikschule (bzw. G. Leber’sches Konservatorium), an der auch seine Ehefrau Ida geb. Seidel (* Wintersheim 11. März 1866 | † Fulda 14. Dez. 1929; Heirat Michelstadt 1890) lehrte. Sie wurde nach dem Tod beider von der gemeinsamen Tochter, der Pianistin und staatlich geprüften Musiklehrerin Helene (gen. „Leni“) Leber, weitergeführt und befand sich noch 1960 unter ihrer (und Hilmar Höckners) Leitung. Von ihren sechs Geschwistern waren Aenne und Julius zeitweise auch als Musiklehrer tätig.

WerkeDrei Lieder (Höchster Wunsch, Sehnsucht, „Was rauscht um uns der Wald“; Sst., Kl.) op. 5, Berlin: Thiele [1889]; D-B <> Klaviertrio op. 6 (UA Fulda 1892) <> Romanze (Vl., Kl.) op. 8, Rostock: Lorenz [1888]; D-B – dass., Berlin: Thiele [1890] <> Rondo brillante (Kl.) op. 9, Berlin: Thiele [1889]; D-B <> Curiose Geschichte „Ich bin einmal etwas hinausspaziert“ (Sst., Kl.) op. 10, ebd. [1888]; D-B <> Kantate Das Lied (Chor, Orch.; UA Fulda 1904) – dass. (gem. Chor, Kl.) op. 10 [!]; Ms. in D-FUl (nur Kl.), s. RISMonline <> Kantate Der 111. Psalm op. 12; s. Rehm <> Sommernacht (Mch.) op. 14, Fulda: Aloys Maier [1911]; Ms. in D-FUl (dort bez. als op. 22), s. RISMonline <> Der Traum vom Paradies. Walzerlied, Fulda: [s. n.] [1912]; D-FUl <> Rhönheimat „seinem Sängerquartett“ gewidmet (Mch.) op. 31 Nr. 2; s. Rehm <> Maiennacht „Leis schauernd rauschen Buch und Baum“ (Mch.) op. 33, Offenbach: Steinbach [1926]; D-B – 1929 an Baselt in Frankfurt

Quellen und Referenzwerke — Schülerlisten und Unterlagen des G. Leber’schen Konservatoriums befinden sich Rehm zufolge in D-FUl; weitere Noten und Aufzeichnungen Lebers im Privatbesitz von Ulrich Fritsch (aktueller Standort unbekannt) <> weitere Quellen im Nachlass Hilmar Höckners (Unterlagen zum Konservatorium, Notizen zur Biographie Lebers, Korrespondenz zwischen Hilmar Höckner und Leni Leber etc.); Archiv der Jugendmusikbewegung, Burg Ludwigstein, Witzenhausen <> Standesamtsregister Michelstadt, Fulda <> Adressbücher Fulda <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums <> MMB <> Jansa 1911; Frank/Altmann 121926; MüllerDML

Literatur — Gottfried Rehm, Musikdirektor Gottfried Leber, in: Buchenblätter 67, Heft 31 (1994), S. 124 <> Ders., Musikantenleben. Beiträge zur Musikgeschichte Fuldas und der Rhön im 18. und 19. Jahrhundert, Fulda 1997, insb. S. 84–87 (o. g. Verweise beziehen sich hierauf)

Abbildung: Gottfried Leber (Jansa 1911)


Kristina Krämer

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  • Zuletzt geändert: 2024/01/15 16:03
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