SCHÖNHALS, (PHILIPP) ALBERT * Frankfurt/M. 6. Nov. 1872 | † ebd. 2. Nov. 1928; Friseur, Berufsfachlehrer, Chorsänger
Da sage noch einer, dergleichen gäbe es nur in Italien! Mit Albert Schönhals begegnet uns erneut – nach Julius Sturm – ein sangeskundiger mittelrheinischer, genauer: Frankfurter, Friseur; Einzelheiten zu seiner musikalischen Ausbildung sind nicht überliefert, aber da seine Mutter Susanne (1845–1907; Ehefrau des Schuhmachermeisters Jakob Schönhals aus Hahnheim bei Zornheim) eine Nichte der Musiker Philipp und Jakob Worret war, bleibt kein Zweifel, aus welcher familiären Ecke das Talent übergesprungen ist. Neben seinem Hauptberuf hatte Albert Schönhals in den Jahren 1903 bis 1918 den Vorsitz des Specht’schen Männerchors in Frankfurt inne – nicht verwunderlich, denn der Chorleiter und -gründer Carl Specht war seit Schönhals’ Eheschließung (1898) mit dessen Schwester Johanna Maria (* Kassel 25. Apr. 1873 | † Frankfurt/M. 7. Nov. 1946) sein Schwager. Zumindest einmal ließ Schönhals sich sogar zum Komponieren hinreißen, und man wird annehmen dürfen, dass er sich seine „Soloscene“ dezidiert auf den Leib schrieb und immer wieder gerne vortrug. Ansonsten war er über etliche Jahre hinweg Vorsitzender der Prüfungskommission seiner Innung sowie Berufsschullehrer; außerdem betrieb er seit Ende des I. Weltkriegs eine private Damenfriseur- und Haararbeitenschule.
Werke — Der alte Lebemann. Soloscene mit Pianoforte („Vor ein paar Jährchen war ich noch“), Frankfurt: Süddeutscher Musikverlag (Fritz Baselt) [1898]
Quellen — KB und Zivilstandsregister Frankfurt und Rodheim vor der Höhe <> Adressbücher Frankfurt <> Sachakte Damenfriseur- und Haararbeitenschule Schönhals (1919–1928); D-Fsa
Axel Beer