dahm

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dahm [2018/09/08 21:04] (aktuell)
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 +**DAHM, JOHANN JACOB** * Kempenich/Eifel um 1658 | † Mainz 7. Juli 1727; Orgelbauer
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 +Die Orte der Ausbildung von Johann Dahm sind unbekannt. Vor oder um 1680 kam er als Geselle nach Würzburg, wurde 1688 als Bürger aufgenommen und wohnte außergewöhnlich vornehm in Kanonikatshäusern des Neumünsterstifts, was auf eine selbstständige Tätigkeit hinweist. Bekannt ist aus dieser Zeit allerdings nur eine Orgel in Hopferstadt (1695). 1698 wurde Dahm in Mainz als Bürger und in die Goldschmiedezunft aufgenommen; 1705 ist seine Stellung als domkapitelscher Orgelmacher erstmals bezeugt. Anton Ignaz →Will folgte Dahm 1708 nach Mainz und wurde 1714 vom Domkapitel mit der Orgelaufsicht betraut. Dahm und Will teilten sich wahrscheinlich ihr Arbeitsgebiet: Letzterer arbeitete meist südlich von Mainz bis nach Speyer, Dahm hingegen in Mainz und Umgebung, im Rheingau und bis zu den Stiftskirchen an der Lahn. – Dahm baute Orgeln von beachtlicher Größe bis zu drei Manualen mit Rückpositiv und Echowerk, das er relativ früh anwendete. Die Prospekte zeigen mainfränkischen Charakter, häufig mit überzinnten hölzernen Prospektpfeifen in den Seitenharfen. In der Registerzahl den vergleichbaren mainfränkischen Werken überlegen, zeigen sie auch in der Dispositionsweise schon den mittelrheinischen Charakter: Das Hauptwerk mit – außer Quint 3' – lückenlosem Principalchor und vielfarbenem Unterbau aus Gedackten und Streichern mit Cornett, Sesquialter und Trompete, das Positiv auf Principal 4'-Basis entsprechend oktavversetzt mit Gedackten bzw. Flöten zu 8', 4' und 2' neben dem Krummhorn.
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 +**Werke** (Z = Zuschreibung) — 1695 Hopferstadt <> 1700 Mainz, St. Sebastian (Z) <> 1702 Mainz, Dom Nordchorette (III/34, bis 1928 erhalten) <> Rauenthal (I/11) <> 1704 Monreal (I/12 verändert erhalten) <> 1705 Mainz, Kloster Jakobsberg (Z) <> 1706 Tiefenthal, Zisterzienserinnen (I/10) <> um 1707 Mainz, Liebfrauenstift <> 1709 Eberbach, Zisterzienser (III/34, in Wiesbaden verbrannt) <> Marienhausen, Zisterzienserinnen <> 1710 Frankfurt <> Karmeliter (II/22, verändert in Flörsheim erhalten) <> 1711 Weilburg, ev. Schlosskirche (II/23, Prospekt erhalten) <> 1712 Dietkirchen, Stiftskirche (I/13, Prospekt erhalten) <> 1715 Mombach, kath. St. Nikolaus (I/8) <> vor 1718 Mainz, Weißfrauen (I/12, in Strinz Margarethä ev. erhalten) <> Mainz, Dahlheimer Kloster (Z) <> 1720 Mainz, Agnetenkloster (Z, bis 1904 in Gonsenheim erhalten) <> 1721 Mainz, St. Emmeram, Mommenheim (I/12, Z) <> Mainz, Reichklara (Z)
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 +**Literatur** — Gottron 1959 <> Franz Bösken, //Der mittelrheinische Orgelbau zur Zeit des Aufenthaltes Joseph Gablers in Mainz//, in: //Der Barock, seine Orgeln und seine Musik in Oberschwaben//, hrsg. von Walter Supper, Berlin-Darmstadt 1952, S. 78–81 <> ders., Art. //Dahm//, in: MGG1 <> Fischer/Wohnhaas 1994
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 +Hermann Fischer
  
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