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VICTOR, SELMAR * Dessau 1. Dez. 1874 | † Theresienstadt 22. Apr. 1944; Violinist, Komponist

Victor, aus einer jüdischen Familie stammend – vermutlich Sohn des Dessauer Schneidermeisters Adolf Victor und Bruder des Frankfurter Musikers Hermann Victor (* 1870), kam spätestens 1895 nach Wiesbaden, wo er mindestens ein Jahr lang Konzertmeister am Residenztheater war. Seit 1902 spielte er Violine im Orchester des königlichen Schauspiels und gründete 1920 mit Franz →Mannstädt und Oskar Brückner das Wiesbadener Trio. Zudem erteilte er Musikunterricht. 1933 forderte die NSDAP seine Entlassung und Ersetzung durch einen „arischen“ Musiker. Nach seiner Beurlaubung und zeitweisen Wiedereinstellung erfolgte im August 1935 seine Versetzung in den Ruhestand. Im Februar 1941 wurde Victor gezwungen, in das Judenhaus in der Herrngartenstraße 11 umzuziehen. Dort lernte er vermutlich seine zweite Frau, Eugenie geb. Löwenstein (1890–1944), kennen, die er 1942 heiratete, kurz bevor beide nach Theresienstadt deportiert wurden.

WerkeWiegenlied (Vl. m. Kl.) op. 11, Wiesbaden: Schellenberg [zw. 1898–1903] <> Preghiera (Bearbeitung von Otto Dorns op. 19 Nr. 3) (Vl. m. Kl.), Offenbach: André [ca. 1912]; D-B

Quellen und Referenzwerke — HmL <> Neuer Theater-Almanach bzw. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1895–1914 <> Pazdírek

Literatur — Art. Victor, Selmar in LexM (digital; dort weitere Literatur- und Quellenangaben) <> Erinnerungsblatt des Aktiven Museums Spiegelgasse (digital)

Abbildung: Stolpersteine für Victor und seine Ehefrau Eugenie geb. Löwenstein in Wiesbaden (Johannisberger Str. 9), aufgenommen von Kristina Krämer im Juli 2019


Kristina Krämer

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  • Zuletzt geändert: 2020/03/03 20:58
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