hackebeil


(1) (Heinrich) Wilhelm * Etzoldshain (heute Ortsteil von Bad Lausick) 7. Jan. 1839 | † Mainz 4. Juli 1915; (Militär-) Musiker, Musiklehrer und Chorleiter

(2) Michael (Gustav Adolph) * Mainz 17. Juni 1864 | † ebd. 1. Aug. 1940; Sohn von (1), Musiklehrer, Organist, Dirigent, Chorleiter

(3) Elisabeth (bzw. Elisabetha) * Mainz 14. Jan. 1876 | † vermutl. Langen, nicht vor 1953; Tochter von (1), Musiklehrerin

(4) Käthe (bzw. Käte; eigentl. Katharina Josephine) * Mainz 11. Nov. 1894 | † ebd. 17. Dez. 1971; Tochter von (2), Organistin, Pianistin, Musiklehrerin

Bei dem Komponisten Ernst Hackebeil (* Uichteritz (heute Stadtteil von Weißenfels) 15. Okt. 1877) dürfte es sich um einen entfernten Verwandten der Familie handeln.


(1) Wilhelm Hackebeil, Sohn des Mühlenbesitzers Johann Gottlieb H. in Uichteritz, kam 1861 als „Unteroffizier und Hülfshautboist“ (so der Heiratseintrag im Mainzer Zivilstandsregister) mit dem Königl. Preußischen Infanterie-Regiment Nr. 32 (= 2. Thüringisches) nach Mainz. Dort heiratete er im November 1863 die Tünchertochter Elisabetha geb. Chandelier (* Mainz 5. Mai 1840 | † 1938), nachdem beide bereits im März desselben Jahres Eltern geworden waren; zwei seiner Hautboistenkollegen (Carl Götting und Eduard Thomä) fungierten als Trauzeugen. Als das Regiment 1867 nach Meiningen verlegt wurde, verblieb Hackebeil in Mainz und etablierte sich dort als Musiker (Violinist im Theater- bzw. Städtischen Orchester) und Musiklehrer. Er dirigierte 1882 den neu gegründeten Männergesangverein Frauenlob (bereits 1883 folgte ihm Hermann Zitzmann nach) sowie in späteren Jahren das Gesangsquartett Sängerlust, den Gesangverein Cäcilia Gonsenheim und den Turn-Gesang-Verein Kastel. Zudem war er Leiter des Mainzer Sängerbundes (1883–mind. 1884) und, so ein Nachruf, „langjährige[r] Chordirigent der evangelischen Garnisonskirche der Festung Mainz“ und „eine stadtbekannte und angesehene Persönlichkeit“, die „als Musiklehrer hervorragend tätig“ war (Frankfurter Nachrichten und Intelligenz-Blatt 6. Juli 1915 (Abend-Ausg.)).

WerkeJubiläums Festlied (Mch.) op. 30 („Dem löbl. ‚Kasteler Turnvereine‘ und Gesangverein ‚Concordia‘ in Bretzenheim freundlichst gewidmet. Zum silbernen u. goldenen Jubelfeste.“), Mainz: Ebling [ca. 1896/1897?]; ehemals D-B, D-BABHkrämer (s. Abb.), D-BUDbierwisch, D-MZsch <> Schön’ Rose vom See. Preis-Chor (Mch.) („seinem Männer-Gesangverein ‚Cäcilia‘ in Gonsenheim gelegentlich des 60jährigen Jubelfestes, verbunden mit nat. Gesang-Wettstreite zugeeignet“), ebd. [ca. 1906]; ehemals D-B, D-BABHkrämer, D-BUDbierwisch, D-MZsch <> als Arrangeur: Friedrich Silcher, Es ist vollbracht (Mch.), ebd. [ca. 1900]; ehem. D-B, D-BABHkrämer, D-BUDbierwisch, D-MZsch <> Volkslied Reiters-Morgengesang (Mch.), ebd. [ca. 1911]; D-BABHkrämer, D-BUDbierwisch, D-MZsch

Quellen und Referenzwerke — KB Ostrau <> KB Uichteritz <> Zivilstandsregister Mainz <> Standesamtsregister Mainz, Darmstadt <> Adressbücher Mainz <> MMB <> Fest-Buch zu der 40jährigen Jubel-Feier des Männergesang-Vereins ‚Oberlahnstein‘ […], Oberlahnstein 1903, S. 21 <> Frankfurter Nachrichten und Intelligenz-Blatt 6. Juli 1915 (Abend-Ausg.) <> Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum des Städtischen Orchesters Mainz 1876/1926, Mainz 1926, S. 83

Abbildung 1: Titelseite des Jubiläums Festlieds op. 30; D-BABHkrämer

Abbildung 2: Titelseite des Preischors Schön’ Rose vom See; D-BABHkrämer


(2) Michael Hackebeil, das dritte von fünf Kindern und der einzige Sohn Wilhelms (1), studierte von 1883 bis 1890 Theologie an der Universität Gießen. Anschließend war er zunächst als Musiklehrer in seiner Heimatstadt tätig, trat dann aber vornehmlich als Chordirigent und Organist sowie (dies jedoch nur gelegentlich) als Klavierbegleiter in Erscheinung. Er leitete, weiterhin in Mainz wohnhaft bleibend, den Liederkranz in Kreuznach (spätestens seit 1893; Ende 1898 wurde Alfred Brandt-Caspari sein Amtsnachfolger), den Arbeitergesangverein in Biebrich (um 1908), die Harmonie in Amöneburg (um 1910) und den Gesang-Verein in Mombach (1919–1923). Zudem wirkte er mehrfach als Preisrichter bei Gesangswettstreiten mit (u. a. 1893 in Wonsheim und 1914 in Worms) und unterstützte beispielsweise Konzerte der unter Leitung Otto Naumanns stehenden Mainzer Liedertafel. Hackebeil war hauptamtlich Organist an der Mainzer Christuskirche (und möglicherweise auch an der Hauptsynagoge, wo er jedenfalls nachweislich 1927 und 1931 Führungen mit Orgelvorträgen unterstützte). Er gehörte der Freimaurerloge Die Freunde zur Eintracht an und erhielt 1910 von Großherzog Ernst Ludwig den Titel eines großherzoglichen Musikdirektors. Hackebeil war seit 1892 mit der Lehrerstochter Maria Elise Conté (* Heblos (heute Stadtteil von Lauterbach) 29. Aug. 1871 | † Mainz 29. Jan. 1927) verheiratet, bevor er 1929, inzwischen verwitwet, Anna Klara geb. Metzler (* Mainz 1. Nov. 1890 | † ebd.[?] 20. Nov. 1964) ehelichte.

Werke (nicht im Druck erschienen und ggf. seinem Vater zuzuschreiben) — Gruß (Mch.), aufgef. Mainz 1908 <> Morgenrot (Chor), aufgef. Hochheim 1920

Quellen und Referenzwerke — Zivilstandsregister Mainz <> Standesamtsregister Lauterbach <> Personal-Bestand der Großherzoglich Hessischen Ludewigs-Universität Gießen, Wintersemester 1883/84–1889/90 <> Konzertprogramme der Mainzer Liedertafel 1912–1918 <> Alzeyer Zeitung 15. Juni 1893; Frankfurter Zeitung und Handelsblatt 18. Juli 1893 (2. Morgenbl.), 30. Nov. 1897 (Abendbl.), 27. Sept. 1910 (2. Morgenbl.), 3. Febr. 1912 (2. Morgenbl.), 21. Aug. 1912 (2. Morgenbl.); Wiesbadener Tagblatt 14. Aug. 1908, 31. Okt. 1908, 18. Jan. 1910, 26. Nov. 1910, 2. Juli 1916; Darmstädter Tagblatt 17. Dez. 1913, 28. Juni 1928, 17. Juni 1929; Bierstadter Zeitung 9. Juni 1914; Kleine Presse (Frankfurt) 6. März 1916; Wiesbadener Bade-Blatt 30. Mai 1916, 26. Nov. 1919; Wiesbadener Zeitung 24. Jan. 1917; Frankfurter Nachrichten und Intelligenzblatt 31. Aug. 1918 (Abend-Ausg.); Hochheimer Stadtanzeiger 25. Dez. 1920; Mitteilungsblatt des Landesverbandes der israelitischen Religionsgemeinden Hessens (Mainz) Nr. 12 (Dez.) 1927, Nr. 1 (Jan.) 1929, Nr. 3 (März) 1931

Literatur — Koch 2009, S. 269, 271, 277f., 325


(3) Elisabeth Hackebeil war die jüngste Tochter von Wilhelm H. (1). Um 1940 lässt sie sich in Mainz als Musiklehrerin (Klavier, Orgel, Gesang) nachweisen. Seit 1945 lebte sie in Darmstadt und zuletzt im Altersheim Wolfsgarten in Langen. Ob es sich bei ihr um jenes „Fräulein Hackebeil“ handelte, das 1908 bei einem Volksunterhaltungsabend in Biebrich als Solistin an der Seite des von ihrem Bruder (2) geleiteten Arbeitergesangvereins mitwirkte, ist ungewiss.

Quellen und Referenzwerke — Standesamtsregister Mainz <> Meldeblatt für die polizeiliche Registrierung und die Ausstellung einer deutschen Kennkarte (für Hackebeil, Elisabeth) (Best. H 3 Darmstadt Nr. 23711); D-DSsa <> Wiesbadener Tagblatt 31. Okt. 1908 <> Adressbuch Mainz 1940 <> Deutscher Musiker-Kalender 1941–1942


(4) Käthe Hackebeil, Tochter aus erster Ehe von Michael H. (2), begegnet seit den späten 1920er Jahren als Klavierbegleiterin und Organistin in Mainz und Wiesbaden. Darüber hinaus war sie als Lehrerin beider Instrumente tätig.

Quellen und Referenzwerke — Standesamtsregister Mainz <> Deutscher Musiker-Kalender 1941–1942 <> Mitteilungsblatt des Landesverbandes der israelitischen Religionsgemeinden Hessens (Mainz) Nr. 6 (Juni) 1928; Israelitisches Familienblatt (Frankfurt) 31. Mai 1928; Darmstädter Tagblatt 6. Juni 1932, 10. Dez. 1932; ZfM Nr. 9 (Sept.) 1935


Kristina Krämer

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