pachulski


Pachulski, Władysław (Albertovich) (in Wiesbaden gen. Ladislaw bzw. Ladislaus) * Łazy (Woiwodschaft Lublin, Polen) 1855 | † Moskau 1919; Pianist, Geiger, Komponist, Sekretär

Der Sohn eines Försters studierte, ebenso wie der Bruder, der Komponist Henryk Pachulski (1859–1929), am Moskauer Konservatorium, wo er unter anderem bei Tschaikowsky Unterricht erhielt. 1882 folgte er Joseph Kotek als Musiker in privater Anstellung bei der Tschaikowsky-Mäzenin Nadeschda von Meck. 1889 wurde Pachulski durch die Heirat mit Nadeschdas Tochter Julia Teil der Familie; 1890 übernahm er administrative Aufgaben in von Mecks Geschäften, unter anderem als deren Sekretär. 1890 findet sich Pachulski erstmals auf den Wiesbadener Kurlisten, seit 1892 verzeichnen ihn schließlich auch die Wiesbadener Adressbücher; hier wird er als Komponist geführt. Dass der Wiesbadener General-Anzeiger ihn beispielsweise am 30. Jan. 1895 als Rentner bezeichnet, während die Adressbücher bei der obigen Berufsbezeichnung blieben, verwundert nicht: Spätestens nach seiner Heirat agierte Pachulski finanziell und musikalisch unabhängig. So erschienen bereits 1891 einige Werke bei Heinrich Wolff in Wiesbaden. Pachulskis Kompositionen wurden im Rahmen der Wiesbadener Kurkonzerte häufiger aufgeführt. Gemeinsam mit seiner Frau trat er zudem als großzügiger Spender für wohltätige Zwecke hervor. 1902 kehrte das Ehepaar Pachulski nach Russland zurück, wobei die Versteigerung des Mobiliars der Wiesbadener Villa (Ankündigung im Wiesbadener General-Anzeiger vom 5. Juli 1902 (s. Abb. 2)) das Ausmaß der luxuriösen Lebensumstände erkennen lässt.

Werke — (Aufgeführt sind die Werke der Wiesbadener Zeit Pachulskis. Ungedruckte Titel werden mit Erstnennung in der Presse vermerkt.) Albumblatt, Wiesbaden: Wolff [1891]; D-B <> Vier Lieder (Sst., Kl.; 1. Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss, 2. Mein Stern: „In’s Dunkel meines Lebens“, 3. Lied Jung Werners: „Das ist im Leben hässlich eingerichtet“, 4. Am Abend: „Die Lampe flackert trübe“), ebd. [1891]; D-WIl <> Wellengesang. Orchesterbild, ebd. [1892]; D-B, D-KNh, D-MZs, D-SWl <> Lied Du weisst nun, mein Lieb’, dein Freund leidet schwer, ebd. [1892] <> Drei Lieder (Sst., Kl.; 1.  Frühlingszeit: „Wenn der Frühling auf die Berge steigt“, 2. Im Walde: „Was kann sich dir, du stolze Pracht“, 3. Morgenständchen: „Steh’ auf und öffne das Fenster schnell“), ebd. [1892]; D-BUDbierwisch <> Andante (Orch.), ebd. [1900/01]; D-MZs (Part., St.) <> Boléro. Morçeau pour Orchestre, ebd. [1900/01]; D-MZs (Part., St.) <> Chant du Printemps (Orch.), ebd. [1900/01]; D-MZs (Part.) <> Dans la Forêt Noire. Morçeau pour Orchestre, ebd. [1900/01]; D-MZs (s. Abb. 1) (Part., St.) <> Polonaise (Orch.), ebd. [1900/01]; D-MZs (Part., St.) <> Quartett E-moll (2 Vl., Va., Vc.), ebd. [ca. 1901]; D-B, D-F <> Legende, symphonische Dichtung, UA Wiesbaden 24. März 1900 (Wiesbadener General-Anzeiger 24. März 1900)

Quellen — Adressbücher Wiesbaden (1892–1903) <> Wiesbadener General-Anzeiger 30. Jan. 1895, 11. März 1900, 24. März 1900, 29. März 1901, 5. Juli 1902, 7. Okt. 1905; Wiesbadener Tagblatt 21. Juni 1900 und passim; Wiesbadener Bade-Blatt 4. Juni 1890, 8. Juni 1890, 16. Juni 1890, 25. Aug. 1891, 30. Aug. 1891, 21. Mai 1892, 22. Mai 1892, 6. Apr. 1990 und passim; MMB

Literatur — Alexander Poznansky, Tschaikovsky: The Quest For The Inner Man, New York 1991

Abbildung 1: Titelseite Dans la Forêt Noire. Morçeau pour Orchestre; D-MZs

Abbildung 2: Ausschnitt aus Wiesbadener General-Anzeiger 5. Juli 1902


Noah Lieven

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