==== Christian Gottlieb Carl ==== \\ **CARL (auch Karl), CHRISTIAN GOTTLIEB** * Wernshausen (heute Ortsteil von Schmalkalden) 25. Apr. 1777 | † ebd. 10. Aug. 1824; Kantor, Komponist Christian Gottlieb Carl ist der jüngere Sohn des Schulmeisters Johann Friedrich Carl in Wernshausen. Sein älterer Bruder Georg Friedrich Carl (* Wernshausen 9. Okt. 1773) war nach seiner Ausbildung am Meininger Lehrerseminar als Kantor in Veilsdorf tätig. Möglicherweise erhielt auch Christian Gottlieb Carl seine Ausbildung dort, bevor er sich in Frankfurt/M. niederließ, wo er seit 1804 nachweisbar ist. Seine Hauptbeschäftigung war die eines Kantors und Gesanglehrers am Gymnasium (spätestens ab 1807); daneben erteilte er von 1804 bis Juli 1813 stundenweise Gesangsunterricht an der 1803 gegründeten Musterschule (hier gehörte der entfernt mit ihm verwandte Friedrich Fröbel kurzzeitig zu seinen Kollegen) und 1816 am Philanthropin. Mutmaßlich im Jahr 1816, spätestens jedoch 1818, wurde Carl emeritiert (sein Nachfolger als Gesanglehrer am Gymnasium wurde [[meggenhofen|Friedrich Meggenhofen]]) und ist anschließend im Frankfurter Staatskalender unter den ehemaligen Kräften des Gymnasiums als „emer. Gesangl. u. Cantor“ geführt – ab 1820 (und zuletzt 1824) zusätzlich mit der Anmerkung „auswärts“. Seinen Lebensabend verbrachte Carl in Wernshausen. Eine direkte Verwandtschaft zu [[carl|Ernestine Carl]] liegt nicht vor. **Werke** — [anonym erschienen:] //VIII Lieder für die Jugend// (Sst., Kl.), Mainz: Schott [1811]; s. [[https://opac.rism.info/id/rismid/rism990071607|RISM AN 1526]] <> //Melodien zu Schul-Liedern//, 2 Hefte, Offenbach: [[andre|André]] [1817]; verschollen (Rezension: AmZ 11. März 1818) **Quellen** — KB Wernshausen (ev.) <> Brief von Schott an Carl (1, 1811); D-MZsch (Kopierbuch) <> Brief an Schott (1, 1817); D-Mbs <> Briefe von André an Carl (1, 1807; 4, 1817); D-OF (Kopierbuch) <> Akte zu Emeritierung und Pensionierung; D-Fsa (Best. H.07.03 Nr. 1230) <> Gutachten Carls über eine von [[heroux|Franz Heroux]] geplante öffentliche musikalische Anstalt (1807); D-Fsa (Best. H.12.05 Nr. 110) <> Erwähnungen von Mitgliedern der Familie Carl, in: //Gesamtausgabe der Friefe Friedrich Fröbels//, hrsg. von Helmut Heiland [[https://editionen.bbf.dipf.de/exist/apps/briefedition-friedrich-froebel/index.html|online]] <> //Staats-Calender der Fürst-Primatischen Stadt Frankfurt am Main auf das Jahr 1807// und //Staats-Calender der Großherzogl. Stadt und des Departements Frankfurt 1813//, in Auszügen abgedruckt in: Karl Breuer, //Die Entwicklung des Frankfurter Schulwesens, insbesondere der katholischen Schulen von 1805–1817 nach dem Staatskalender//, in: //Selekten-Schule. Ehemalige Domstift-Schule Frankfurt am Main Gegr. 876// Jahrbuch 1933–1934, S. 36–54 <> //Staats-Calender für das Großherzoghtum Frankfurt// 1812, S. 336 <> Wilhelm Heinrich Seel, //Ausführlicher Lehrplan der Musterschule// […], Frankfurt/M. 1813, S. 27 <> //Staats-Calender der Freien Stadt Frankfurt// 1818, S. 62; 1820, S. 77 <> AmZ 11. März 1818 **Referenzwerke und Literatur** — Friedrich Eiselen, //Festschrift zur Eröffnung des neuen Gebäudes der Musterschule am 11. October 1880. Geschichte des deutschen Schulwesens in Frankfurt am Main bis zur Gründung der Musterschule; die ersten Jahre dieser Anstalt selbst und ihre beiden ersten Oberlehrer//, Frankfurt/M. 1880, Anhang II <> //Festschrift zur Hundertjahrfeier der Musterschule (Musterschule – Elisabethenschule) in Frankfurt am Main 1803–1903//, Frankfurt/M. 1903, S. 216 <> //Festschrift zur Jahrhundertfeier der Realschule der israelitischen Gemeinde (Philanthropin) zu Frankfurt am Main 1804–1904//, Frankfurt/M. 1904, S. 177 <> Otto Rückert, //Die Geschichte des Seminars in Meiningen//, in: //Sachsen-Meiningische Geschichte u. Landeskunde// Heft 53, 1906, S. [3]–27 <> Constapel 1998 <> Art. //Georg Friedrich Carl//, in: GoltzL ---- Kristina Krämer