Anton Hölzer
HÖLZER, (FRANZ) ANTON * Langeschwalbach (heute Bad Schwalbach) 1. Jan. 1858 | † Berlin 1893; Zitherist
Als Sohn des Langenschwalbacher Kurhausbesitzers wird Anton Hölzer frühzeitig mit allen Vergnüglichkeiten des Kurbetriebs – inkl. der vielen Formen musikalischer Zerstreuung – in Kontakt gekommen sein. In Frankfurt wurde er Schüler Philipp Grasmanns, ließ sich dort als Zitherlehrer nieder und warb 1882 auch in Wiesbaden um Schülerinnen und Schüler; dies natürlich nicht ohne seinen Meister, den „berühmten Zithervirtuosen Ph. Grasmann“ zu nennen. 1886 nahm er seinen Wohnsitz als „Zitherlehrer und Komponist“ in Berlin (Adressbuch 1887), trat mit seinen Schülern gemeinsam auf und eröffnete im folgenden Jahr eine „Zither-Akademie“. 1889 kamen ein Musikalienverlag (insbesondere zum Zweck der Verbreitung der eigenen Kompositionen) sowie 1891 eine Musikalien- und Instrumentenhandlung namens „Arion“ hinzu. Bereits im März 1893 bot Anton Hölzer sein Geschäft „in belebtester Gegend Berlins“ (nach einigen Umzügen zuletzt in der Spandauer Str.; Berliner Tageblatt 22. März 1893) aus gesundheitlichen Gründen zum Verkauf an; wenig später verstarb er.
Werke — Hölzers Kompositionen für Zither (Tänze, Variationen, „Tongemälde“, Bearbeitungen mit Opuszahlen bis 35; weiterhin 1891 ein Schulwerk Der Zitherlehrer) erschienen seit 1881 bei Stoll in Leipzig sowie seit 1886 in Berlin bei Simrock und vor allem im Selbstverlag; sein Abschied aus der Mittelrheinregion wie auch seine Ankunft im Spree-Athen dokumentierte er mit den Walzern Erinnerung an Frankfurt op. 6 und Mein Gruss an Berlin op. 12 (beide 1886 bei Stoll erschienen). Das Spektrum der Zithermusik zeigt sich daneben angesichts der Bearbeitungen von Liedern Johannes →Brahms’ (dessen opp. 49 Nr. 4, 71 Nr. 5 in 84 Nr. 4 als Hölzers op. 32, Simrock [1889]) und Hans Schmidts (dessen op. 5 innerhalb Hölzers op. 31, ebd. [1889]). Überliefert sind nur wenige Werke in D-B.
Quellen — KB Langenschwalbach <> Adressbücher Berlin <> Wiesbadener Tagblatt 28. Febr. 1882, 4. März 1882; Berliner Tageblatt 25. Sept. 1886, 22. März 1893 <> MMB; Pazdírek
Literatur — FiedlerL <> Hans Kennedy, Die Zither in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Tölz 1896, S. 153, 174–176 <> Margit McCorkle, Johannes Brahms. Thematisch-bibliographisches Werkverzeichnis, München 1984, S. 202, 305, 351
Abbildung: Anzeige Hölzers im Wiesbadener Tagblatt 28. Febr. 1882
Axel Beer