Georg Friedrich Cron
CRON, GEORG FRIEDRICH * um 1699 | † Ehrenbreitstein (nicht Koblenz-Pfaffendorf) 4. Febr. 1768; Kapellmeister und Komponist
Georg Friedrich Cron wurde am 4. April 1738 für die kurtrierischen Hofkapelle zu Koblenz-Ehrenbreitstein nach dreijähriger Vakanz als Nachfolger des 1735 verstorbenen Kapellmeisters Filippo Antonio Scandalibene angestellt. Laut Anstellungsdekret war Cron auch Hofkomponist, doch sind bislang Werke aus seiner Feder nicht nachweisbar. Er war offensichtlich über die Grenzen der Koblenzer Residenz hinaus bekannt und angesehen, wie man seiner „Approbatio“ in Gerhard Lentz’ CHORAL-Schlag-Buch entnehmen kann. Die in Crons Amtzeit fallenden Anschaffungen von neuen Instrumenten weisen darauf hin, dass für die Hofkapelle eine klassische Orchesterbesetzung angestrebt wurde. Außerdem betraute man Cron, der sich nachhaltig für eine „stehende” Orgel in der Schlosskapelle einsetzte, gemeinsam mit Franz Caspar Anschuez seit 1743 mit Orgelreparaturen. 1766, ein Jahr nach seiner Versetzung in den Ruhestand, machte er im Kurtrierischen Intelligenzblatt bekannt, dass bei ihm „allerhand schöne Musik“ zu haben sei – ebenso wie etwa Johann David Otto gleichzeitig in Frankfurt beteiligte er sich mithin am in diesen Jahren aufblühenden überregionalen Musikalienhandel. Seine Nachfolge als kurtrierscher Hofkapellmeister trat am 1. Juli 1767 Konrad Starck an, der Cron bereits seit 1764 aufgrund altersbedingter Unzuverlässigkeit als Zweiter Kapellmeister zur Seite gestanden hatte. Der Sterbeeintrag bezeichnet „Georgius Fridericus Chron“ noch immer als „Musices aulicae director“.
Quellen — KB Ehrenbreitstein (Heilg Kreuz); KB Koblenz-Pfaffendorf (St. Peter und Paul) <> weitere Quellen bei Bereths 1964, S. 46–47
Literatur — Albert Staudt, Öffentliches Musikwesen in Coblenz, in: Zeitschrift für Heimatkunde von Koblenz und Umgebung 1 (1920), S. 77 <> Johann Jacob Wagner, Coblenz-Ehrenbreitstein, Koblenz 1923, S. 38 <> Gottron 1959 <> Bereths 1964
Uwe Baur (†)