Heinrich Becker


BECKER, HEINRICH (OTTO WILHELM) * Güstrow 22. Sept. 1837 | † Wiesbaden 10. Dez. 1915; Violaspieler, Musiklehrer

Der Schuhmacherssohn Heinrich Becker, über dessen musikalische Ausbildung wir vorläufig nichts wissen, ließ sich 1865 in Wiesbaden nieder, wurde zum 1. Nov. 1865 in die herzoglich Nassauische Hoftheaterkapelle als Violaspieler aufgenommen und 1871 zum königlichen Kammermusiker ernannt. Aus gesundheitlichen Gründen gab er seine Stellung wenig später auf und konzentrierte sich auf seine Arbeit als Klavier- und Gesangslehrer in Wiesbaden, die er bereits 1869 aufgenommen hatte. 1873 eröffnete er die Becker’sche Musikschule (auch: Becker’sches Konservatorium), die neben dem etwa gleichzeitig errichteten Konservatorium Wilhelm Feudenbergs als führende Einrichtung der Art über etliche Jahrzehnte hinweg Anerkennung fand und der Becker noch bis wenige Monate vor seinem Tod vorstand. Gelegentlich trat Becker auch als Dirigent eines des vielen Männergesangvereine der Stadt in Erscheinung. Dagegen ist Becker nicht identisch mit dem gleichnamigen Herausgeber der „Flugblätter“ Frankfurter Musik (1865). Verheiratet war er mit Susanne Elisabeth geb. Kreuter aus Stromberg bei Bad Kreuznach.

Werke — Dass Becker sich als „Komponist […] mit gutem Erfolge betätigte“, erfährt man aus einer Würdigung aus Anlass seines 50. Künstlerjubiläums (Wiesbadener Zeitung 24. Okt. 1915); eine belastbare Zuordnung in Frage kommender (überlieferter bzw. dokumentierter) Werke war bislang aufgrund der Häufigkeit des Namens nicht möglich. Wahrscheinlich stammen aus seiner Feder: Dämmerglocken (4st. Mch.) op. 9, Darmstadt: Thies Nachf. [1911]; D-B <> Gott schütze dich, lieb Mütterlein (4st. Mch.) op. 10, ebd. [1911]; D-B

Quellen — KB Güstrow; Standesamtergister Wiesbaden <> Fallakte; D-WIhha <> Adressbücher Wiesbaden <> Wiesbadener Tagblatt 5. Jan. 1869, 4. Okt. 1869, 6. Mai 1870, 23. Juni 1873, 20. Okt. 1877 und passim; Wiesbadener Neueste Nachrichten 29. Sept. 1913 u. ö.; Wiesbadener Zeitung 24. Okt. 1915 („Sein fünfzigjähriges Künstlerjubiläum feiert […] Heinrich Becker“)

Abbildung: Anzeige der Becker’schen Musikschule; Wiesbadener Tagblatt 20. Okt. 1877 (Beilage)


Axel Beer