SCHMIDT, WILHELM (MATTHIAS GEORG FRIEDRICH) * Niederweidbach (heute Ortsteil von Bischoffen, Lahn-Dill-Kreis) 5. Okt. 1845 | † Frankfurt/Main 4. Febr. 1923; Schullehrer und Dirigent
Da (wenigstens) Vater und beide Großväter Lehrer von Beruf waren, wird Wilhelm Schmidt kaum eine Wahl geblieben sein – seit 1864 war er in diesem Metier tätig, und im Juni 1875 wechselte er von Bornheim an die Bürgerschule (Souchay-Schule) in Frankfurt-Sachsenhausen, wo u. a. Carl Süss für einige Zeit sein Kollege war. 1914 beging er dort sein Goldenes Dienstjubiläum und wurde aus diesem Anlass von der preußischen Regierung mit der Verleihung des Roten Adlerordens geehrt. Neben seinen beruflichen Verpflichtungen war Schmidt als Dirigent tätig: Bereits im Januar 1874 hatte er Heinrich Adam Neeb als Leiter des Neeb’schen Männerchors abgelöst (sein Nachfolger wurde 1879 Casimir Freund), und seit 1888 dirigierte er den kurz zuvor gegründeten Kirchenchor der deutsch-reformierten Gemeinde in Frankfurt, bei dessen Konzerten auch Heinrich Gelhaar als Organist mitwirkte (1895 löste ihn August Hübner ab); schließlich übernahm er 1893 die Leitung des 1. Deutschen Radfahrer-Quartetts, der Gesangsabteilung des 1. Frankfurter Radfahrer-Vereins, die 1898 auf Peter Ginster überging. Dass der Name Wilhelm Schmidt erhebliche Verwechslungsgefahr mit sich bringt, sei nicht verschwiegen; jedenfalls ist „unser Mann“ nicht identisch mit dem beiden gleichnamigen Frankfurter Lehrern, die um 1895 bzw. um 1905 (der zweite sogar auch als Organist bezeichnet) in den Adressbüchern geführt werden, und ebenso ist er von den vielen Wilhelm Schmidts, die als Musiker andernorts lebten, sorgfältig zu unterscheiden – auch von jenem 1886 in der Nähe von Bernkastel-Kues geborenen Namensträger, der uns bei der Recherche begegnete und eindeutig in unser Beuteschema fällt; aber eins nach dem anderen …
Werke — Frühlingslied (Mch.; „Wenn der Frühling auf die Berge steigt“) op. 3, Frankfurt: Steyl & Thomas [1890] – um 1905 an Germann in Regensburg; D-B
Quellen — KB Breidenbach und Niederweidbach; Standesamtsregister Frankfurt <> Adressbücher Frankfurt <> Frankfurter Zeitung und Handelsblatt 6. März 1888 (2. Morgenblatt), 4. März 1889 (Abendbl.), 29. Febr. 1892 (Abendbl.), 17. Aug. 1914 <> MMB; Pazdírek
Axel Beer