==== Grümmer (Familie) ====
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[[:gruemmer#(1)|(1)]] **(Marcus Friedrich) Wilhelm** * Gera 12. Jan. 1877 | † Duisburg 10. Aug. 1934; Dirigent, Violinist, Pianist, Komponist
[[:gruemmer#(2)|(2)]] **Paul (Karl Franz)** * Gera 26. Febr. 1879 | † Zug 30. Okt. 1965; Bruder von (1), Cellist, Gambist, Musikpädagoge, Komponist
[[:gruemmer#(3)|(3)]] **Detlev (Detlef; Markus Hinrich)** * Gera (nicht Gérardmer, Saint-Dié-des-Vosges, Frankreich) 30. Dez. 1895 | † Aachen 11. Apr. 1944; Bruder von (1), Violinist, Dirigent
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== (1) ==
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Vater der drei hier angeführten Brüder war der Violinist, Dirigent und Pädagoge (Max) Detlev (Heinrich Marcus) Grümmer (* Beschendorf, Ostholstein, 14. Aug. 1850 | † Gera 25. Jan. 1925; verheiratet mit (Agnes) Silvia Bettke). Bei ihm erhielt Wilhelm seinen ersten Musikunterricht, bevor er zwischen 1892 und 1897 in Leipzig am Konservatorium studierte, u. a. bei Hans Sitt und Hans Becker, dem Bruder des Cellisten [[beckerh|Hugo Becker]], (Violine), Leo Grill (Theorie, Komposition) und Alois Reckendorf (Klavier). Eine erste Anstellung bekam er 1897 für eine Saison als 2. Kapellmeister in Sondershausen. Danach war er bis 1904 Kapellmeister und Kammermusiker in Darmstadt, wo er auch den Männergesangverein //Humanitas// leitete. Am 25. Sept. 1899 wirkte er in einem Wohltätigkeitskonzert „zum Besten des Wiesbadener Kinder-Horts armer und verwaister Kinder“ im Kinosaal Wiesbaden als Violinist und Pianist mit (//Wiesbadener General-Anzeiger// 21. Sept. 1899). Gastauftritte führten ihn auch nach London (1903, zusammen mit Bruder Paul (2)) und Leipzig (Jan. 1904); es folgten Engagements in Erfurt, Stettin und Weimar (Kapellmeister am Hoftheater, 1909–1913). Von hier aus kam er gemeinsam mit der Sopranistin Selma vom Scheidt zu einem Gastkonzert am 12. Febr. 1911 im [[hoch|Hoch]]’schen Konservatorium nach Frankfurt/M. Von 1913 bis 1918 war Grümmer in Wien an der Volksoper engagiert, ab 1917 oblag ihm die Leitung der Opernschule am Konservatorium; danach ging er für eine Spielzeit als Erster Kapellmeister an das Hoftheater in Gera. 1920 wirkte er als Dirigent am Aufbau der Staatsoper in Bukarest mit. Bis 1922 lebte er wieder in Wien, wo er regelmäßig konzertierte, auch zusammen mit Bruder Paul (2) und seiner Ehefrau (s. u.). 1922 erfolgte eine Anstellung an der Duisburger Oper, wo er bis 1933 wirkte; hier nahm er 1929 auch am Tonkünstlerfest des //Allgemeinen Deutschen Musikvereins// teil. Sein Nachfolger in Duisburg war der bis dahin in Kiel tätige Kapellmeister Berthold Lehmann. – 1914 wurde Grümmer von König Ferdinand von Bulgarien mit dem //Ritterkreuz des Zivildienstordens// ausgezeichnet.
Wilhelm Grümmers Ehefrau, Elisabeth Bokmayer-Grümmer (* Mödling, Niederösterreich 15. Juni 1893 | † Graz 9. Sept. 1930), war Cellistin. Sie erfuhr ihre Ausbildung in Wien zwischen 1908 und 1911, und zwar bei Paul Grümmer (2), der sie auch mit der Gambe vertraut machte. Sie konzertierte als Mitglied mehrerer Kammermusikensembles u. a. in München, Stuttgart, Mannheim und vor allem in Wien.
**Werke** — //Frühlingsblumen//, Gavotte (Kl.) op. 15, Darmstadt: [[kuehn|Kühn]] [1900] – Nachdruck(?) Mailand: Carisch & Jänichen <> 2 Männerchöre op. 24 (1. //In der Fremde//, 2. //Genügsamkeit//), ebd. [1900]; D-B – Nachdruck (?) Mailand: Carisch & Jänichen
**Quellen** — KB Gera <> //Wilhelm Grümmer//, in: [[https://carla.hmt-leipzig.de/person/25126|CARLA]] (Aufruf: 28. Sept. 2026) <> //Allgemeiner Deutscher Musiker-Kalender// 1901 <> //Deutsches Theater-Adressbuch// 1912 <> //Deutsches Bühnenjahrbuch// 1915–1929 <> Adressbuch Gera 1920 <> //Musikalisches Wochenblatt// 30. Sept. 1897 <> MMB Aug. 1900 <> NZfM 1913 <> //Signale für die musikalische Welt// 1913–1929 <> ZfM 1923–1934 <> zur Darmstädter Zeit: //General-Anzeiger der Stadt Mannheim und Umgebung// 18. Juni 1901, //Gießener Anzeiger// 20. Juni 1901 <> //The Musical Times// 1903 <> //Leipziger Tageblatt und Anzeiger// 14. Jan. 1904, 23. Jan. 1904 <> zur Zeit in Wien: //Neues Wiener Tagblatt// 1913–1929, //Wiener Zeitung// 1915–1925 <> zu weiteren Einzelnachweisen in der österreichischen Tagespresse vgl. Wilfing-Albrecht in Oeml <> zur Tätigkeit in Duisburg: //Rhein- und Ruhrzeitung//, //Duisburger General-Anzeiger//, //Hamborner Volks-Zeitung//, //Bochumer Anzeiger// u. v. m. <> Pazdírek, HmL
**Literatur** — Meike Wilfing-Albrecht, Art. //Grümmer, Familie//, in: Oeml ([[https://dx.doi.org/10.1553/0x003c59ef|online]])
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== (2) ==
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Paul Grümmer bekam zunächst Geigenunterricht von seinem Vater, wandte sich mit 14 Jahren jedoch dem Cello zu. Seine ersten Lehrer waren Karl Friedrichs und Emil Böhme, dann studierte er von 1893 bis 1899 am Leipziger Konservatorium bei Julius Klengel (Cello), Heinrich Klesse (Gesang), Leo Grill (Theorie und Komposition), Traugott Gentzsch (Klarinette) sowie Friedrich Valentin Hermann und Hans Sitt (Ensemblespiel). Im Anschluss nahm er in Frankfurt/M. Unterricht bei [[beckerh|Hugo Becker]], der ihm in den folgenden Jahren auch beratend zur Seite stand. Im Rahmen von Konzertreisen trat er solistisch und in verschiedenen Kammermusikbesetzungen u. a. in England (mit Bruder Wilhelm (1) 1903), Schottland und Irland auf. 1905 ließ er sich in Wien nieder und wurde Solocellist in den Orchestern des Konzertvereins und der Hofoper; 1907 erfolgte die Ernennung zum Professor an der Akademie (//Gesellschaft der Musikfreunde//). Ab 1910 beschäftigte er sich intensiv mit der Viola da Gamba, für die er sogar eine Schule verfasste und damit erheblichen Einfluss auf die Aufführungspraxis mit historischen Instrumenten nahm – zu seinen bekanntesten Gamben-Schülern zählten August Wenzinger (1905–1996) und Nikolaus Harnoncourt (1929–2016).
Grümmer trat mehrfach als Gambist auf, auch in Frankfurt/M. (1915, gemeinsam mit Wanda Landowska am Cembalo). Häufiger jedoch waren seine Gastspiele als Cellist am Mittelrhein, von denen hier nur eine Auswahl genannt werden kann. Der erste nachweisbare Auftritt in Frankfurt/M. datiert vom 20. Jan. 1904 und fand statt im Saal des Hoch’schen Konservatoriums. Im November 1912 trat er im Kasinosaal Wiesbaden gemeinsam mit [[mannstaedt|Franz Mannstaedt]] am Klavier in Konzerten des //Vereins der Künstler und Kunstfreunde// auf, dann am 16. Dez. 1913 mit Fritz und Adolf Busch (Kl. bzw. Vl.) im neu gegründeten //Busch-Trio//. Eugen d’Albert war in Frankfurt/M. am 6. Apr. 1916 sein Partner am Klavier; am 16. Jan. 1917 gestaltete er im Kurhaus Wiesbaden ein Solokonzert. Im September 1917 spielte er beim Reger-Fest in Frankfurt/M. Max →Regers Suite op. 131c; am 10. Jan. 1920 gab er zusammen mit Heinrich Simon (Kl.) in Frankfurt/M. ein Konzert „zum Besten notleidender Künstler“; am 11. Okt desselben Jahres spielte er, erneut mit Mannstaedt, die Uraufführung der Cellosonate op. 6 von Hans →Gál. In Wiesbaden er öffnete er mit Mannstaedt die Saison 1921/22 mit einem Kammermusikabend.
Nach einer Tournee durch Nordamerika 1922 nahm Grümmer in Köln eine Professur an der Musikhochschule an, die er von 1926 bis 1932 innehatte; zu seinen dortigen Schülern zählte [[gschwend|Karl Gschwend]]. In dieser Zeit gab er zudem auswärtige Meisterklassen und war mit einem selbst gegründeten Kammerorchester unterwegs; Konzertmeister des Ensembles war Bruder Detlev (3). Der Cellist war auch Mitglied verschiedener Kammermusikensembles, darunter des //Busch-Quartetts//, mit dem er 1921, 1925, 1926 und in der Saison 1928/29 einige Konzerte in Frankfurt/M. gestaltete, des //Stroß-Quartetts//, das u. a. ebenda 1939 mit einem Zyklus sämtlicher Streichquartette Beethovens zu hören war (fünf Abende im Hoch’schen Konservatorium), sowie zeitweise des von seinem Bruder Detlev gegründeten //Grümmer-Quartetts//. Nach einem Intermezzo an der Musikhochschule in Berlin 1933–1940 ging er zurück nach Wien, wo er bis 1945 an der Reichs-Hochschule unterrichtete; über die Kriegsjahre nahm er seinen Wohnsitz jedoch in Bad Aussee (Steiermark). Paul Grümmer war zwar kein NSDAP-Mitglied, wurde aber in die 1944 auf Veranlassung von Joseph Goebbels erstellte //Gottbegnadeten-Liste// aufgenommen und stand daher unter besonderem Schutz.
Unmittelbar nach dem Krieg gab er in Salzburg am Mozarteum noch eine Meisterklasse, bevor er 1946 in den Ruhestand trat und in die Schweiz nach Zollikon zog, um dort privat und im Rahmen von Kursen in Zürich und Zermatt zu unterrichten; auf Konzertreisen verzichtete er allerdings. Zwecks Förderung des Nachwuchses richtete er 1961 auf Schloss Brestenberg bei Seengen eine Musikstätte ein.
Unter Grümmers Schülern waren, neben den bereits genannten, Hermann von →Beckerath, die Österreicher Franz Horak (1898–1967) und Bruno Seidlhofer (1905–1982) sowie der ungarischstämmige Freiherr Casimir Josef Johann von Pászthory de Rosza (1886–1966), um nur einige Namen zu nennen. Ebenso zahlreich ist die Liste der Musiker, mit denen er zusammenarbeitete, allen voran Pablo Casals (1876–1973), dann auch Paul →Hindemith, Arnold Schönberg sowie die Dirigenten Wilhelm Kempff, Wilhelm Furtwängler und Arthur Nikisch. Max Reger widmete ihm seine Suite für Cello solo op. 131c, Rudolf Moser (1892–1960) tat dasselbe mit einem Doppelkonzert für Viola d’amore, Gambe und Streichorchester op. 74 (1943), schließlich auch Ermanno Wolf-Ferrari mit dem Cellokonzert (//Fantasia da Concerto//) op. 31 (1945).
Zu den von Grümmer uraufgeführten Werken gehören ein Cellokonzert von Karl Bleyle (1880–1969), das am 28. Febr. 1913 in Berlin unter der Leitung von Bruder Wilhelm (1) erklang, das Konzert für Gambe und Kammerorchester von Hugo Herrmann (Köln 1932) sowie das Cellokonzert op. 61 von Othmar Schoeck aus dem Jahr 1947. Für seine Tätigkeiten wurden ihm u. a. 1916 der //Verdienstorden für Kunst und Wissenschaft// (Reuß, jüngere Linie) und 1963 das //Bundesverdienstkreuz// verliehen, hinzu kamen die Ehrenbürgerschaft der Stadt Gera sowie die Ehrenpräsidentschaft der Zermatter Meisterkurse. – Paul Grümmer war von 1909 bis 1938 im Besitz eines Cellos von Antionio Stradivari, gebaut 1707 und bekannt unter dem Namen //Gräfin von Stainlein// bzw. //Paganini-Countess of Stanlein// (so benannt nach den früheren Besitzern).
1908 heiratete Grümmer in Wien Hilda Klotilde Magdalene Juritsch (Jurich; * Wien 8. Juni 1885 | † Berlin 11. Jan. 1936), die Tochter des Sekretärs des //Wagner-Vereins// und Mitbegründers der //Wiener Konzerthausgesellschaft//. Aus der Ehe gingen ein Sohn Hans Paul Detlev Carl (* Wien 1. Jan. 1910 | † Salzburg 29. Okt. 1990) und eine Tochter Sylvia (Johanna Clotilde; * Wien 12. Mai 1911 | † Oberwil, Schweiz 9. Nov. 2012) hervor; letztere wirkte als Cellistin, Gambistin und Musikpädagogin. Sie studierte in Wien, Köln (beim Vater) und Berlin, war zeitweise Solo-Gambistin bei den Berliner Philharmonikern, musste ihre Tätigkeiten 1944 aber vorübergehend aufgeben (Verletzung nach einem Bombenangriff). Nach dem Krieg leitete sie das Sanatorium Oberwil, bevor sie 1975 als Kirchenmusikerin und Gambenlehrerin wieder musikalisch aktiv werden konnte.
**Werke** — __Lehr- und Studienwerke__: //Tägliche Übungen für fortgeschrittene Violoncellisten//, Leipzig: Benjamin 1926; D-B, D-F, D-Mbs <> //Viola da Gamba-Schule//, ebd. 1928; D-B, D-Mbs <> //Die Grundlage der klassischen und virtuosen Technik auf dem Violoncello// (40 Etüden nach Franz Wohlfahrt), Wien: Universal Edition 1942; D-B – Neuausgabe 1961; D-B <> //Harmonische neue tägliche Übungen für Violoncello//, Berlin: Bote & Bock 1954 <> //Die Grundlage des Violoncello-Spiels//, Berlin/Wiesbaden: Bote & Bock 1956; D-B <> __Herausgaben__: //Verschollene Klänge//, Wien: Universal Edition 1941; D-B <> Johann Sebastian Bach, Suiten für Vc. solo, Faksimile-Ausgabe, Wien: Doblinger 1944; A-Wgm, D-B, D-F <> zus. mit Willy Hahn: Robert Schumann, Kinderszenen (Vc., Kl.), Pelikan/Hug, 1947/2019 <> //Finnische Melodien nach Yrjö Kilpinens „Fjeld-Liedern“//, 2 Hefte, Wien: Doblinger 1964 <> zahlr. weitere Bearbeitungen und Editionen; D-B, D-F, D-Mbs <> __Schriften__: //Paul Graener. Geb. 11. Januar 1872 Berlin. Verzeichnis seiner Werke//, Berlin (ohne Verlagsangabe) 1927; D-B <> //Begegnungen. Aus dem Leben eines Violoncellisten//, Memoiren, München: Bong 1962; D-B, D-F, D-KA
**Quellen** — KB Gera, KB (luth.) Stadtkirche Wien <> //Paul Grümmer//, in: [[https://carla.hmt-leipzig.de/person/25459|CARLA]] (Aufruf: 28. Sept. 2026) <> Briefe; D-B, D-Bba, D-F, D-LEmi, D-Mbs, D-MEIr (siehe [[http://kalliope-verbund.info/gnd/118698370|Kalliope]]) <> //Wiesbadener Bade-Blatt// 28. Nov. 1912, //Wiesbadener neueste Nachrichten// 17. Dez. 1913, //Wiesbadener Tagblatt// 12. Okt. 1920 <> Fritz Crome, //Paul Grümmer//, in: //Signale für die musikalische Welt// 5. März 1913 <> [[holl|Karl Holl]], //Der vierte Abend des Stroß-Quartetts//, in: //Frankfurter Zeitung und Handelsblatt// 5. Febr. 1939 <> [[puetter|Hugo Puetter]], //Beethovens Streichquartette//, ebd. 17. März 1939 <> weitere Nachweise in //Signale für die musikalische Welt//, //Neues Wiener Abendblatt//, //Neues Wiener Tagblatt//, //Frankfurter Zeitung und Handelsblatt//, //Wiesbadener Badeblatt//, //Wiesbadener Tagblatt//, //Rheinische Volkszeitung// u. v. m.
**Literatur** (Auswahl) — Kurt Stephenson, Art. //Grümmer, Paul//, in: MGG1 (Suppl.), mit weiteren Titeln <> S. L., Art. //Grümmer, Paul//, in: MGG2 u. MGGonline <> Kurt Stephenson u. Tully Potter, Art. //Grümmer, Paul//, in: NGroveD <> //Violoncellisten der Gegenwart in Wort und Bild//, Hamburg 1903, S. 78f. <> Edmund Sebastian Joseph van der Straeten, //History of the violoncello, the viol da gamba, their precursors and collateral instruments//, London 1914, S. 500f. <> ThompsonC 101975 <> Julius Baechi, //Berühmte Cellisten//, Mainz u. Zürich 51988, S. 107–109 <> BakerB 82001 <> GoltzL <> PriebergH
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== (3) ==
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Wie seine beiden Brüder genoss auch Detlev Grümmer – Wilhelm (1) war einer seiner Taufpaten – zunächst väterlichen Unterricht. Er studierte dann in Weimar Violine bei Robert Reitz sowie von 1915 bis 1916 am Leipziger Konservatorium bei Hans Sitt (Violine, Ensemblespiel), Julius Klengel (Cello), Johannes Gottfried Merkel (Klavier) und Otto Wittenbecher (Theorie, Komposition). Im Anschluss bekleidete er die Position eines Konzertmeisters jeweils in Bonn, Gera (1919, zeitgleich mit Bruder Wilhelm (1)) und Plauen (1921). 1922 trat er in Frankfurt/M. auf (vorübergehend wohnte er hier auch), und zwar am 25. Jan. bei einem //Volkskunstabend// mit Kammermusik, unter Mitwirkung von Elisabeth [[veldkamp|Veldkamp]]-Mann, sodann am 21. Febr. im Palmengarten mit Beethovens Violinkonzert, geleitet von [[kaempfert|Max Kaempfert]], dann noch einmal am 3. Apr. (wiederholt am 10. Apr.) im Jubiläumskonzert zum 50jährigen Bestehen der Frankfurter //Baldur-Pianoforte-Fabrik AG// im großen Saal des Palmengartens unter der Leitung von Kaempfert. Grümmer ging dann nach Mannheim, wo er 1932 das //Grümmer-Quartett// (auch: //Detlev-Grümmer-Quartett//) gründete, in dem zeitweise Bruder Paul (2) als Cellist wirkte. Wenig später bekleidete er in Meiningen das Amt des Konzertmeisters der //Landeskapelle//, ging dann aber 1934 nach Aachen, wo er 1937 (als einziger der drei Brüder) der NSDAP beitrat und die //Kammermusikvereinigung Detlev Grümmer// gründete, die bis 1941 Kammermusikabende gab. Er starb bei einem Bombenangriff.
Detlev Grümmer war zweimal verheiratet, zunächst mit der Pianistin, Organistin und Cembalistin Margarethe Petersen (* Lensahn 13. Mai 1898 | † Lübeck 4. März 1953). Aus der Ehe ihrer Tochter Elisabeth (Ly) Sylvia Margueret (verh. Heupel, * Bonn 15. Apr. 1927) gingen u. a. der Flötist, Komponist und Musikpädagoge Michael Hugo Detlev Heupel (* Bonn 3. Dez. 1955) und der Maler Ulrich Bernd Heupel (* Bonn 15. Mai 1957) hervor; der Sohn des Letzteren, Michael Kimon Werner Heupel (* Athen 8. Aug. 1988), setzt als Cellist die Familientradition fort. – Grümmers zweite Frau war die Sopranistin Elisabeth Schilz (* Niederjeutz, Elsass 31. März 1911 | † Warendorf 6. Nov. 1986), die zunächst als Schauspielerin in Meiningen engagiert war. Grümmer förderte sie aber als Sängerin, was ihr Verpflichtungen in Aachen und Duisburg, nach 1945 dann erneut in Meiningen sowie Berlin, Bayreuth und im europäischen Ausland einbrachte. Höhepunkt ihrer Karriere war eine Professur in Paris.
**Herausgabe** — Paul Graener, //Choral im Grünen// (Vl., Kl.), Braunschweig: Henry Litolff 1935; D-B, D-Mbs
**Quellen** — KB Gera <> //Detlev Marcus Hinrich Grümmer//, in: [[https://carla.hmt-leipzig.de/person/30851|CARLA]] (Aufruf: 28. Sept. 2026) <> NSDAP-Mitgliederkartei; Berlin, Bundesarchiv <> Briefe; D-BNu, D-%%MB%% (siehe [[http://kalliope-verbund.info/gnd/1080038019|Kalliope]]) <> //Deutsches Bühnenjahrbuch// 1919 <> Adressbuch Frankfurt/M. 1922 <> //Frankfurter Zeitung und Handelsblatt// 27. Jan. 1922, 11. Sept. 1941; N.N. (Chiffre C16450), //Das goldene Jubiläum des Baldur-Klaviers! Festkonzert der Baldur-Pianoforte-Fabrik Akt.-Ges. in Frankfurt a. M.//, ebd. 7. Apr. 1922 <> Berichte in: //Signale für die musikalische Welt//, ZfM
**Literatur** — Meike Wilfing-Albrecht, Art. //Grümmer, Familie//, in: Oeml
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Abbildung 1: Wilhelm und Paul Grümmer traten am 20. Jan. 1904 gemeinsam in Frankfurt/M. auf (//Frankfurter Zeitung und Handelsblatt// 19. Jan. 1904)
Abbildung 2: Foto Paul Grümmers, 1903, aus: //Violoncellisten der Gegenwart in Wort und Bild//, Hamburg 1903, S. 78
Abbildung 3: Ankündigung des letzten Konzerts im Beethoven-Zyklus in Frankfurt/M. 1939 mit Paul Grümmer als Cellist des //Stroß-Quartetts// (//Frankfurter Zeitung und Handelsblatt// 12. März 1939, Zweites Morgenblatt)
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Bernd Krause