==== Lüstner (Familie) ==== \\ (1) **Karl (Heinrich Julius)** * Breslau 10. Nov. 1834 | † Wiesbaden 9. Apr. 1906; Cellist und Klavierlehrer (2) **(Heinrich Bernhard) Louis** * Breslau 30. Juni 1840 | † Wiesbaden 24. Jan. 1918; Halbbruder von (1), Violinist, Kapellmeister ---- {{:luestner_2.jpg?nolink&350 |}} **(1)** Karl Lüstner, Sohn des Breslauer Kapellmeisters Peter Lüstner (1793–1873; aus der 1. Ehe mit Johanna Julia Friederika geb. Bluhm aus Reval) und zunächst in dessen Orchester angestellt, 1864 als Bürger und Hautboist in Weilburg und 1869 als "Tonkünstler" in Ems greifbar, wurde zu Beginn des Jahres 1873 als Erster Cellist Mitglied des mit Datum vom 1. Januar neu konstituierten, nunmehr unter städtischer Ägide stehenden Wiesbadener Kurochesters und trat als Solist bei den Konzerten auf; zudem erteilte er privat Klavierunterricht. [[riemann|Hugo Riemann]] verdankte ihm für sein Lexikon „manche wertvolle Notiz“ (RiemannL 51900, S. 677; vgl. auch das Vorwort zur Auflage 31887). Seit ca. 1890 war Lüstner als Redakteur der Totenschau der //Monatshefte für Musikgeschichte// tätig und unterstützte Robert Eitner bei den Vorarbeiten für dessen //Quellen-Lexikon//; auch zählte er zu den Mitarbeitern des von Cyrill Kistler herausgegebenen //Volksschullehrer-Tonkünstler-Lexikons// (Bad Kissingen 1887). Aus Karl Lüstners 1864 in Weilburg geschlossenen Ehe mit Emilie geb. Dünkelberg (1843–1934) ging der spätere Biologe und insbesondere Entomologe Prof. Dr. Gustav Lüstner (1869–1947) hervor. **Werke** — //Albumblatt// (Kl.), Mainz: Schott [1896] <> zahlreiche Bearbeitungen (sämtlich ungedruckt und verschollen), darunter: [[raff|Joachim Raff]], //An ihn// ("Canzone") aus op. 27 für Orch. (s. //Wiesbadener Tagblatt// 28. Febr. 1873); Robert Schumann, //Albumblatt// aus //Bunte Blätter// op. 99 für Strq. (s. //Wiesbadener Tagblatt// 17. Okt. 1873) **Quellen** — KB und Zivilstandsregister Weilburg und Bad Ems; Standesamtsregister Wiesbaden <> Briefe s. [[https://kalliope-verbund.info/eac?eac.id=1176686259|Kalliope]] <> //Wiesbadener Tagblatt// und //Wiesbadener Bade-Blatt// 11. Apr. 1906 (Todesanzeige und kurzer Lebenslauf Karl Lüstners) <> //Wiesbadener Tagblatt// 28. Febr. 1873, 14. März 1873, 25. Apr. 1873, 17. Okt. 1873, 24. Okt. 1873 u. ö. ---- {{ :luestner_d-f_.jpg?nolink&150|}} **(2)** Louis Lüstner folgte zunächst seinem im Januar 1873 verstorbenen Vater (aus dessen 2. Ehe mit Marie geb. Kipke er entstammte) als Violinist und Kapellmeister in dessen Funktion in Breslau nach, wurde aber bereits im Mai 1874 (nach dem Weggang von Karl →Müller-Berghaus) als Leiter des Wiesbadener Kur- und Symphonie-Orchesters verpflichtet; dass in den folgenden Jahren Johannes Brahms mehrfach aktiv an den Konzerten beteiligt war und sich bisweilen mit Lützel beim Dirigieren abwechselte (etwa am 18. Jan. 1884), sei nicht übergangen. 1876 wirkte Lüstner auch als Bratschist neben [[wilhelmj|August Wilhelmj]], [[mahre|Emil Mahr]] und [[swert|Jules De Swert]] im kurzlebigen //Wiesbadener Streichquartetts// mit. Um 1893 gehörte er für einige Zeit dem Lehrkörper des [[freudenberg|Freudenberg]]-Konservatoriums an und dirigierte 1894–1905 den //Wiesbadener Cäcilienverein//. 1899 wurde er aus Anlass seines Silbernen Dienstjubiläums zum Königlichen Musikdirektor ernannt. [[urspruch|Anton Urspruch]] widmete Lüstner sein 1879 erschienenes Klaviertrio op. 12. 1905 wurde [[afferni|Ugo Afferni]] Lüstners Nachfolger als Dirigent des Kurorchesters. Aus Lüstners Ehe mit Cäcilie geb. Krug aus Reval (ca. 1858–1917) ging der spätere Wiesbadener Stadt- und Landesarchivar Lothar Lüstner (1882–1955) hervor. **Werke** — //Pavane favorite de Louis XIV.// (Kl. bzw. Orch.), Mainz: Schott [1874]; D-MZs (Orch.-Fassung) <> //Caprice für Violine// ("Herrn M. D. Ferdinand Möhring zur freundlichen Erinnerung […] Wiesbaden 20. Juli 1875"); ungedruckt, Autograph in D-B ([[https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht/?PPN=PPN88981287X|digital]]) ---- **Quellen und Referenzwerke** — Standesamtsregister Wiesbaden <> Briefe s. [[https://kalliope-verbund.info/eac?eac.id=117298360|Kalliope]] <> //Acta betr. Verleihung des Titels Musikdirector 1895–1899//; D-Bda (Best. Preußische Akademie der Künste Berlin, Akte 406; Bl. 206) <> wc., //Louis Lüstner †. Leiter des Kurorchesters von 1874–1905//, in: //Wiedbadener Bade-Blatt// 27./28. Jan. 1918 <> NZfM 12. Juni 1874 und passim; //Wiesbadener Tagblatt// 3. Jan. 1875 (1. Nennung Louis Lüstners als Leiter des "städtischen Cur-Orchesters") und passim; //Bade-Blatt für Wiesbaden// 24. Dez. 1875 und passim sowie zahlreiche weitere Notizen und Berichte in der Wiesbadener Presse; //Musikalisches Wochenblatt// 1874ff. <> NassB <> RiemannL 1900, 1922 <> MMB <> Renate und Kurt Hofmann, //Johannes Brahms als Pianist und Dirigent. Chronologie seines Wirkens als Interpret//, Tutzing 2006, bes. S. 162f., 230f., 267 **Literatur** — [[danneberg|Danneberg]] 1949 <> RiemannL 71909; Frank/Altmann Abbildung 1: Handschriftlicher Besitzvermerk und Stempel Karl Lüstners auf einem Notendruck; D-Hbierwisch Abbildung 2: Louis Lüstner, Ausschnitt aus //Andenken an den Wettstreit, Deutscher Männergesang Vereine zu Wiesbaden 27–31 August 1881//, Wiesbaden: Wagner ([[http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hebis:30:2-156418|Digitalisat]] aus D-F, Porträtsammlung [[manskopf|Manskopf]]) ---- Axel Beer