(auch Steichleder)
(1) Johann(es) Georg („Hans Georg“, „Jörg“) * Ort unbekannt („außm Franckenland“); wohl nicht nach 1655 | † Mainz nach 1714; Organist und Orgelbauer
(2) Stephan Georg † Heidelberg 1707; Sohn von (1), Organist und Orgelbauer
Hans Georg Steigleder (1) („außm Franckenland“; KB Frankfurt 1682 im Begräbniseintrag für sein „Söhnlein Jeremias“) ist ab 1675 als Organist („Organoedus“; KB Frankfurt St. Bartholomäus im Taufeintrag für seine älteste Tochter Rosina Margaretha) in Frankfurt/M. und später auch als Orgelbauer am Mittelrhein bis hin nach Miltenberg nachweisbar; er wurde aber auch 1697 aus Speyer für eine Orgel für die dortige Friedhofskapelle angefragt. Seine erste Frau Catharina Elisabeth starb 1689, seine zweite Anna Maria 1705; nach dem Tod seiner dritten Frau Maria Ursula (mit 27 Jahren beerdigt am 3. Nov. 1708 in Sachsenhausen) heiratete er am 4. Jan. 1709 in Mainz die Witwe des Glockengießers David Roth, Maria Barbara geb. Resch. Sein Sohn Stephan Georg (2) diente ab 1702 als Organist an Hl. Geist in Heidelberg und wurde 1707 „boshafter weiß“ (Fischer/Wohnhaas 1994) erschossen. Inwiefern eine Verwandtschaft zur in Stuttgart ansässigen Organistenfamilie Steigleder um Utz († 1581), Adam (1561–1633) und Johann Ulrich Steigleder (1593–1635) besteht, ist unklar.
Werke — 1691 Flörsheim; 1809 durch ein Instrument ersetzt, das Johann Jacob Dahm 1709 für das Frankfurter Karmeliterkloster gebaut hatte <> 1692 Flonheim (ev.), spätestens 1725 ersetzt <> 1693 Frankfurt, St. Leonhard (I/P/10) <> 1693/94 Mainz, St. Quintin (Reparatur) <> 1694 Mainz, Karmeliterkirche (Neubau oder Reparatur), nach 1711 ersetzt <> 1695 Nastätten (ev.) (I/P/9), 1732 ersetzt durch die Orgel der benachbarten kath. Kirche <> 1695 Nastätten (I/P/9); 1732 in die ev. Kirche transloziert und nach einer Reihe von Umbauten und Reparaturen 1858 ersetzt durch ein Instrument von Christian Friedrich Voigt (Igstadt) <> 1696 Ilbenstadt, Prämonstratenserkirche (Umbau) <> 1697 Wörth am Main, St. Wolfgang; 1702 ersetzt durch ein Instrument von Johann Jost Schleich (Lohr am Main) <> 1700 Dietzenbach (I/P/7), 1754 ersetzt <> 1713/14 Aschaffenburg, Mariä Heimsuchung („Sandkirche“), 1929 durch einen Neubau von Willibald Siemann im historischen Prospekt ersetzt; seit 2016 birgt das Gehäuse eine Orgel von Karl Göckel (Mühlhausen-Rettigheim).
Quellen — KB Frankfurt (ev. sowie St. Bartholomäus) <> KB Mainz
Literatur — Bösken 1967 <> Bösken 1975 <> Bösken/Fischer 1988 <> Gero Kaleschke, Der Orgelbau in der Pfalz, in: Beiträge zur Orgelgeschichte im ehemals kurrheinischen Reichskreis und seinen Nachfolgestaaten, hrsg. von Friedrich W. Riedel, Mainz 1992 (Die Orgel als sakrales Kunstwerk Bd. 1), S. 88–114 <> Fischer/Wohnhaas 1994.
Abbildung: Die Göckel-Orgel der Sandkirche in Aschaffenburg, Gehäuse von Hans Georg Steigleder. Foto: Nomygon (Wikimedia Commons)
Birger Petersen