====Karl August Zwicker==== \\ **ZWICKER, KARL AUGUST** * Pirna 1817 | † Halberstadt 28. März 1883; Dirigent Der Steuereinnehmerssohn Zwicker nahm während seines Philosophie-Studiums ab 1837 an der Universität Leipzig möglicherweise Musikunterricht bei Carl Ferdinand Becker und Moritz Hauptmann. Er begann seine Karriere mit Tätigkeiten als Musikdirektor an den Theatern in Köthen (1843/44), Halle (1844–46), Düsseldorf/Elberfeld (1846/47) und Frankfurt/O. (1849/50). 1849 scheiterte seine Bewerbung als Musikdirektor am Hoftheater in Dresden, obwohl [[schindelmeisser|Louis Schindelmeisser]] diese Stelle abgelehnt hatte. Da er glaubte, Wilhelm Fischer werde seine Musikdirektorstelle in Kassel aufgeben, sandte er 1850 aus Reisewitz bei Dresden eine Initiativbewerbung an [[spohr|Louis Spohr]]. Nach Kapellmeisterstellen in Köln (1850/51), Zürich (1851/52) und Regensburg (1852/53) wirkte er 1853–1857 am Theater in Mainz unter den Kapellmeistern [[reiss|Carl Reiss]] bzw. [[thomas|Johann Georg Thomas]] als Musikdirektor. Anschließend folgten Engagements in Heidelberg (1857–1859) und Rostock (1859/60). Nach seiner Mainzer Zeit hatte seine zweite Anstellung in Regensburg die längste Dauer (1861–1864). Dort dirigierte er auch den //Musikverein//. Zu Ende dieser Anstellung bemühte er sich erfolglos um den Chorleiterposten der Mainzer //Liedertafel// und setzte seine Kapellmeistertätigkeit an den Theatern von Augsburg (1864/65), wieder Düsseldorf (1865/66), Gotha (1870/71), Olmütz (1871/1872), Salzburg (1872/73), Detmold (1874/75), Kiel (1875–1877), Aachen (1877/78), Danzig (1879/80) und Jena (1881/82) fort. In Halberstadt zog Zwicker sich „durch einen Fall eine innere Verletzung zu, dirigirte an dem Abend noch den ,Bettelstudent‘, mußte aber dann aus dem Theater getragen werden“ und verstarb (//Wiener Theater-Chronik// 11. Apr. 1883). **Werke** — Bei den Preisausschreiben der //Deutschen Tonhalle// der Jahre 1847 bzw. 1855 wurde eine Ouvertüre von Zwicker in Freiburg „besonders belobt“ (//Monatsschrift für Dramatik, Theater, Musik// März 1847) und eine Sinfonie des damals in Mainz tätigen Zwicker gleichfalls „belobt“ (//Süddeutsche Musikzeitung// 24. Dez. 1855; UA Mainz 22. Febr. 1856) <> //6 Lieder// (Sst., Kl.; belegt in einem Brief an Robert Schumann, 25. Juni 1838) <> //Gruß an den Frühling// (Sst., Chor, Orch.; belegt in //Mainzer Anzeiger// 22. Febr. 1856) <> Schauspielmusik zu //Ein Traum, ein Leben// von Franz Grillparzer (Kritik in //Mainzer Anzeiger// 11. Juni 1856) <> Die //Niederrheinische Musik-Zeitung// erwähnt außerdem „ein sinniges Duo für Clavier und Violine neben mehreren reizenden Kleinigkeiten eine originel gedachte //Missa// für Männerchor“ (7. März 1863). **Quellen** — Zwei Briefe von Zwicker an Robert Schumann 1838 und 1843 in: //Schumann-Briefedition// Bd. 2.19; Brief an Louis Spohr 1850 (s. [[https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1850060842|Spohr-Briefe]]); Brief an die //Liedertafel// Mainz, D-B ([[http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00026B6600000000|digital]]) <> Matrikel Universität Leipzig <> //Almanach für Freunde der Schauspielkunst// 1845–1876 <> //Deutscher Bühnen-Almanach// 1855–1884 <> //Mainzer Anzeiger// 22. Febr. 1856, 11. Juni 1856; //Allgemeine Theater-Chronik// 9. Febr. 1846; //Berliner Musikzeitung// 6. Sept. 1854, 29. Aug. 1855; //Süddeutsche Musik-Zeitung// 24. Dez. 1855, 24. Nov. 1862, 16. Febr. 1863; //Helvetia// Dez. 1852; //Niederrheinische Musik-Zeitung// 7. März 1863; //Leipziger Zeitung// 19. Okt. 1868; //Süddeutsche Theater-Zeitung// 16. März 1880; //Wiener Theater-Chronik// 11. Apr. 1883 **Literatur** — Ekaterina Smyka, Einführung zu //Robert Schumann im Briefwechsel mit Karl August Zwicker//, in: //Schumann-Briefedition// Bd. 2.19, Köln 2018 ---- Karl Traugott Goldbach