Hahn (Familie)
(1) Christoph Heinrich * Heiligenmoschel (heute Verbandsgemeinde Otterbach/Otterberg bei Kaiserslautern) 8. Febr. 1821 | † Darmstadt 6. Juni 1882; Lehrer
(2) Hermann * Heiligenmoschel 17. Dez. 1853 | † Kaiserslautern 20. Sept. 1928; Halbbruder von (1), Lehrer und Organist
(1) Christoph Heinrich, Sohn des Lehrers Johann Christoph Hahn (1797–1863; aus der ersten Ehe mit Henriette Leppla) in Heiligenmoschel, war nach Abschluss des Lehrerseminars Kaiserslautern 1839 (dem Nachruf zufolge) „einige Jahre Hauslehrer der Familie des Freiherrn v. Sperl im Böhmerwalde“. Nach Tätigkeit als Schulverweser wurde er spätestens 1846 als Lehrer an der oberen Knabenschule in Rhodt bei Edenkoben angestellt, wo er bis 1855 tätig war. Im gleichen Jahr nahm er die Musiklehrerstelle am Eisenbachschen Lehrinstitut in Darmstadt an; daneben wirkte er als Organist und Chorregent an der Synagoge und als Dirigent des Gesangvereins Liederzweig.
Werke — Morgen- und Abendgottesdienst für die Synagoge Darmstadt (lt. Nachruf)
Quellen — KB Heiligenmoschel <> Standesamtsregister Darmstadt <> Pfälzer Zeitung 10. Okt. 1855; Pfälzische Lehrerzeitung 4. Aug. 1883 (Nachruf)
(2) Der Lehrerssohn Hahn (aus der 2. Ehe des bei (1) genannten mit Margarethe Schulz) besuchte die Realschule in Kaiserslautern. 1872 wurde der Schuldienstexpektant von Heiligenmoschel als Schulverweser nach Neuburg/Rhein und 1874 an die konfessionell gemischte Schule in Kaiserslautern versetzt, wo 1876 die Beförderung zum Lehrer erfolgte. Daneben war er auch Organist an der Stiftskirche und leitete den Stadtmissionschor. 1887 löste er gemeinsam mit Julius Orth Johann Heinrich Lützel und Wilhelm Metz als Orgelsachverständiger für die Pfalz ab und übte diese Tätigkeit bis 1918 aus.
Werke — Fünf Konfirmations-Lieder mit Orgelbegleitung, Kaiserslautern und Leipzig: Gotthold [1883/84], D-Mbs (digital) <> Orgelgutachten: Gutachten (Voit-Orgel in Niederhochstadt), in: Urania Nr. 6, 1889 <> Die Liederhallenorgel zu Stuttgart, in: Monatsschrift für Gottesdienst und kirchliche Kunst 12. März 1898 <> Rezensionen: Lehrer-Sängerhalle. Männerchöre für Lehrer und Lehrerbildungsanstalten. Herausgegeben von Karl Lehmann […], in: Pfälzische Lehrerzeitung 10. Mai 1884 <> Praktischer Lehrgang für den Gesangunterricht in Volksschulen, nach pädagogischen Grundsätzen bearbeitet von Chr. Heinr. Hohmann […], ebd., 7. Juni 1884 <> Lützel, J. H., Liederkranz, ebd. 13. Sept. 1884 <> Original-Kompositionen zumeist zeitgenössischer Meister der Tonkunst für Orgel und Harmonium […] herausgegeben von Joh. P. Schuhmacher, ebd., 30. Sept. 1892 <> Frau Monika Wenz (Stadtarchiv Kaiserslautern) besten Dank für ihre freundliche Auskunft
Quellen — KB Heiligenmoschel <> Adressbücher Kaiserslautern <> Königlich Bayerisches Kreis-Amtsblatt der Pfalz 14. Okt. 1872, 10. Sept. 1874, 1. Juni 1876; Pfälzische Volkszeitung 17. Okt. 1872; Katholische Schul-Zeitung. Organ des katholischen Erziehungsvereins in Bayern 14. Juni 1876; Pfälzer Zeitung 4. Sept. 1877; Zweibrücker Zeitung 5. Sept. 1877, 12. Sept. 1877; Musikalisches Wochenblatt 7. Aug. 1883, 23. Juli 1885, 13. Aug. 1885; NZfM 14. März 1884; Siona Juni 1884; Europa Nr. 21, 1885; Urania Nr. 8, 1886, Nr. 10, 1889; Der Chorgesang 15. Juni 1887; Pfälzische Lehrerzeitung 25. Nov. 1887, 5. Febr. 1892; Union. Evangelisch-protestantisches Kirchenblatt der Pfalz 12. Juni 1896, 3. Sept. 1897; Monatsschrift für Gottesdienst und kirchliche Kunst 4. Juli 1896, 4. Apr. 1899, 7. Juli 1899
Literatur — August Rohe, Die ersten fünfzig Jahre der Königl. Bayer. Kreisrealschule der Pfalz in Kaiserslautern, Kaiserslautern 1884, S. 59 <> Bonkhoff 1990, S. 349 <> Manfred Wittelsberger, Die Orgelbauerfamilien Engers und Schlaad in Waldlaubersheim bei Bingen. Ein Beitrag zur Orgelbaugeschichte am Mittelrhein, München 1994, S. 135 <> Christoph Naacke, //150 Jahre Orgelbau Link. 1851–2001, Giengen/Brenz 2001, S. 94
Karl Traugott Goldbach