==== Erich Böhlke ==== \\ **BÖHLKE, ERICH** * Stettin (heute Szczecin, Polen) 9. Sept. 1895 | † Delmenhorst 19. Apr. 1979; Dirigent und Komponist Nach dem Studium in Berlin und dem ersten Engagement als Opernkapellmeister in Rudolstadt (1924) erhielt Böhlke 1926 in Koblenz eine Anstellung als Städtischer Musikdirektor (somit Dirigent der Konzerte des //Musik-Instituts// in der Nachfolge von Willem de Kes) sowie auch als musikalischer Leiter des Stadttheaters (1. Opernkapellmeister als Nachfolger von [[meinecke|Ludwig Meinecke]]); wenig später ernannte die Stadt Koblenz ihn zu ihrem ersten Generalmusikdirektor. Anstelle von Joseph Rosenstock, der zur //Metropolitan Opera// in New York gewechselt war, wurde Böhlke Ende 1928 nach Wiesbaden als Dirigent des Staatstheaters und der Sinfoniekonzerte verpflichtet – bereits im März 1928 war er hier als Gastdirigent einmal aufgetreten –; er nahm seine Arbeit im August 1929 auf, erhielt aber bereits im Mai 1931 die fristlose Kündigung (möglicherweise aufgrund von Auseinandersetzungen mit dem Intendanten Paul Bekker), gegen die er vergeblich klagte. Nach einem etwa einjährigen Intermezzo in Berlin, wo er das Orchester der Schutzpolizei dirigierte, ging Böhlke 1933 nach Magdeburg und 1947 nach Oldenburg. Seit 1950 war er als Gastdirigent auf nationalem wie internationalem Terrain tätig. – Dass Böhlke auf Antrag im April 1941 in die NSDAP aufgenommen wurde, verschweigen (bzw. negieren) die meisten Nachschlage- und Referenzwerke, nicht dagegen seine Ehrenmitgliedschaften u. a. in der //Rheinischen Philharmonie// (1969) und im Koblenzer //Musik-Institut// (1970) wie auch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, mit der seine musikalischen Leistungen noch kurz vor seinem Tod gewürdigt wurden. **Werke** — Abgesehen von einigen kurz nach dem I. Weltkrieg in Stettin gedruckten Liedern (op. 3–5) blieben die Kompositionen Böhlkes (Chor- und Orchesterwerke, Kantaten, Kammermusik) unveröffentlicht; die vor 1945 entstandenen sind vernichtet, während die späteren zu einem guten Teil handschriftlich im Nachlass (s. Quellen) überliefert sind. **Quellen** — Nachlass (Musikmanuskripte, Tonbänder, Konzertprogramme u. a.) in D-MAt (vgl. das [[https://telemann.de/bibliothek-und-archiv/recherche/nachlaesse-und-schenkungen|Verzeichnis]] der Nachlässe und Schenkungen) <> Personalakte; D-KBsta <> Fallakte; D-WIhha <> //Wiesbadener Bade-Blatt// 27. März 1928, 3. Apr. 1928, 2./3. Dez. 1928, 7. Febr. 1929, 24. Aug. 1929, 20. Mai 1931 und passim; //Homburger neueste Nachrichten// 29. Mai 1931; //Nassauer Volksblatt// 22. Febr. 1933, 1. Juni 1933 **Literatur** — RiemannL 121959 und Supplement (1972) <> Sabine Gatz, Art. //Böhlke, Erich//, in: //Magdeburger Biographisches Lexikon// ([[https://mbl.ub.ovgu.de/Biografien/1657.htm|online]]) <> PriebergH <> Hans Schmidt, //Musik-Institut Koblenz//, Koblenz 1983, S. 263–268 <> Baur 2008 ---- Axel Beer unter Benutzung von Vorarbeiten von Uwe Baur (†)