RESCH, CHRISTIAN (XAVER) * München 18. Juni 1854 | † nicht vor 1910; Instrumentenmacher
Als Sohn eines Münchner Bierwirts wird Christian Resch in die Lebenswelt des Zitherspiels hineingewachsen sein. Über seinen sonstigen Werdegang wissen wir nichts; wahrscheinlich erhielt er in seiner Heimatstadt eine gründliche Ausbildung als Saiten-Instrumentenmacher, die ihm den ambitionierten Schritt nahelegte, sich bereits 1877 in Frankfurt niederzulassen: Hier heiratete er im Mai des Jahres die Skribententochter Anna Maria geb. Ullmann, und im Adressbuch des Jahres 1878 finden wir eine beachtlich dimensionierte Anzeige, die auf sein umfangreiches Musikinstrumenten- und Zubehörlager sowie auf Reparaturarbeiten von Saiten-Instrumenten, die Resch „prompt und gewissenhaft“ auszuführen versprach, hinweist. Bei der Kunst- und Gewerbeausstellung im Sommer 1880 in Düsseldorf war Resch mit „Zithern, Guitarren, Violinen und Saiten“ vertreten (Generalanzeiger für Düsseldorf 18. Juli 1880) und präsentierte ein Jahr später bei der Frankfurter Patent- und Musterschutz-Ausstellung „in einem eleganten Glasgehäuse eine reiche Auswahl von Zithern“, wobei die „für die Praxis sehr annehmbare Neuerung“ einer „zusammenlegbaren Zither“ in der Fachwelt offenbar besonders begrüßt wurde (Zeitschrift für Instrumentenbau 15. Aug. 1881) – man darf annehmen, dass Philipp Grasmann an der Idee und ihrer Umsetzung nicht unbeteiligt war. Wenig später wird es rätselhaft still um Christian Resch, dessen Ehefrau denn seit 1886 als Schneiderin im Frankfurter Adressbuch figuriert und alsbald zusätzlich mit einer „Maskenanz[ug]-Verl[eih]-Anst[alt]“ dem Publikum ihre Dienste anbot – der Name ihres Mannes taucht erst wieder im Jahre 1890 auf, als das Paar sich mit zwei (1878 und 1880 geborenen) Söhnen über Hamburg auf dem Weg nach New York machte. Noch 1900 lebten sie in einer Kleinstadt in Wisconsin (Christian als „Farmer“), und vermutlich sind es ebenfalls unsere Reschs, die zehn Jahre später in Milwaukee ansässig waren. Während die Söhne in den Vereinigten Staaten blieben, kehrte Anna Maria Resch – vielleicht nicht lange nach dem Tod ihres Manns – nach Frankfurt zurück, wo sie am 12. März 1930 79jährig im noch heute bestehenden Frankfurter Versorgungshaus und Wiesenhüttenstift starb; es ist seltsam, dass die Sterbeurkunde „Familienstand unbekannt“ vermerkt, wie überhaupt der Lebensweg Christian und Anna Maria Reschs einige Rätsel aufgibt.
Quellen — Standesamtsregister Frankfurt <> Adressbücher Frankfurt <> Hamburger Passagierliste 1890 <> US Census Record Halsey (Wisconsin) 1900; US Census Record Milwaukee 1910 <> Generalanzeiger für Düsseldorf und Umgebung 18. Juli 1880; Zeitschrift für Instrumentenbau (Leipzig) 1. Nov. 1880, 1. Juni 1881, 15. Aug. 1881
Abbildung: Anzeige im Frankfurter Adressbuch 1878
Axel Beer