oelsner

OELSNER, (FRIEDRICH) BRUNO * Neudorf (bei Annaberg, Sachsen) 29. Juli 1861 | † Heppenheim 3. Dez. 1909; Bratschist, Komponist

Nachdem Oelsner von 1877 bis 1880 seine Ausbildung zum Violinisten am Leipziger Konservatorium erhalten und dabei als Violinist wie Bratschist Konzerterfahrung im Quartettspiel gesammelt hatte, übersiedelte er nach Darmstadt. Dort vertiefte er bei Willem de Haan seine Kompositionsstudien, lehrte (so zumindest BakerB) am Konservatorium und wurde Mitglied der Hofkapelle (1885 Ernennung zum Hof-, 1890 zum Kammermusiker). Daneben übernahm er spätestens 1883 die Position Ferdinand Bauers als Bratschist des Quartettvereins, die er bis mindestens 1892 innehatte. Zusätzlich zu den regelmäßigen eigenen Konzertreihen in Darmstadt trat das Quartett auch auswärts bei Konzerten, wie 1881 bei einem des Vereins für Kunst und Litteratur in Mainz und 1886 in einem der Concert-Gesellschaft Giesbert Enzians in Kreuznach auf. In den 1890er Jahren trat Oelsner mit drei Einaktern als Opernkomponist an die Öffentlichkeit, wobei zwei der Libretti von seinem Orchesterkollegen Leopold Schutter verfasst worden waren. Oelsner war Sohn des Brauereibesitzers und Landwirts Friedrich Oelsner in Neudorf. 1883 heiratete er Emilie Netz (1861–1886), die Tochter Friedrich Netz’. In zweiter und dritter Ehe war er mit Maria Therese Johanna geb. Dehne und Klara Anna geb. Sitte (* 1882) verheiratet. Eine Verwandtschaft zum Leipziger Musikalienhändler Maximilian Oelsner lässt sich bislang nicht nachweisen. Oelsner starb „in geistiger Umnachtung“ (Die Musik, s. Quellen) in der Landesirrenanstalt in Heppenheim.

Werke — Ouvertüre zum Schauspiel Der Fechter von Ravenna (aufgef. Darmstadt 1888); s. Knispel 1891 <> Vardhâmana. Oper in 1 Akt (KlA.) (UA Kassel 1892, EA Darmstadt 1893; Libretto von Leopold Schutter), Darmstadt: Thies [1892]; A-Wst, D-B (angebl. Darmstadt: Thies in Komm. [1902]), D-Cl, D-MZs, D-Sl – Textbuch, ebd.; D-Sl <> Der Brautgang. Oper in 1 Akt (KlA.) (UA Darmstadt 1894, EA Mainz 1894), [Darmstadt]: Selbstverlag [1893]; D-B, D-Cl, D-DS, D-HEms (angebl. Leipzig: Oelsner [1880]), D-Sl (wie HEms) – Textbuch, Leipzig: Oelsner [1893]; D-MZs <> Der Elephant Komische Oper in 3 Aufzügen (KlA.) (UA Darmstadt 1900, EA Koblenz 1901[?]; Libretto von Leopold Schutter), Darmstadt: Thies [1899]; D-B, D-Dl, D-MZs (s. Abb.), D-Sl – Textbuch, ebd. [1899]; D-B, D-DS, D-Sl <> Bunte Blätter. [7] Leichte, fortschreitende Vortragsstücke (Vl., Kl.) op. 20, Darmstadt: Thies [1903]; D-B, D-DSsa, I-Rsc <> Lied Sein Namenstag (aufgef. Darmstadt 1903); s. NZfM 5. Aug. 1903

Quellen — Standesamtsregister Darmstadt und Heppenheim <> Adressbücher Darmstadt <> Akten in D-DSsa (G 28 Darmstadt Nr. F 2389/15; G 31 P Nr. 2653, G 55 Nr. 145/2 und Nr. 160/35, O 15 Nr. 419) <> Prüfungsprotokolle des Leipziger Konservatoriums (A, II.1/4 „Privat-Prüfungen Ostern 1877–Ostern 1880“; D-LEmh) <> MMB <> Knispel 1891 <> Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 19. Nov. 1885 (Beilage Nr. 26), 29. Jan. 1890 (Beilage Nr. 2) <> zahlreiche Nennungen in der musikalischen Presse, u. a. NZfM 19. Juli 1878, 25. Okt. 1878, 16. Nov. 1883, 22. Jan. 1886, 28. Sept. 1892, 5. Aug. 1903, 4. Okt. 1905; Musikalisches Wochenblatt (Leipzig) 6. Juni 1879, 27. Febr. 1880, 24. März 1881, 8. Mai 1884, 10. Febr. 1887, 22. Jan. 1891, 5. Febr. 1891, 11. Febr. 1892, 19. Jan. 1893, 1. Febr. 1894, 18. Okt. 1900, 24. Jan. 1901; Signale für die musikalische Welt (Leipzig) Nr. 68 (Dez.) 1892, Nr. 6 (Jan.) 1893, Nr. 12 (Febr.) 1894, Nr. 20 (März) 1894, Nr. 18 (März) 1895, 10. Okt. 1900; Deutsche Kunst- & Musik-Zeitung (Wien) 15. März 1894; Die Musik (Berlin) Jg. 9 (1909/10) Heft 7

ReferenzwerkeVollständiger Opernführer durch die Repertoireopern […], hrsg. von Johannes Scholtze, Berlin 21910 <> BakerB <> StiegerO


Kristina Krämer

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  • Zuletzt geändert: 2021/02/24 14:56
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