Joseph Rittersheim
RITTERSHEIM (im Taufeintr. Raittersheim; auch Rittersheimer, Rüdesheimer, Rüttersheim, Ridersheim, Riterschein), JOSEPH (LEOPOLD) * Frankfurt/M. 3. ebr. 1761 | † Mainz 5. Jan. 1843; Musiker und Notenstecher
Joseph Rittersheim, Sohn des Soldaten und Mühlarztes (i. e. Mühlenbauer) Heinrich R., lässt sich seit 1781 in Mainz nachweisen – in diesem Jahr heiratete er dort als Diener eines Barons von Koeth (wohl Franz Joseph Freiherr Koeth von Wanscheid (1734–1788), Mainzer Hofrat) die Leichenträgerstochter Margaretha Lauer (1759–1798). Um 1784/85 scheint er seine Position gegen die eines Stadtoboisten getauscht zu haben (noch 1798 als Stadtmusikus bezeichnet) und ging seitdem verschiedenen musikalischen Tätigkeiten nach. So ist er 1788 als Notenstecher im Musikverlag Schott belegt (Thadeo Manera versuchte ihn in diesem Jahr für sein letztlich nicht umgesetztes Vorhaben einer Notenstecherei in Wiesbaden abzuwerben), für den er noch 1822 (jedoch nicht mehr 1833) tätig war. Außerdem gehörte er seit der Zeit um 1800 (auch noch 1810 an der Seite eines Sohnes – vermutlich Friedrich Edmund Seraphin (* Mainz 22. Juni 1784)) als Violinist und ggf. als Blasmusiker zu den Dommusikern unter Kapellmeister Caspar Josef Lizius. Zuletzt war Rittersheim (seit spätestens 1831) Mitglied des Mainzer Theaterorchesters. Er war in zweiter Ehe mit der Händlerstochter und Lehrerin Maria Anna Apollonia Passaquai (ca. 1762–1835; Heirat 1814) verheiratet.
Quellen — KB Frankfurt (Dom); Kirchenindexkarten Mainz (St. Ignaz) <> Zivilstandsregister Mainz <> Briefe an Schott (11, 1827–1830); D-Mbs <> Einträge im [Schott] Taglohn und Arbeiter Zalungs[!] Buch [1818–1822]; D-MZsch <> Adressbücher Mainz <> Nikolaus Müller, Das Mainzer Theater, Mainz 1831
Literatur — Gottron 1959 <> Müller 1977 <> Werner Pelz, Kirchenmusik im Mainzer Dom zwischen Säkularisation und Cäcilianismus, in: Mainzer Zeitschrift. Mittelrheinisches Jahrbuch für Archäologie, Kunst und Geschichte 90/91 (1995/96), S. [111]–119 (hier S. 113)
Abbildung: Stichbild einer von Rittersheim gestochenen Schott-Ausgabe [1822]; D-Mbs
Kristina Krämer