wollweber


WOLLWEBER, WILHELM * Nentershausen bei Limburg 15. Aug. 1861 | † (Mainz-) Kostheim 9. Sept. 1903; Lehrer und Komponist

Wie sein Vater Georg entschied sich Wilhelm Wollweber für den Lehrerberuf. Von 1881 bis zu seiner Eheschließung (1885 in Hattersheim mit der Bäckerstochter Anna Katharina Dörfelder) war er in Sindlingen (1928 Stadtteil von Frankfurt/M.), seit 1890 in Freimersheim bei Alzey und seit 1895 an der Gemeindeschule in Kostheim (1908 Stadtteil von Mainz) tätig. Alles wieder nur dürre Daten und öde Fakten, werden Sie vielleicht denken, liebe Leserin, lieber Leser. Diesmal sind wir aber zusätzlich auf ein bemerkenswertes Selbstzeugnis gestoßen, das wir Ihnen nicht vorenthalten möchten: Nachdem Wollweber tags zuvor „in Mainz in dem Troubadour“ gewesen war, ließ er seinen Verleger André in Offenbach mit Datum vom 3. Dez. 1902 aus Kostheim wissen, dass er die Musik „etwas veraltet und undramatisch“ fand. Und weiter: „Ich dächte mich wohl für befähigt, etwas Ähnliches zu schreiben. Ich kann mir im Orchester alles deutlich vorstellen. Deshalb komp[oniere] ich auch ohne irgend ein Instr[ument]. Aber ich kann die C Schlüssel nicht genügend und bin mit dem Orchester nicht vertraut. Aber da geht mir jetzt wohl der Gaul durch.“

WerkeAm Ziel (Mch.; „Noch einmal sprich es aus“) op. 1, Mainz: Kittlitz-Schott & Bieger [1895]; D-Kbeer – TA Mainz: Emmermann <> Waldeszauber (Mch.; „In des Waldes heilig stimmen Dunkel“) op. 2, ebd. <> Wanderlied (Mch.; „Nun blüh’n die Rosen“) op. 3, Offenbach: André [1897]; D-B, D-OF <> Der Sänger (Mch.; „Ich bin ein lust’ger Sängersmann“) op. 4, ebd. [1898]; D-OF <> Morgengruss am Sängertage (Mch.; „Seid gegrüsst, traute Brüder“) op. 5; ebd. [1898]; D-B, D-OF <> Weitere André angebotene Männerchöre (darunter ein in Ems aufgeführtes Lahnlied sowie Lieder in Odenwälder Mundart) blieben unveröffentlicht und sind verschollen.

Quellen — Standesamtsregister Hattersheim <> Fallakte; D-WIhha (Best. 405, Br. 14799) <> Verlagsverträge mit André in Offenbach (1897) sowie Briefe an André (9, 1900–1903); D-OF <> Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 20. Aug. 1890 (Beilage 23), 31. Dez. 1903 (Beilage 30) <> Kat. André 1900 <> Ernst Challier’s Grosser Männergesang-Katalog, Gießen 1900 <> freundliche Auskunft von Frau Carola Bolte, Stadtarchiv Mainz (25. März 2022)

Abbildung: Postkarte Wollwebers an André, Kostheim 25. Febr. 1897, das „Chörchen“ op. 3 betreffend und mit Erwähnung der bei Kittlitz-Schott & Bieger erschienenen opp. 1 und 2; D-OF


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2023/08/15 16:35
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