==== Heinrich Weimar ==== \\ **WEIMAR, (JOHANN) HEINRICH** * Bornheim (Frankfurt/M.) 17. Jan. 1844 | † Niedernhausen (Taunus) 7. März 1918; Klavierlehrer, Musikschriftsteller {{ :weimar.jpg?nolink&350|}} Seit 1868 ist Weimar, Sohn eines Schneiders, als Klavierlehrer in Frankfurt greifbar. In diesem Jahr heiratete er die aus einer musikalischen Familie stammende Anna Mathilde geb. Renner (* Schönau bei Heidelberg 2. Juni 1844 | † Frankfurt/M. 8. März 1930). Sie selbst war als Gesanglehrerin (u. a. 1889–1892 am Raff-Konservatorium) tätig, ihre Brüder waren der Violinist im Theaterorchester Friedrich Emil († 1883) und der Klavierbauer bzw. -stimmer Adolf († 1906). Um 1869/1870 wirkte Weimar als Organist der Deutsch-Katholischen Gemeinde und gründete den dort angegliederten //Weimar’schen Verein für gemischten Gesang//, dessen Leitung [[sachsc|Christian Sachs]] 1872 übernahm, woraufhin eine Umbenennung in //Sachs’scher Verein// erfolgte. Von 1874 bis 1877 erteilte Weimar Klavierunterricht an der Frankfurter Musikschule und gehörte (1877/78) dem Vorstand des //Tonkünstlervereins Leyerkasten// an. Außerdem arbeitete er mit [[andre|André]] in Offenbach zusammen, der neben Liedern und Bearbeitungen auch ein Lehrwerk und Aufsätze Weimars veröffentlichte. Nachdem Weimars Ehe 1879 geschieden worden war, heiratete er im selben Jahr erneut – die Privatierstochter Adele Dietz, von der er sich bereits 1886 scheiden ließ. Bis 1881 lebte er als Musiklehrer in Frankfurt und übersiedelte anschließend nach Mainz, wo er diese Tätigkeit fortsetzte: In Adressbüchern 1885–1887, 1889 ist unter seinem Namen ein Musikinstitut genannt; anschließend gehörte er dem Kollegium des [[schumacher|Schumacher]]-Konservatoriums an und fungierte neben [[volbach|Fritz Volbach]] als künstlerischer Beirat desselben. Zeitweise (1888–1889) hatte er außerdem die Leitung des Evangelischen Kirchengesangvereins inne. Zum Zeitpunkt seines Todes war Weimar als Tonkünstler in Niedernhausen (Taunus) wohnhaft. **Werke** — __Kompositionen__: //Drei Lieder// („Es hat die Rose sich beklagt“, „Derweil ich schlafend lag“, „Wenn der Frühling auf die Berge steigt“; Sst., Kl.) op. 1, Offenbach: André [1877]; D-OF <> //Drei Lieder// („Der Frühling sprach zu mir“, „Auf eines Berges Gipfel“, „In dem Dornbusch blüht ein Röslein“; Sst., Kl.) op. 2, ebd. [1877]; D-OF (auch Stichvorlage) <> //Dank für das Glück ihrer Liebe (An Nante)// (Sst., Kl.) op. 3, ebd. [1877]; D-OF (auch Stichvorlage) <> //Marie// (Sst., Kl.) op. 4, ebd. [1878]; D-OF <> __Bearbeitungen__ (für Kl.): Georg Friedrich Händel, //Menuett// aus //Samson// („zum Concertvortrage übertragen“), Offenbach: André [1881]; D-OF <> Johann Sebastian Bach, //Gavotte// aus der Violinsonate Nr. 6, ebd. [1882]; D-OF <> Ludwig van Beethoven, //Allegretto// aus der Sinfonie Nr. 8, ebd. [1882]; D-OF <> Luigi Boccherini, //Menuett// aus dem Streichquintett Nr. 11, ebd. [1882]; D-OF <> Joseph Haydn, //Largo// aus der Sinfonie Nr. 14, ebd. [1882]; D-OF <> Wolfgang Amadeus Mozart, //Menuetto// aus der Sinfonie Nr. 40, ebd. [1882]; D-OF <> [[schmidtf1|Hans Schmidt-Lux]]: //Hochzeit im Walde. Kantate// (KlA.), Leipzig: Breitkopf & Härtel [1900]; ehemals D-B, D-MZs <> __Schriften__: //Die alte und die neue Klaviatur//[,] //von einem Altklaviaturisten// (//Harmonie// Nrn. 13–14, 1875; Erwiderungen von Albert Hahn und E. Sachs in Nrn. 17–19) <> //Die Verkörperung der (Neu-)Theorie; mein letztes Wort// (ebd. Nrn. 20–21, 1875; Erwiderungen von H. J. Vincent in Nr. 23 und von Albert Hahn in Nr. 1–2, 1876) <> //Unpersönlich-Persönliches// (ebd. Nr. 7, 1876; Erwiderung von M. E. Sachs in Nr. 11) <> //Verschiedenheit der Anschauungen// (ebd. Nrn. 14–15, 1876) <> //Neue Erkenntniss oder alter Irrthum// (//Deutsche Musiker-Zeitung// Nr. 39, 1880; Berichtigung und Nachtrag in Nr. 42) <> //Tonart oder Klangart// (ebd. Nr. 49, 1880) <> //Ueber Bayreuther Briefe von reinen Thoren// (ebd. Nr. 35, 1882) <> //Die Händelfeier//, in: //Mainzer Anzeiger// 20. Juli 1895 (4. Blatt), 22. Juli 1895 (2. Bl.), 23. Juli 1895 (2. Bl.), 24. Juli 1895 (2. Bl. u. d. T. //Händelfeier-Nachklänge//) <> //Wagner in Frankfurt. Jugenderinnerungen//, in: //Mainzer Anzeiger// 4. Sept. 1895 (2. Bl.), 5. Sept. 1895 (2. Bl.), 7. Sept. 1895 (3. Blatt), 9. Sept. 1895 (2. Bl.), 11. Sept. 1895 (2. Bl.) <> //Die Händelfeste in Mainz//, in: //Mainzer Anzeiger// 19. Juli 1897 (2. Bl.) <> __Theoretische Werke__: //Die Berechtigung der [[wagnerr|R. Wagner]]’schen Musik. Eine kritische Studie//, Frankfurt: F. Boselli 1880 (Separatausgabe aus der //Kleinen Chronik//); D-B, D-Bhm, D-Mbs, D-Tu <> //Gebahnter Weg zukünftiger Künstlerschaft. Versuch einer organischen Methode des klassischen Klavierspiels, zum Gebrauch für Konservatorien und Lehranstalten, sowie zum Selbstunterricht//, Offenbach: André 1880 (Bespr. AmZ 13. Juli 1881); D-OF **Quellen und Referenzwerke** — KB und Personenstandsregister Frankfurt; Personenstandsregister Niedernhausen <> Adressbücher Frankfurt und Mainz <> MMB <> Kat. André 1900 <> //Harmonie// (Offenbach) (s. Schriften); //Deutsche Musiker-Zeitung// (Berlin) (s. Schriften); AmZ 13. Juli 1881; //Mainzer Anzeiger// 1. Jan. 1895, 4. Jan. 1896; //Neuester Anzeiger// (Mainz) 2. Jan. 1897, 3. Jan. 1898 Abbildung: Titelseite der //Drei Lieder// op. 2; D-OF ---- Kristina Krämer