eigentlich Hohmeyer
(1) Friedrich * Schlitz 12. März 1819 („Hohmeyer“) | † Darmstadt 25. Sept. 1859; Hofmusiker (Kontrabassist)
(2) (Johann Friedrich) Ludwig * Darmstadt 9. Mai 1875 („Hohmeyer“) | † Worms 4. März 1931; Enkel von (1), Musiklehrer und Musikschulleiter
(1) Noch zum Zeitpunkt seiner Eheschließung (Mai 1850) war Friedrich Hohmeyer, Sohn eines Alsfelder Schuhmachermeisters und als Kontrabassist Schüler August Müllers, Hofmusikaspirant in Darmstadt; zu Beginn des Jahres 1858 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Hofmusikus. Sein plötzlicher Tod erfolgte, „nachdem er noch gestern Abend gesund und munter seinen Dienst im Hoftheater gethan“ hatte (Bericht der Hoftheater- und Hofmusik-Direction, 26. Sept. 1859). Trauzeuge bei Hohmeiers Heirat mit der Darmstädter Schlosserstochter Louise Karoline geb. Feile [nicht „Toile“] (* Darmstadt 10. Juni 1819 | † nicht vor 1887) war der Hofmusiker Gottfried Anton. Beider Sohn (sowie Vater von (2)), der Photograph Franz (Christian) Hohmeier (* Darmstadt 13. Jan. [nicht 31. Jan.] 1853; Taufpate war der Hautboist im 2. Infanterie-Regiment Franz Christian Schüler (1819–1905)), lebte 1878 in Karlsruhe und wanderte 1883 nach Nordamerika aus; verheiratet war er seit 1875 mit Mariane geb. Beutel (* Darmstadt 2. Jan. 1849 | † nicht vor 1900), einer Tochter des Regimentsschneiders Johann Ludwig Beutel und dessen Ehefrau Margarethe Habermehl, über deren mögliche Zugehörigkeit zur gleichnamigen Darmstädter Musikerfamilie noch keine Gewissheit besteht. Über die Grenzen der Residenzstadt hinaus wurde Friedrich Hohmeiers Name in Fachkreisen bekannt, als es ihm gelang, nach „mannigfache[n] Versuche[n] […] und nach öfterer Ab- und Zugabe der dazu tauglichen Ingredienzen ein Colophonium für den Contrabaß zu Stande“ zu bringen. (August Müller in NZfM 1853).
Quellen und Referenzwerke — KB Schlitz; KB Darmstadt <> Personalakte Friedrich Hohmeyer (darin Bericht der Darmstädter Hoftheater- und Hofmusik-Direction an die Regierung; Darmstadt 26. Sept. 1859); D-DSsa (D 8, 38/8) <> Fallakte Franz Hohmeyer; D-DSsa <> August Müller, Colophonium für den Contrabaß, in: NZfM 13. Jan. 1853, S. 31 <> Eintrag Franz Hohmeier in: Leksykon Fotográfow (online)
(2) Ludwig Hohmeier (Sohn des unter (1) genannten Photographen), über dessen Ausbildung man angesichts der familiären Ausrichtung und des entsprechenden Beziehungsgeflechts nicht zu spekulieren braucht, lebte bis um 1900 als Musiklehrer in Darmstadt, bevor er sich im November 1903 (nach einen mehrmonatigen Aufenthalt zwischen Nov. 1902 und Apr. 1903 in Riga) in gleicher Funktion in Worms niederließ. 1904 begründete er dort eine zunächst unter dem Namen L. Hohmeiersches Musik-Institut figurierende Musikschule, die bis zu seinem Tod (und seit etwa 1910 als Wormser Musik-Akademie. Lehr-Institut für alle Zweige der Tonkunst) unter seiner Leitung bestand. Seit 1905 war Hohmeier mit der Darmstädter Werkmeisterstochter Susanne Elisabeth Gims (* Darmstadt 18. Sept. 1874 | † Worms 27. Apr. 1942) verheiratet; als Trauzeuge fungierte deren Bruder, der Darmstädter Hofmusiker Georg Gims (1872–1952).
Quellen — KB Darmstadt; Standesamtsregister Worms <> Adressbücher Darmstadt und Worms <> Programme und andere Quellen der Hohmeierschen Musikschule in Worms; D-WOsta (Abt. 204 Wormser Dokumentation, Nr. 02/27 und Nr. 24-06/4) <> Hohmeier Ludwig, Musikdirektor (biogr. Angaben); D-WOsta (Abt. 204, Nr. 56/06 Personen (Hi-J)) <> freundliche Auskünfte von Frau Margit Rinker-Olbrisch (Worms)
Abbildung: Eintrag im Wormser Adressbuch 1925
Axel Beer