Wilhelm Ruhig
RUHIG, WILHELM * Liebenwerda 15. Jan. 1816 | † vor 1879; Militärmusiker, Musiklehrer
Wilhelm Ruhig, siebtes Kind des Bürgers und Weißbäckers Christian Gottfried Ruhig und seiner Ehefrau Maria Sophia geb. Bierrausch, einer Tochter des Liebenwerdaer Amtsmüllers, trat zu einem noch nicht bekannten Zeitpunkt – jedenfalls bis 1840 – als Hautboist in das in Koblenz stationierte 29. Infanterie-Regiment ein, dem er noch 1843 angehörte. Wenig später quittierte er den Dienst und arbeitete fortan als Musik- und Gesangslehrer in Koblenz, in den späten 1850er Jahren auch vorübergehend als Angestellter im Mädchenpensionat der Julie von Köttlitz. Um 1872 leitete er für kurze Zeit die Koblenzer Liedertafel. Ruhig war zu Anfang im Gebäude des Militärcasinos in Koblenz untergekommen, wo auch Anton Hasdenteufel, der Ökonom des Hauses und gleichzeitig Koblenzer Theaterkassierer, wohnte, dessen Sohn Anton jr. (* Koblenz 5. Febr. 1818) damals als Hautboistenkollege in der Regimentsmusik diente und dessen Tochter Elisabeth (* Koblenz 24. Apr. 1820) – wen wundert’s – 1840 Ehefrau Wilhelm Ruhigs wurde. Es besteht überdies kein Zweifel, dass jener Jubelius Gottfried Hasdenteufel (ca. 1731–1805), der seit 1762 als Trompeter in Ehrenbreitsteiner Hofdiensten stand, zum älteren Familienkreis der Gattin Wilhelm Ruhigs zählte. Maria Ruhig, die dem Koblenzer Adressbuch 1879 zufolge Klavierunterricht erteilte und mit ihrer inzwischen verwitweten Mutter Elisabeth eine Wohnung teilte, wird mit der am 9. Febr. 1856 in Koblenz geborenen Tochter von Elisabeth und Wilhelm Ruhig identisch sein.
Werke — Cotillon über Themen beliebter Opern (Kl.), Koblenz: Falckenberg [1852/53] <> Erinnerung an Coblenz. Walzer (Kl.); D-B (Ms.), s. RISM ID 452502827 <>
Quellen — KB Liebenwerda; KB Koblenz (Militär bzw. Liebfrauen); KB Ehrenbreitstein (Heilig Geist) <> Adressbücher Koblenz <> MMB
Literatur — Bereths 1964
Axel Beer