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SCHICK, ERNST * Den Haag Okt. 1756 | † Berlin 10 Febr. 1815; Violinist und Komponist

Schick, Sohn eines Tanzlehrers und in Amsterdam als Violinist ausgebildet, erhielt vermutlich im Zusammenhang mit der Berufung von Georg Anton →Kreusser, dessen Schüler er ebenfalls war, zum Konzertmeister im Jahre 1774 eine Anstellung als Kammermusikus an der Mainzer Hofkapelle. 1779–1782 und 1785–1791 trat er regelmäßig in den Winterkonzerten im Rothen Haus in Frankfurt auf und unternahm in der Saison 1782/83 eine Konzertreise, die ihn nach Berlin, Hamburg und Warschau führte; 1793 wurde er Mitglied der Königlichen Kapelle in Berlin. Seine Ehefrau (seit 1791) Margarethe Louise (* Mainz 26. Apr. 1773 | † Berlin 29. Apr. 1809) war eine Tochter des Mainzer Hoffagottisten Johann Nepomuk Hamel (get. Mainz 22. März 1728 | † ebd. 15. März 1792), hatte ihr Debut als Sängerin 1791 und setzte ihre Karriere seit 1793 in Berlin fort; ihre beiden Schwestern Katharina Josepha (1779–1840) und Margarethe Josephine (1779–1843), ebenfalls Sängerinnen, folgten ihr 1795. Zu den Mainzer Schülern Schicks zählten Johann Matthäus Kreusser. Ernst Schicks Sohn Friedrich (Wilhelm) (* Berlin 6. Nov. 1794 | † ebd. 28. Nov. 1860) war Klarinettist und Militärmusiker; die Tochter Juliane (* Berlin ca. 1792) debütierte 1807 als Sängerin, als die sie bis zu ihrer Heirat (ca. 1810) auftrat. Julianes Tochter Pauline von Schätzel (* Berlin 27. Aug. 1811 | † Eichberg bei Schilda (Brandenburg) 13. Sept. 1882) war ebenfalls Sängerin und verließ die Bühne bereits 1832 nach ihrer Verehelichung mit dem Hofbuchdrucker Rudolph Ludwig Decker.

WerkeConcert Nr. 1–6 (Violine, Orch.), Berlin/Amsterdam: Hummel [1783], s. RISM S 1557–1562 (Abb. aus E-Mn) <> einzelne Lieder in: J. K. Ambrosch, Freymäurer-Lieder mit Melodien (Berlin: Starcke, 1793), G. C. Grosheim, Melodien mit Klavier (s. hierzu EitnerQ, Art. Schick) und J. M. Böheim, Freymaurer Lieder mit Melodien (2. Aufl., Berlin: Starcke, 1795) <> Manuskripte (Abschriften) s. RISMonline

Quellen und Referenzwerke — KB Mainz und Berlin <> Franckfurter Frag- und Anzeigungs-Nachrichten 1779–1791 <> Carl Friedrich Cramer, Magazin der Musik 1783, S. 764–765 <> AmZ 17. Jan. 1816 (Nekrolog) <> EitnerQ, GerberATL, Ledebur, Israel 1876 <> freundliche Hinweise von Erich Staab, Erlangen

Literatur – Bernhard Stockmann, Art. Schick, in: MGG1 und MGG2P <> Gottron 1959 <> Edith Peters, Georg Anton Kreusser. Ein Mainzer Instrumentalkomponist der Klassik, München/Salzburg 1975 <> Art. Schick, Hamel, in: Kutsch/Riemens 31997 <> Axel Beer, Ernst Schick – Neues zu seinen Konzertreisen, in: MittAGm 88 (2016), S. 56–58 <> Ursula Kramer, Nachruhm in Gips und Marmor. Zur Bedeutung der Mainzer Sängerin Margarete Luise Schick für die Berliner Gluck-Rezeption, in: Gwendolyn Döring (Hrsg.), Christoph Willibald Gluck: Sein Opernschaffen – Bezüge, Reaktionen, Perspektiven, Mainz 2018, S. 47–73


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2020/10/13 15:40
  • von kk