(1) Johann Lorenz get. Oesterbehringen (Ortsteil von Hörselberg-Hainich, Thüringen) 21. Okt. 1686 | † Frankfurt/M. 25. Okt. 1760; Bruder von (2), Buchbinder, Kapellmusiker und Stadttrompeter
(2) Johann Matthäus (nicht Matthias) * Oesterbehringen 1. Mai 1701 | † Frankfurt/M. 26. Apr. 1761; Bruder von (1), Organist
(1) Johann Lorenz Albrecht, erster Sohn des gleichnamigen Schulmeisters und Organisten in Oesterbehringen, der 1686 die Ehe mit Susanna Lämmerhirt, ihrerseits sehr wahrscheinlich eine nahe Verwandte der Mutter Johann Sebastian Bachs, geschlossen hatte, heiratete 1709 in Frankfurt als (noch) in Eisenach lebender Buchbinder Susanna Catharina (ca. 1685–1738), eine Tochter des Bürgers, Musikanten und Türmers (auch als Nachtwächter bezeichnet) an St. Katharinen, Johann Hartmann Grabstein (* verm. Friedberg gegen 1660 | † Frankfurt 1711). 1712 erlangte er (inzwischen als Musikant bezeichnet) das Frankfurter Bürgerrecht, nachdem er zumindest zeitweise den Türmerdienst von seinem verstorbenen Schwiegervater übernommen haben wird; 1721 war er „Violino Grosso“-Spieler der Kapelle der Barfüßer- und Katharinen-Kapelle, und seit den frühen 1730er Jahren bewarb er sich letztlich erfolgreich um die Stelle des Stadttrompeters – als Trompeter gehörte er noch 1755 der Frankfurter Kapelle an. – Eine (nähere) Verwandtschaft mit dem gleichnamigen Musikschriftsteller und Kantor (1732–1768) im thüringischen Mühlhausen liegt offenbar nicht vor.
(2) Dass Johann Matthäus Albrecht (als junger Mann, der sicherlich zunächst die Unterweisung seines Vaters genossen hatte) auch Schüler des Sachsen-Gothaischen Hofkapelldirektors Christian Friedrich Witt (1665–1717) war, berichtet Ernst Ludwig Gerber, der offenbar über belastbare Informationen verfügte; der Lexikograph hatte gleichfalls Kenntnis von einem Aufenthalt in Frankreich, wo Albrecht „mehrere berühmte Meister dieses Landes zu hören und sich nach ihnen […] zu bilden“ Gelegenheit fand, bevor er sich in Frankfurt niederließ. 1723 erfolgten seine Aufnahme in die Bürgerschaft wie auch die Eheschließung mit Anna Catharina geb. Stumpf (1704–1767), der Tochter des Bürgers, Musikers und Türmers an St. Katharinen Gerhard Stumpf (1677–1746); ein Jahr später wurde er zum Organisten an der Katharinen- und wenig später auch (und zwar als Nachfolger Andreas Gellingers) an der Barfüßerkirche bestellt. Nach dem Tod seines Schwiegervaters (1746) bewarb er sich zusätzlich um den Dienst auf dem Pfarrturm von St. Katharinen. Matthäus Albrecht war es auch, bei dem in den 1730er und 1740er Jahren die Eintrittskarten für die Liebhaberkonzerte zu bekommen waren.
Werke — Noch einmal sei, obwohl wir noch nicht wissen, welcher Quelle er sein Wissen entnahm, Gerber zitiert: „Von seiner Arbeit ist zwar nichts gedruckt, doch sind verschiedene Klavierconzerte mit Begleitung mit Beyfalle von ihm bekannt.“
Quellen und Referenzwerke — KB Frankfurt und Oesterbehringen <> Bürgerbücher und Senatssupplikationen; D-Fsa <> Gerber ATL (Art. Albrecht (Johann Matthäus)) <> Israel 1876 <> EitnerQ
Literatur — Valentin 1906 <> Ann Barbara Kersting-Meuleman, Die Musik an der Barfüßer- und Paulskirche, in: Von der Barfüßerkirche zur Paulskirche. Beiträge zur Frankfurter Stadt- und Kirchengeschichte, hrsg. von Roman Fischer, Frankfurt 2000 (Studien zur Frankfurter Geschichte 44), S. 343–378
Axel Beer