(1) Philipp (Jacob) * München 3. März 1842 | † München 5. Juni 1916; Zitherist, Zitherlehrer und Komponist
(2) Carl (auch Carlo) * (?) Berchtesgaden 14. Aug. 1868 | † Meran 29. Sept. 1895; Sohn von (1), Zitherist
(1) Philipp Grasmann, Sohn eines (bereits 1844 verstorbenen) Säcklers, erhielt bei Michael Mühlauer (1815–1858) in München seine Ausbildung als Zitherist, erteilte bereits seit 1857 selbst Unterricht in seiner Heimatstadt und begann 1858, dort seine Kompositionen zu veröffentlichen. Seit 1860 begab er sich mehrfach auf Reisen; vor allem in Karlsruhe (1862/63, 1867), Salzburg (1869), Meran (etliche Male zwischen 1869 und 1876) und Ischl (1870) sind längere Aufenthalte belegt, während derer er (Kur)Gäste im Zitherspiel unterwies und bei Konzertveranstaltungen auftrat. Die näheren Umstände einer in den Quellen gelegentlich erwähnten Reise nach Russland, die um 1866 erfolgt sein wird, sind nicht bekannt. In der mittelrheinischen Region war der Musiker erstmals 1863 zu Gast: In welchem Maße sich im Blick auf sein Instrument die Geister schieden, zeigt (innerhalb eines Beitrags zum Musikleben in Wiesbaden) eine reichlich ironische Bemerkung über den „Zitherspieler (o! o!) Grasmann, welcher sein Instrument mit so viel Anstand kneipte oder kniff, daß wir ihn unbedingt für jede musikbedürftige Wein- oder Biersuite empfehlen können.“ (Signale für die musikalische Welt 15. Aug. 1863). Dass er seit 1865 (von München aus) für einige Zeit neben Franz Xaver Burgstaller als Redakteur des Mannheimer Zither-Journals fungierte, belegt sein Renommee in der „Szene“ ebenso wie die Tatsache, dass er (der „berühmte Zithervirtuose“) dem bayrischen König Ludwig II. vorspielen durfte (Neueste Nachrichten 2. Juli 1867) und 1869 vom zitherbegeisterten Herzog Max in Bayern (dem „Sisi“-Vater) die Goldene Medaille für Kunst erhielt. Ende des Jahres 1877 erfuhren die Frankfurter „Freunde des Zither-Spiels“, dass „der rühmlichst bekannte Zither-Virtuose und Komponist Herr Philipp Grasmann“ sich in der Mainmetropole niederzulassen gedachte (Frankfurter Zeitung und Handelsblatt 15. Nov. 1877). In der Tat hatte Grasmann einen ihn genehmen und für seine Kunst empfänglichen Wohnsitz gefunden, dem er bis kurz vor seinem Tod treu blieb, einmal abgesehen von einer 1884 kurzzeitig umgesetzten Idee, nach Wiesbaden zu ziehen, wo just im Jahr zuvor Alfred von Goutta (und dies sehr wahrscheinlich nicht ohne sein Zutun) sich gleichfalls als Zither-Lehrer niedergelassen hatte – möglicherweise erwies sich das Nebeneinander und zwangsläufige Konkurrieren als wenig zuträglich, zumal auch von Goutta nach Grasmanns Prinzipien unterrichtete. Jedenfalls war Grasmann, der sich selbst – den Adressbucheinträgen zufolge – als Musiklehrer und Komponist sah, in der Nachfolge Casimir Freunds 1881–1885 Dirigent des 1873 gegründeten Frankfurter Zithervereins, der ausdrücklich nach seiner Methode arbeitete und ihn 1888 zum Ehrendirigenten ernannte. Daneben betrieb Grasmann etwa 1881 bis 1891 einen Musikverlag, in dem vor allem eigene Kompositionen (ab op. 108) erschienen sowie auch Werke seines Sohns Carlo und Alfred →Ehrlichs; seine Ausgaben gingen 1898 bzw. 1905 an Bernhard Firnberg. Parallel dazu kooperierte er mit dem ebenfalls in München gebürtigen Frankfurter Instrumentenbauer Christian →Resch, der Zithern nach Grasmanns System herstellte. Zu seinen Schülern zählen neben Carlo Grasmann auch Anton Hölzer, Bernhard Seifert und Henry Wormsbacher (1866–1934), während ihn mit Alfred von Goutta eher ein kollegiales Verhältnis verband. Abgesehen vom genannten längeren Aufenthalt in Wiesbaden scheint Grasmann Frankfurt nur selten verlassen zu haben – während der Kursaison 1884 lassen sich Auftritte in Bad Ems nachweisen, und 1892 begleitete er seinen Sohn Carlo nach Meran. Wer dessen Mutter war, ließ sich noch nicht ermitteln; in zweiter Ehe heiratete Philipp Grasmann 1879 in Frankfurt die aus St. Petersburg gebürtige (geschiedene) Staatsratstochter Marie Louise Czerny geb. Götte.
Werke (wenn nicht anders angegeben, für Zither) —
Vier Polka (1. Heft: Erinnerung an Nymphenburg, Lilien-Polka; 2. Heft: Katharinen/-Polka, Friederiken-Polka), München: Falter [1858]; D-Mbs (1. Heft digital; 2. Heft digital) <>
Gemüthsklänge. Ländler op. 6, ebd. [1858]; D-Mbs (digital) <>
Die fidelen Oberländer op. 8, ebd. [1858]; D-Mbs ( digital) <>
Lieder aus dem Gebirg op. 10, ebd. [1858]; D-Mbs (digital) <>
Die gemüthlichen Steyrer op. 13, ebd. [1858]; D-Mbs (digital) – später Trier: Hoenes [1887] <>
Mélancolie op. 17, Mannheim: Heckel [1865] <>
Gedanken am Grabe meiner unvergesslichen Mutter op. 18, ebd. [1865] <>
Erinnerung an Donaustauf op. 19, ebd. [1865] <>
Erinnerung an Wiesbaden op. 20, ebd. [1865] <>
Vermählungs-Walzer op. 25, ebd. [1865] <>
Mathilden-Ländler op. 32, ebd. [1870] <>
Gabrielen-Walzer op. 33, ebd. [1871]; D-SPlb <>
Momy-Polka op. 34, ebd. [1871] <>
Polka op. 35, ebd. [1871] <>
Trauermarsch op. 36, ebd. [1871] <>
Trauermarsch op. 37, ebd. [1871] <>
op. 17–27, 29, 30, 32–37 (auch) in: Zither-Studien. 20 Compositionen, Neue Auflage, ebd. [1876] <>
Trauermarsch op. 38, ebd. [1871] <>
Zwergen-Marsch op. 39, ebd. [ca. 1872] <>
Trinklied (Zith., Kl.) op. 40, ebd. [ca. 1872] <>
Großväterchen-Ländler op. 43, ebd. [1873] <>
Fiebertraum op. 44, ebd. [1873] <>
Der Fichtenbaum und die Palme op. 45, ebd. [1873] <>
Glücks-Sterne. Walzer op. 46, ebd. [1873] <>
Eleonorens Traum op. 47, ebd. [1873] <>
An ein verlorenes Lieb op. 48, ebd. [1873] <>
Fahre hin op. 49, ebd. [1873] <>
Erbprinzen-Marsch op. 50, ebd. [1873] <>
Elfen- und Meereskönig. Polka op. 51, ebd. [1873]; Privatbesitz (Zither US digital) <>
Erinnerung an Schloss Bürgelstein op. 52, ebd. [1873] <>
Die Herzige. Polka-Mazurka op. 54, ebd. [1873] <>
Kindermärchen. Walzer op. 55, ebd. [1873] <>
Wiwizi-Polka op. 56, ebd. [1873] <>
Wiegenlied op. 57, ebd. [1873] <>
Lebensbild op. 58, ebd. [1873] <>
Gebet op. 59, ebd. [1873] <>
Fantasie-Potpourri op. 60, ebd. [1873] <>
Über Kreuz und Quer. Ländler op. 61, ebd. [1878] <>
Erinnerung an Meran op. 63, ebd. [1878] <>
Drei Jodellieder (Sst., Zith.) op. 64, ebd. [1879] <>
op. 66–69: Bearbeitungen von Werken von Joseph Ascher (op. 66, 68), Gustav von Schweden (op. 67), Heinrich Esser (Abschied, op. 69), Mainz: Schott [1879] <>
Volkslieder 1. u. 2. Folge op. 70 u. 71, ebd. [1879] <>
Die gemüthlichen Süddeutschen. Ländler, op. 72, Mannheim: Heckel [1879] <>
Meine Freude war die Rose op. 73, ebd. [1879] (ebd.] <>
Zwei charakteristische Tonstücke (Abend-Andacht, Der Heimathlose) op. 75, Luxemburg: Stomps [1879] <>
Alpengrüße op. 76, ebd. [1879] <>
Transcriptionen. Volkstänze op. 78, ebd. [1879] <>
Transcriptionen (2 Zith.) op. 79, ebd. [1879] <>
12 Gebirgslieder (Zith.) op. 81, 1. Heft), ebd. [1879] <>
Wibiral-Marsch (2 Zith.) op. 82, ebd. [1879] <>
Kegel-Marsch von Casimir Freund op. 84, ebd. [1880] <>
Transkriptionen (C. Kreutzer, Mendelssohn) op. 85, ebd. [1880] <>
Ball auf der Alm (2 Zith.) op. 86, ebd. [1880] <>
12 Gebirgslieder (m. Sst. ad lib.), 2.–4. Heft, op. 87–89, Mannheim: Heckel [1880]
Stelldichein. Polka (2 Zith.) op. 90, Luxemburg: Stomps [1880] <>
In Saus und Braus op. 92, Mannheim: Heckel [1880] <>
Lied vom Herzog Max (Zith., Sst. ad lib.) op. 93, ebd. [1880] <>
Weltschmerz op. 94, ebd. [1880] <>
Ersehntes Glück op. 95, ebd. [1880] <>
op. 100 u. 101: Bearbeitungen, Mainz: Schott [1881] <>
Die schöne Amerikanerin. Polka („Dem Pittsburgh Zitherclub gewidmet“) op. 102, Leipzig: Eulenburg [1881]; A-Wn <>
Präsidenten-Marsch (Kl.) op. 108, Frankfurt: Grasmann [1881] <>
Acht Jodellieder (Sst., Kl.) op. 109, ebd. [1881]; D-F <>
op. 110–114, 117, 158: Bearbeitungen, ebd. [1881] <>
Alpenmärchen. Ländler (2 Zith.) op. 115, ebd. [1881]; CH-Zz, D-Mbs <>
Die letzten Walzer eines Wahnsinnigen op. 116, ebd. [1881] <>
Fantasie über ein russisches Volkslied (2 Zith.) op. 118, ebd. [1881] <>
Die Stufenleiter des Zitherspiels. Eine vom Leichten zum Schweren fortschreitende Sammlung. 36 Original-Compositionen op. 119–154, Frankfurt: Grasmann [1881] – 1898 an Firnberg (im einzelnen: Die Erstlinge. Ländler op. 119 <> Ländler op. 120 <> Kinderspiel-Walzer op. 121 <> Schaukel-Walzer op. 122 <> Der lustige Jäger op. 123 <> Springinsfeld-Polka op. 124 <> Abendliedchen op. 125 <> In der Alpenhütte op. 126 <> Der fröhliche Alpenhirt op. 127 <> Flageolet-Walzer op. 128 <> Heimkehr von der Alm op. 129 <> Zufriedenheit op. 130 <> Frohsinn op. 131 <> Lockvögerl. Walzer im Ländlerstyl op. 132 <> An die Zukunft op. 133 <> Bruder Lustig op. 134 <> Ungarischer Marsch op. 135 <> Erinnerung an Nishnij-Nowgorod op. 136 <> Tyroler-Ständchen op. 137 <> Minnelied op. 138 <> Sehnsucht nach der Alm op. 139 <> Gondelfahrt op. 140 <> Italienisches Ständchen op. 141 Lebe wohl! op. 142 <> Stille Liebe op. 143 <> Gondelfahrt op. 144 <> Schifferlied op. 145 <> Alpen-Erinnerung op. 146 <> Weihnachtslied op. 147 <> Gondelfahrt op. 148 <> Verlorenes Glück op. 149 <> Spanische Serenade op. 150 <> Die Nixe. Polka-Mazurka op. 151 <> Der Gang zum Liebchen op. 152 <> Silberglöckchen op. 153 <> In der Fremde op. 154) <>
Czárdás (2 Zith.) op. 155, Frankfurt: Grasmann [1881]; D-B <>
An Freundes Grab (2 Zith.) op 156, ebd. [1881]; D-B <>
Variationen über ein eigenes Thema op. 157, ebd. [1881]; D-B <>
Marsch des ersten Schützenbataillons. Russischer Marsch op. 159, Luxemburg: Stomps [1882] <>
Sammlung russischer Romanzen und Volkslieder op. 160, ebd. [1882] <>
Die lustigen Tyroler op. 161, Frankfurt: Grasmann [1882]; D-B <>
Hochzeitsreigen. Walzer op. 162, ebd. [1882] <>
Heinzelmännchen-Polka op. 163 (Bearb. von Carlo Grasmanns op. 3), ebd. [1882] <>
Gänse-Marsch op. 164 (Bearb. von Carlo Grasmanns op. 4), ebd. [1882] <>
Festklänge. Walzer op. 165, ebd. [1882]; D-B <>
Die Schützenlisl. Humoristischer Walzer im Länderstyl (Zith., Sst. ad lib.) op. 166, ebd. [1882]; D-B (Ausg. Firnberg) <>
op. 167–172 und 174 erschienen 1884/85 im Zither-Album von Alfred von Goutta in Wiesbaden und gingen 1891 mit dessen Verlag an Hoenes in Trier (im einzelnen: Der Tanz in die Welt. Walzer op. 167 <> Der Zug des Todes. Trauermarsch op. 168 <> Nur Muth op. 169 <> Idyllen-Ländler op. 170 <> Gebirgs-Klänge op. 171 <> Flitterwochen-Walzer op. 172 <> Original-Schuhplattler. Tyroler Nationaltanz (2 Zith.) op. 174) <>
100 Volkslieder (teils mit Gesang) op. 173, Wiesbaden: Goutta [1886] <>
Drei Jodellieder op. 175 (Bearb. von Carlo Grasmanns op. 5), Frankfurt: Grasmann [1885] <>
Zwei Jodellieder (Zith., Sst. ad lib.) op. 176, Frankfurt: Grasmann 1886; D-B <>
Frühlingsklänge op. 182, ebd. [1888]; D-B <>
Polnisches Märchen. Polka-Mazurka op. 183, ebd. [1888]; D-B (Ausg. Firnberg f. 2 Zith.) <>
Jagd nach dem Glück. Fantasie op. 184, ebd. [1888]; D-B (Ausg. Firnberg f. 2 Zith.) <>
Der Schützenkönig. Marsch op. 187, ebd. [1888]; D-B (Ausg. Firnberg f. 2 Zith.), Privatbesitz (Zither US digital) <>
Ich trag dich tief im Herzen op. 188 (Bearb. von Hermann Winkelmanns op. 1), Frankfurt: Steyl & Thomas [1890] <>
D’Stampf-Engerln. Ländler op. 189, Frankfurt: Grasmann [1888]; D-B (Ausg. Firnberg f. 2 Zith.) <>
Der Salontiroler. Ländler op. 190, Frankfurt: Firnberg [1892]; D-B <>
Sehnsuchts-Walzer op. 191, Frankfurt: Grasmann [1893]; D-B <>
Die Elegante. Polka op. 192, Frankfurt: Firnberg [1898] <>
Liebeständelei. Polka op. 193, ebd. [1898]; D-B <>
Main-Nixen. Walzer op. 194, ebd. [1898]; D-B <>
Edelweiß. Schuhplattler op. 195, ebd. [1899]; D-B <>
Alpenrosen. Mazurka op. 196, ebd. [1899]; D-B <>
Buren-Marsch op. 197, Berlin: Schindler [1899] <>
Erste Liebe. Gavotte op. 198, ebd. [1899] <>
Jugendträume. Walzer op. 199, Frankfurt: Firnberg [1900]; D-B <>
Stille Trauer. Charakteristisches Tonstück op. 200, Frankfurt: Hummel [1906]; D-B <>
Schöne Zeiten in Meran op. 201, Frankfurt: Firnberg [1906]; D-B
Quellen — Adressbücher Frankfurt/M., München, Wiesbaden <> Geschäftsrundschreiben (seinen Selbstverlag betreffend), Frankfurt 1882; D-LEdb <> Carl Edler von Gebler, Philipp Grasmann, in: Neue Illustrirte Zeitung (Wien) 16. Aug. 1874, S. 12–13 (mit Portrait) <> NN., Wiesbaden, 2. April. Ueber Herrn Professor Philipp Grasmann […], in: Wiesbadener Bade-Blatt 2. Apr. 1884 <> Neueste Nachrichten (München) 8. Sept. 1857, 22. Juli 1858, 5. Mai 1862, 24. Sept. 1862, 2. Juli 1867, 6. Jan. 1877, 14. Jan. 1877; Münchener Tages-Anzeiger 3. Okt. 1859, 3. März 1865; Neue Augsburger Zeitung 21. Apr. 1860, 4. Mai 1860; Karlsruher Tagblatt 14. Jan. 1863, 10. Nov. 1867; Revue musicale 26. Juli 1863; (Signale für die musikalische Welt 15. Aug. 1863; Der Bote für Tirol (Innsbruck) 23. Dez. 1864, 23. Dez. 1865 Wiesbadener Bade-Blatt 27. Juni 1867, 2. u. 3. Apr. 1884, 11. Mai 1884; Der Grenzbote (Salzburg) 11. Juli 1869, 22. Aug. 1869, Meraner Zeitung 2. Okt. 1869, 9. Okt. 1869, 27. Okt. 1869, 30. Okt. 1869, 3. Nov. 1869, 20. Nov. 1869, 9. Dez. 1874, 2. Jan. 1875, 12. Jan. 1875, 15. Jan. 1875, 12. Jan. 1876, 15. Jan. 1876, 19. Jan. 1876, 25. Jan. 1876, 15. März 1876, 26. Apr. 1876, 25. Nov. 1876, 6. Dez. 1876, 5. Jan. 1881, 9. März 1881 u. ö.; Ischler Bade-Liste 13. Aug. 1870; Schwäbischer Merkur (Stuttgart) 9. Juni 1871 Neue Illustrirte Zeitung 16. Aug. 1874; Neues Fremden-Blatt (Wien) 9. Okt. 1875; Didaskalia 15. Nov. 1877; Frankfurter Zeitung und Handelsblatt 15. Nov. 1877, 28. Nov. 1882, 25. Apr. 1886, 22. Okt. 1889, 12. Nov. 1889 u. ö.; Der Klavierlehrer 15. Okt. 1881; Die kleine Chronik (Frankfurt) 12. März 1882, 5. Nov. 1882; Wiesbadener Tagblatt 6. Mai 1884; Bad Ems. Tages-Liste 10. Aug. 1884, 12. Aug. 1884; Frankfurter Sängerzeitung 17. Juni 1908, 29. Juni 1908, 18. Juli 1908, 20. Aug. 1908; Frankfurter Musik- und Theaterzeitung 2. Febr. 1908, 29. Juni 1908 u. ö.<> MMB; Pazdírek
(2) Carlo Grasmann erhielt seine musikalische Ausbildung bei seinem Vater. Seine ersten Auftritte absolvierte er mit zehn Jahren; einen Höhepunkt bildete seine Mitwirkung beim Kinderkonzert im Frankfurter Palmengarten 1881. Er studierte 1882–1889 am Hoch’schen Konservatorium Violine bei Johann Naret-Koning sowie Klavier und Musiktheorie bei Iwan Knorr. 1891–1892 war er Dirigent des Frankfurter Zithervereins Frohsinn (ab 1892 bezeichnet als Grasmann’scher Zitherverein; nicht zu verwechseln mit dem von seinem Vater geleiteten Frankfurter Zither-Verein); im Spätsommer 1891 finden wir ihn außerdem auf Konzertreise in Südtirol und im (österreichischen) Pustertal, und seit August 1892 lebte er in Meran als Violin- und Klavierlehrer wie auch Zitherspieler. Dass er „selbst Werke von Paganini auf die Zither“ übertrug (Kennedy, S. 75), referieren wir kommentarlos.
Werke (sämtlich für Zither) — Heinzelmännchen-Polka op. 3 – bearb. von Philipp Grasmann (2 Zith.) als dessen op. 163, Frankfurt: Firnberg [1891]; D-B <> Gänsemarsch op. 4 – bearb. von Philipp Grasmann (Zith.) als dessen op. 164, Frankfurt: Grasmann 1882; D-B <> Drei Jodellieder op. 5 – bearb. v. Philipp Grasmann (Zith. m. Gesang bzw. 2 Zith.) als dessen op. 175, ebd. [1886]; D-B <> Drei Etüden im brillanten Stil op. 7, Trier: Hoenes [1891] <> Pusterthaler Alpenrosen. Tyrolienne op. 11, ebd. [1892] <> Drei charakteristische Tonstücke (Berggeister, Leichter Sinn, Am Abend) op. 16, ebd. [1892] <> Erinnerung an Weitlanbrunn, mélodies pastorales op. 17, ebd. [1892] <> Zwei charakteristische Tonstücke (Alpen-Idylle, Frühling) op. 18, ebd. [1892] <> Tiroler-Marsch, ebd. [1892] <> Gebirgsfantasien. Ländler op. 20, Frankfurt: Firnberg [1892]; D-B
Quellen — Adressbücher Frankfurt und Meran <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums <> Nekrolog in: Echo vom Gebirge. Fachblatt für die Interessen des Zitherspieles (München) 1895 <> Pusterthaler Bote 14. Aug. 1891; Brixener Chronik 2. Okt. 1891; Meraner Zeitung 1. Okt. 1891, 5. Aug. 1892, 1. Febr. 1892, 2. Okt. 1895 (Todesmeldung); Der Burggräfler (Meran) 2. März 1892, 28. Jan. 1893 <> MMB; Pazdírek
Literatur (zu (1) und (2)) — Hans Kennedy, Die Zither in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Tölz 1896, S. 75–76 (biogr. Abrisse zu Philipp und Carlo Grasmann) <> Art. Grasmann, Philipp, in: FiedlerL, S. 43–45
Abbildung 1: Philipp Grasmann, Photographie von Fritz Bornträger, verm. 1892 (Digitalisat aus D-F, Porträtsammlung Manskopf)
Abbildung 2: Eine der vielen Anzeigen Philipp Grasmanns, hier in der Frankfurter Musik- und Theater-Zeitung 2. Febr. 1908
Abbildung 3: Titel der mutmaßlich ersten vom damals 16jährigen Grasmann veröffentlichten Komposition; D-Mbs
Axel Beer und Karl Traugott Goldbach