Emil Mahr


MAHR, EMIL (MARIA JOHANN) * Wiesbaden 25. März 1851 | † Brooklyn 31. März 1914; Violinist

Emil Mahr, Sohn eines Mediziners sowie Schüler Joseph Joachims und August Wilhelmjs, trat seit 1868 als Solist und Kammermusiker in Konzerten seiner Heimatstadt auf (so etwa Ende Nov. 1874 gemeinsam mit Louise Langhans-Japha und Elvira Müller-Berghaus „vor einem zahlreichen und eleganten Publikum“; Neue Berliner Musikzeitung 10. Dez. 1874), seit 1874 auch u. a. in Darmstadt, Frankfurt, Hamburg, Heidelberg, Kaiserslautern, Mainz und Stuttgart. Er war Sekundarius in den von Joseph Rebicek bzw. Wilhelmj angeführten Wiesbadener Quartettformationen und wirkte in dieser Funktion noch im Mai 1876 bei einem Kammerkonzert im Wiesbadener Kurhaus neben Wilhelmj, Carl Lüstner (Viola) und Jules De Swert mit – ein halbes Jahr zuvor (Ende 1875) war er einem Ruf als Konzertmeister an das Hoforchester in Sondershausen gefolgt. Die gleiche Funktion übernahm er 1878 am Städtischen Orchester in Mainz, bevor er sich 1880 in London niederließ. Nachdem er 1886 „seit vielen Jahren wieder einmal vor das Publikum seiner Vaterstadt“ getreten war (NZfM 30. Apr. 1886) und im Jahr darauf in Mainz Eleonora Louise Bruch, eine Tochter des Justizrats und Musikmäzens Ernst Christian Wilhelm Bruch, geheiratet hatte, wanderte er nach Boston aus, wo er als Kollege Carl Fältens Lehrer am New England Conservatory of Music wurde.

WerkParaphrase über den Charfreitagszauber aus Wagners Parsifal (Vl., Orch.), Mainz: Schott [1883]; A-Wn, D-Mbs, GB-Lbl, I-Fn

Quellen — Standesamtsregister Mainz <> NN., Nekrolog, in: Wiesbadener Zeitung 12. Apr. 1914 <> Wiesbadener Tagblatt 2. Okt. 1868, 31. März 1869, 2. Sept. 1872 (Beilage), 21. Mai 1876 u. ö.; Musikalisches Wochenblatt 5. Juni 1874, 16. März 1877, 9. Mai 1879, 6. Jan. 1881; Harmonie (Offenbach) 9. Jan. 1875, 22. Jan. 1875, 16. Juni 1877; Pfälzische Post (Kaiserslautern) 2. Apr. 1875; NZfM 22. Okt. 1875, 12. Nov. 1875, 28. Jan. 1876, 2. Juni 1876, 30. Apr. 1886; Neue Berliner Musikzeitung 10. Dez. 1874, 20. Jan. 1876, 15. Nov. 1876; Didaskalia 1. Juni 1876; Mainzer Tagblatt 1. Dez. 1878; Signale für die musikalische Welt Nr. 36 (Mai) 1876, Nr. 72 (Dez.) 1880; Allgemeine Deutsche Musik-Zeitung (Berlin) 5. Jan. 1877; The Cambridge Tribune 19. Nov. 1887 <> Edward Dwight Walker, The New England Conservatory of Music, in: The Cosmopolitan Nr. 5 (Sept.) 1889, S. 488–499 <> W[illiam] S[mythe] B[abock] Mathews, A hundred years of music in America, Chicago 1889, S. 447 (s. Abb.), 632


Axel Beer