winkelmeier

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WINKELMEIER (Familie)

(1) Georg Christoph get. Weißenburg (Bayern) 3. Jan. 1787 | † Worms 3. Jan. 1831; Musiklehrer, Organist und Komponist

(2) Hermann Adolph * Worms 1. März 1818 | † Dresden 4. Mai 1877; Sohn von (1), Musiklehrer, Dirigent und Komponist


(1) Georg Christoph Winkelmeier (bei der Taufe „Winkelmeyer“), Sohn eines Weißenburger Barchent- und Leinwebermeisters, ließ sich um die Mitte der 1810er Jahre in Worms als Musiklehrer nieder und war dort seit spätestens 1818 als Organist der evangelischen Kirche tätig. 1820 rief er eine öffentliche Singschule ins Leben, die seit 1822 auch die Unterweisung auf Orchesterinstrumenten anbot. Der in den Jahren 1813–1837 in Weißenburg zunächst als Instrumentenhändler und dann vor allem als Musikdirektor erwähnte (und ansonsten als Weber tätige) Johann Georg Winkelmeier (1775–1859) war ein älterer Bruder Georg Christophs.

Werke — 6 Walzer, Worms: Kreitner [1810/15]; später bei Heckel in Mannheim <> Serenade (2 Hr., 2 Tr., Pos.), ebd. [1816/18]; später bei Schott in Mainz <> Rondeau (Kl., Vl.) op. 4, Offenbach: André [1827]; D-Dl, D-KWbeer (s. Abb.), D-OF <> Allegro moderato (Orgel), in: Wilhelm Volckmar, Orgel-Archiv, Bd. 1, Braunschweig: Litolff [ca. 1875]; D-B <> Neuer Katechismus über den Unterricht im Gesange, Mannheim: Löffler 1821 <> zur handschr. Überlieferung s. RISMonline

Quellen — KB Weißenburg, Zivilstandsregister Worms <> Augsburgische Ordinari Postzeitung 4. Juni 1813; Königlich Baierisches Intelligenzblatt für den Rezat-Kreis (Ansbach) 23. Febr. 1820 und passim <> HmL <> weitere Quellenangaben bei Nöckel

Literatur — Cornelia Nöckel, Untersuchungen zur Musikgeschichte der Stadt Worms im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts, Magisterarbeit Mainz 2008 (unveröffentlicht), S. 82–84 <> BMLO


(2) Wie sein Vater war Hermann Winkelmeier in Worms als Musiklehrer tätig und leitete den dortigen Musikverein, bei dessen Konzerten er auch als Pianist und Violoncellist auftrat. 1846 bis 1853 lebte er als akademischer Musikdirektor (d. h. Musiklehrer an der Universität und Leiter des Musikvereins) in Heidelberg und übernahm am 1. Nov. 1853 die Leitung der Mainzer Liedertafel anstelle des zurückgetretenen Georg Vierling. Ein Gehör- und Nervenleiden zwang ihn bereits 1855, sich von Eduard Föckerer sowie von Carl Reiß vertreten zu lassen, der anschließend für kurze Zeit sein Nachfolger wurde. Nachdem Winkelmeier sein Amt zu Beginn des Jahres 1856 offiziell niedergelegt hatte, verliert sich zunächst seine Spur; 1863 ließ er sich – den Adressbüchern zufolge als Musikdirektor – in Dresden nieder, wo jedoch eine öffentliche Tätigkeit nicht nachzuweisen ist.

WerkePour passer les temps. 3 Impromptus (Kl. 4ms), Mannheim: Heckel [1841] <> Traum und Erwachen (Sst., Kl.), Speyer: Lang [1845] <> Liebe weiß die Wege (Sst., Kl.) op. 17, ebd. [1845] <> 4 Lieder (Sst., Kl.), ebd. [1845] <> Kurzes Erwachen (Sst., Kl.), Mainz etc.: Schott [1846]; D-B, D-Mbs <> Frühlingswanderschaft (2 Lieder) op. 19, ebd. [1847]; D-B <> Rheinlied (4st. Mch.), Speyer: Lang [1848] <> Zwei Lieder (Sst., Kl.) op. 20, Heidelberg: Meder [1851]; D-B <> Zwei Lieder […] der Mainzer Liedertafel gewidmet (4st. Mch.), Mainz etc.: Schott [1855]; E-Mn (digital), US-PRV

Quellen und Referenzwerke — Standesamtsregister Dresden, Zivilstandregister Worms <> Bewerbungsschreiben Winkelmeiers an Johann Joseph Schott, Eldena 6. Sept. 1852; D-MZs (digital); weitere Briefe an Schott (1853) s. Kalliope <> Jahresberichte der Mainzer Liedertafel 1854–1856 <> Adressbücher Dresden <> Der Eilbote (Landau) 6. Sept. 1845 (Beilage); Didaskalia 24. Apr. 1845, 11. Juni 1845, 23. Nov. 1847, 28. Dez. 1852, 1. Nov. 1853, 7. Apr. 1854, 31. Aug. 1854; Rheinische Musik-Zeitung 10. Jan. 1852, 19. Nov. 1853; Neue Berliner Musikzeitung 20. Juni 1855; Niederrheinische Musik-Zeitung 19. Nov. 1853, 29. März 1856, 21. März 1857 <> Peth 1879 <> Festschrift Mainz 1884 <> MMB <> freundliche Mitteilung von Herrn Dr. Stefan Dornheim (Stadtarchiv Dresden)

Literatur — Harald Pfeiffer, Heidelberger Musikleben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Heidelberg 1989


Axel Beer

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