weiler


WEILER, PETER (JAKOB) * Mainz 31. Aug. 1802 | † ebd. 28. März 1842; Steindrucker

Weiler, Sohn des Taglöhners Peter Georg Weiler, gehörte als Steindrucker einer zwar wichtigen, aber zugleich eher unsichtbaren Berufsgruppe im Musikverlagswesen an, die gerade deshalb auch im vorliegenden Lexikon vertreten ist. Er war in dieser Funktion seit 1819 für den Mainzer Schottverlag tätig, wo Johann (Friedrich) Haller (* Darmstadt 21. Apr. 1791 | † Mainz 28. Sept. 1855) und Philipp (Heinrich) Müller (* Oberems 19. Apr. 1793 | † Mainz 31. Aug. 1868) zu seinen Berufskollegen zählten. Im Jahr 1825 heiratete Weiler die Stieftochter seines Kollegen Müller – Margaretha geb. Roesch (* Mainz 28. Okt. 1807 | † ebd. 2. Juni 1842). Zu den Trauzeugen gehörten die Lithographen Wendel Wolf, Franz Steinbach und Stephan Eppenetter. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor – der älteste Sohn Wendel (auch Wendelin (II)) (* Mainz 14. Juni 1826 | † ebd. 16. Okt. 1889) lebte von ca. 1849 bis 1866 als Zigarrenhersteller in New York, bevor er wohlhabend nach Mainz zurückkehrte und sich dort als Herausgeber der Mainzer Humoristischen Blätter (1876–1886) und Autor mehrerer Possen und Gedichte insbesondere in Karnevalskreisen verdient und beliebt machte. Peter Weilers Bruder Wendelin (I) (* Mainz 4. Febr. 1808 | † ebd. 2. Sept. 1868), der Onkel (nicht Vetter, wie in der Literatur angegeben) des vorgenannten, war in seiner Freizeit ebenfalls als Dichter mit Lokalbezug tätig; seine Schriften sind zumeist ereignisbezogene Flugschriften, Festgedichte und Liedtexte wie etwa das Mainzer Trauerlied über die schreckliche Verheerung der Stadt und Bundesfestung Mainz durch die Pulver-Explosion am 18. November 1857 (D-MZs digital). Zudem war er Schreiber der von Friedrich Ludwig Dael von Köth-Wanscheid verfassten Antiquarische[n] Wanderungen in und um Mainz (Ms. [ca. 1855]; D-MZs digital) und Autor von Berichten in der Lokalpresse.

Quellen — Zivilstandsregister Mainz; Familienregister Mainz <> Adressbücher Mainz <> Briefe an Schott; D-Mbs <> Einträge im [Schott] Taglohn und Arbeiter Zalungs[!] Buch [1818–1822] und im Lohnbuch [1833–1834]; D-MZsch <> Nachlass Wendelin Weiler (II); D-MZs <> New York Census Records 1855 und Einbürgerungsurkunde Wendel Weiler (1859)

Referenzwerke und Literatur — Art. Wendelin Weiler [I], in: Joseph Kehrein, Biographisch-literarisches Lexikon der katholischen deutschen Dichter, Volks- und Jugendschriftsteller im 19. Jahrhundert, Bd. 2, Zürich u. a. 1871, S. 245f. <> Wendelin Weiler II, in: Clemens Kissel, Aus dem alten Mainz. Bilder und Erinnerungen aus der Vergangenheit, Mainz 1908, S. 150f., siehe außerdem S. 36f. (zu Wendelin (I))


Kristina Krämer

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