==== Gustav Maerz ==== \\ **MAERZ (auch März), (JOSEF) GUSTAV** * Mittelbiberach 19. Apr. 1882 | † Biberach an der Riß 3. Febr. 1958; Musik- und Gesangslehrer, Dirigent {{ :maerz_d-f.jpg?nolink&250|}} Der am Gmünder Lehrerseminar und Stuttgarter Konservatorium musikalisch ausgebildete Mechanikerssohn Gustav Maerz kam 1918 nach Frankfurt/M., nachdem er von 1907 bis zum Kriegsausbruch als Musik- und Zeichenlehrer am livländischen Landesgymnasium in Birkenruh (Bērzaine, Lettland) und anschließend als Kapellmeister am Theater der 1. Armee im französischen Rethel gewesen war. In Frankfurt schloss er im November 1919 als Musikdirektor mit Marie Emilie geb. Reuschling (* Frankfurt/M. 25. Aug. 1898) die Ehe, die 1935 wieder geschieden wurde. Er betätigte sich als Gesanglehrer und erteilte von 1921 bis 1925 an der Frankfurter Musikschule [[henkel|Sophie Henkels]] Unterricht in allgemeiner Musik- bzw. Formenlehre und Chorgesang. Von seinen Kenntnissen in den Bereichen Stimmbildung und Stimmpflege berichtete er 1927 auf einer musikpädagogischen Tagung (neben weiteren Beiträgen von [[noack|Elisabeth Noack]] und [[holde|Arthur Holde]]) am Rande der //Festwoche des Reichsverbandes Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer// in Frankfurt und publizierte zu diesem Thema mehrere Schriften. In den 1920er Jahren engagierte sich Maerz auch als Schriftführer der Interessensgemeinschaft von //Tonkünstler-Verein// und //Musiklehrerinnen-Verein// im //Bund der Musiker von Frankfurt a. M. und Umgebung// und wurde 1925 (an der Seite von [[bauer|Moritz Bauer]], [[gennrich|Friedrich Gennrich]], Kathi →Meyer und Otto →Bacher) in den Vorstand der neu gegründeten Frankfurter Ortsgruppe der //deutschen Musikgesellschaft// gewählt. In den folgenden Jahren unterstützte er mehrere Veranstaltungen der Ortsgruppe mit Musikbeiträgen (u. a. einen Telemann-Abend). Seine Hauptbetätigung scheint Maerz zunehmend im Chorwesen gefunden zu haben: Um 1921 gründete er einen Madrigalchor (//Maerzscher Madrigalchor//, auch //Maerzscher Singverein//) und wurde 1926 Nachfolger [[trautmann|Gustav Trautmanns]] als Leiter des //Schuler’schen Männerchors//, der 1939 mit dem //Kern’schen // zum //Schuler-Kern’schen Männerchor// zusammengelegt wurde; zudem war er seit etwa 1935 Kreischormeister des Frankfurter Sängerkreises und übernahm häufig Dirigate und Aufgaben als Wertungsrichter bei Chorwettbewerben. Die genannten Chöre blieben bis 1942 unter seiner Leitung. Daneben war er bis 1941 Leiter des 1931 gegründeten //Orchesters der Frankfurter Kammermusik-Freunde// (Nachfolger wurde Rudolf Albert) und rief anschließend das //Offenbacher Symphonie-Orchester// ins Leben, das möglicherweise nur kurze Zeit bestand. Gegen 1943 kehrte Maerz aus bisher unbekannten Gründen in seine Heimat nach Biberach zurück. Er war offenbar kein NSDAP-Mitglied (kein Eintrag in der Kartei), war aber als Kreischormeister an politischen Veranstaltungen wie dem Liedertag zum Auftakt des Kreisparteitags 1939 beteiligt. 1954 wurde er mit der //Goethe-Plakette// des Landes Hessen ausgezeichnet. {{:maerz_schrift.jpg?nolink&250 |}} **Werke** — __Komposition__: //Aus Wielands Oberon// „Du kleiner Ort, wo ich das erste Licht gesogen“ (Fch., Bar-Solo); aufgef. Biberach 1930 <> __Schriften__: //Grundlagen der Tonbildung. Stimmphysiologische Studien. Methodischer Leitfaden der Stimmerziehung mit vielen Übungsbeispielen und Abbildungen//, Offenbach: [[andre|André]] [1920]; D-B, D-BABHkrämer, D-LEdb, D-OF <> //Gesangs-Methoden? Eine kritische Studie//, Frankfurt: [[baselt|Baselt]] [1926]; D-B, D-LEdb <> //Die Lehrbefähigungsprüfung des Gesangspädagogen//, in: //Stadt-Blatt der Frankfurter Zeitung// 20. Mai 1926 <> //Tonbildung im Laienchor// (= Hugo Herrmann, Laienchorschule für neue Musik, Teil 1), Berlin: Bote & Bock 1931; D-B **Quellen und Referenzwerke** — Standesamtsregister Frankfurt <> Adressbücher Frankfurt <> Materialsammlung; D-Fsa (Best. S2, Nr. 2853) <> Patientenakte; D-WIhha (Best. 2072/2, Nr. 16595) <> MMB <> //Anzeiger vom Oberland. Biberacher Tagblatt// 28. Mai 1910, 2. Jan. 1911, 25. Febr. 1925, 15. Juni 1926, 28. Juni 1927, 27. Aug. 1930, 30. Aug. 1930, 4. Sept. 1930 <> //Schwäbischer Merkug// 19. Aug. 1911, 24. Aug. 1927 <> //Frankfurter Zeitung und Handelsblatt// (bzw. //Stadt-Blatt//) 11. Febr. 1920 (2. Morgenbl.), 13. Febr. 1921 (1. Morgenbl.), 30. Apr. 1921 (2. Morgenbl.), 2. März 1926 (1. Morgenblatt), 6. März 1926 (Abendbl.), 22. Juli 1932 (Abendbl.), 22. Juni 1939 (2. Morgenbl.), 23. Juli 1940 (2. Morgenbl.), 4. Nov. 1941 (Abendbl./1. Morgenbl.), 9. Dez. 1941 (2. Morgenbl.), 28. Jan. 1942 (2. Morgenbl.), 28. Juni 1942 (2. Morgenbl.) und passim <> ZfMw 1925 Heft 9/10 (Juni/Juli), S. 604, 1926 Heft 7 (Apr.), S. 444f., 1929 Heft 1 (Okt.), S. 58–63 <> NZfM Okt. 1927, S. 572 <> //Signale für die Musikalische Welt// 29. Jan. 1930, 29. Juli 1931 <> //Neueste Zeitung// (Frankfurt/M.) 30. Dez. 1931, 12./13. Aug. 1933, 22. Aug. 1933, 24./25. Nov. 1934, 1./2. Juni 1935, 20. Juni 1935, 24. Juni 1935, 2. Apr. 1936, 5. Sept. 1938, 7. Nov. 1938, 13. Dez. 1938, 10. Jan. 1939, 23. Mai 1940, 20. Apr. 1942 (Fl., //Gustav Maerz 60 Jahre alt//), 11. Sept. 1942, 29. Sept. 1942 und passim <> Art. //Maerz, Gustav//, in: MüllerDML; EwensL Abbildung 1: Gustav Maerz, Photographie ([[https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hebis:30:2-160095|Digitalisat]] aus D-F, Portraitsammlung [[manskopf|Manskopf]]) Abbildung 2: Titelseite zu den //Grundlagen der Tonbildung//; D-BABHkrämer ---- Kristina Krämer