Reinhold Poppe


POPPE, (FRIEDRICH ERNST) REINHOLD * Scheiditz (Amt (Stadt-)Roda, Sachsen-Altenburg, heute Thüringen) 16. Febr. 1847 | † Mainz 27. Nov. 1937; Schreiner, Instrumentenmacher

Aufgrund der geographischen Nähe zum Wohn- und Wirkungsort der Orgelbauerfamilie →Poppe aus Roda (mit um 1890 eingerichtetem Filialbetrieb in Rheinsheim (Baden), später verlegt nach Knittelsheim und Offenbach an der Quaich) ist weitläufige Verwandtschaft Poppes mit derselben anzunehmen, aber nicht konkret belegbar. Als Sohn des Scheiditzer Schreinermeisters Karl Anton Heinrich Poppe und seiner Ehefrau Johanne Therese, geb. Schwarze, ergriff er zunächst den Beruf seines Vaters. Ab 1869 ist er im Rahmen einiger Geldgeschäfte in Mainz nachweisbar, wo er sich als Schreiner verdingte. 1872 heiratete Poppe in Bischofsheim (Starkenburg, Hessen-Darmstadt) Anna Maria Holtz (geschiedene Egert); unter den Trauzeugen findet sich ein Schreiner namens Joseph Schunk, der mit der Berufsbezeichnung Musiker wenig später auch die Geburt von Poppes Tochter Luise Johanna Theresia (1873–1948, 1919 in Alsheim, Kr. Worms, verehelicht mit Konrad Kaiser III.) zivilamtlich bezeugte.

Darüber, ob Poppe sich das Handwerk des Geigenbauers selbst angeeignet oder in der Werkstatt eines in Mainz ansässigen Meisters erlernt hat, kann nur spekuliert werden. Ab 1884 jedenfalls verzeichnen die Mainzer Adressbücher ihn als Instrumentenmacher. 1903 schloss er in Mainz mit der Köchin Babette Hanf (1887–1936), Tochter des zuletzt in Burghaslach (Mittelfranken) lebenden und dort 1895 verstorbenen Schneiders und Musikers Johann Hanf und seiner Ehefrau Henriette Sternecker, seine zweite Ehe. Wie lange er danach noch als Instrumentenbauer tätig war, ist unbekannt.

Instrumente — Poppe produzierte Blechblas- und Saiteninstrumente. Konkret nachweisbar ist nur eine Geige, datiert Mainz 1896 (siehe Abb.); Verbleib unbekannt

Quellen und Referenzwerke — KB Bischofsheim <> Zivilregister Mainz (Geburt der Tochter 1873) <> Personenstandsregister Mainz (Heiratsurkunde 1903, Sterbeurkunde), Worms (Sterbeurkunde der Tochter 1948) <> August Schiebe, Lehrbuch der Contorwissenschaft, neu hrsg. von Carl Gustav Odermann, Leipzig 91869, S. 329, 361f., 482 <> Adressbücher Mainz 1874–1888 <> Leuchs Adressbuch aller Länder der Erde, Bd. 4: Provinz Hessen-Nassau, Großherzogthum Hessen-Darmstadt, Fürstenthum Waldeck, Ausgabe 1890–1893, S. 154b <> Adressbuch Großherzogtum Hessen 1906 <> Lütgendorff 31922, Bd. 2, S. 392

Abbildung: Nachweis des einzigen bekannten Instruments Poppes (Lütgendorff 1922, Bd. 2, S. 392)


Bernd Krause