==== Philipp Joseph Hartmann ==== \\ **HARTMANN, PHILIPP JOSEPH** * Margetshöchheim (Unterfranken) 29. Jan. 1836 | † Frankfurt/M. 19. Okt. 1871; Geigenbauer {{ :hartmannpj.jpg?nolink&380|}} Man kann wohl davon ausgehen, dass Philipp Joseph Hartmann, dessen Vater Matthäus Lehrer von Beruf war, seine Ausbildung zum Geigenbauer im nur wenige Kilometer von seinem Geburtsort gelegenen Würzburg absolvierte, möglicherweise bei [[vauchel|Johannes Kornelius Vauchel]] oder Johann Baptist Reiter (1834–1899), der die Werkstatt Vauchels nach dessen Tod 1856 noch einige Jahre führte. Seine Lehre dürfte 1862 abgeschlossen gewesen sein, als der Würzburger Stadtmagistrat ihm eine Lizenz zur Herstellung von Musikinstrumenten bewilligte. 1864 verließ er das Königreich Bayern und zog in die Freie Stadt Frankfurt/M., wo er im Oktober desselben Jahres das Bürgerrecht erwarb und am 10. Dezember Catharina Luzia Juliana Voigt (* Trier 2. März 1841 | † Frankfurt/M. 3. Febr. 1870), Tochter des in Trier wirkenden Militärmusikers Johann Christoph Voigt (* Gatterstädt, Sachsen 4. Jan. 1807 | † nach 1870; ab 1835 Kapellmeister im Infanterie-Regiment Nr. 30 (4. rheinisches), seit 1831 verehelicht mit der Koblenzer Friseurstochter Scholastica Münster), heiratete. Alsbald eröffnete er eine Geigenbauwerkstatt, mit der er in den folgenden Jahren mehrmals umzog (1865: Bibergasse (heute: Biebergasse) Nr. 7, 1866: Große Bockenheimer Straße 30, 1868: Theaterplatz 12, 1870: Bibergasse 13). Mitarbeiter in den ersten Jahren war Johann →Muschke, der 1867 in Frankfurt/M. seine eigene Werkstatt eröffnete; einen Teil seiner Lehrzeit verbrachte [[suetterlin|Friedrich Sütterlin]] bei Hartmann. Zuletzt arbeiteten laut Nachlassakte der nicht näher bekannte Gehilfe Conzalik sowie ein in den Adressbüchern nicht verifizierbarer Wilhelm Link bei ihm. Im Nachlass fanden sich neben Werkzeugen und -tischen sowohl fertige als auch im Bau befindliche „Contrabässe, Violas, [Celli] und Violinen, div. Bogen, Guitarren, Cithern pp“, insgesamt um die 40, darunter einige zur Reparatur oder zum Verkauf auf Kommission überlassene Instrumente, dazu einen „Glasschrank mit werthvolleren Streichinstrumenten.“ Was davon noch erhalten ist, ist nicht bekannt. **Quellen** — KB (ev.) und Zivilstandsregister Frankfurt/M. <> Senatssupplikationen (//Gesuch um Erteilung des Bürgerrechts für sich und für seine Verlobte Catharina Luzia Juliana Voigt aus Trier//), 1862–1864; D-Fsa <> Nachlassakte (Listen hinterlassener Instrumente, Kaufverträge, Nachlassregelung, Bilanzen u. a.), 1871; D-Fsa ([[https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/digitalMediaViewer.action?archivalDescriptionId=10660420&selectId=162008777|digital]]) <> Adressbücher Frankfurt/M. 1865–1871 <> //Würzburger Journal// 1. Apr. u. 21. Juli 1862 <> //Königlich-bayerisches Kreis-Amtsblatt von Unterfranken und Aschaffenburg für das Jahr 1864//, Nr. 121, Würzburg 31. Mai <> Wilhelm Joseph von Wasielewski, //Die Violine und ihre Meister//, Leipzig 21883, S. 39 <> Lütgendorff 11904, S. 445, 31922, Bd. 2, S. 346 Abbildung: Amtliche Mitteilung zu Hartmanns Migration nach Frankfurt/M., //Königlich-bayerisches Kreis-Amtsblatt von Unterfranken und Aschaffenburg// 31. Mai 1864 ---- Bernd Krause