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NEEB, HEINRICH ADAM * Lich 11. Dez. 1805 | † Frankfurt/M. 17. Jan. 1878; Chordirigent, Musiklehrer und Komponist

Neeb, zunächst Schüler seines Vaters, des Organisten Johann Adam Neeb in Lich, besuchte bis 1824 das Lehrerseminar in Friedberg, wo er von Johann Peter Müller unterrichtet wurde. Nach einigen Jahren in wechselnder Anstellung (u. a. 1826–1830 als Musiklehrer der Kinder der Familie Ysenburg-Büdingen) reiste Neeb 1830 nach Italien und Paris (hier gründete er den ersten deutschen Männergesangverein Germania) und ließ sich 1831 in Frankfurt nieder, wo Aloys → Schmitt sein Lehrer wurde. Gemeinsam mit Carl Gollmick leitete Neeb seit 1835 die Frankfurter Liedertafel, war maßgeblich an der Organisation des Ersten Deutschen Sängerfestes beteiligt und gründete in der Folgezeit eine Reihe von Männerchören, darunter Teutonia, Turnersängerkranz, Germania und 1865 den Neebschen Männerchor, der noch heute als Neeber-Schuler-Chor besteht; zudem war er einer der anerkanntesten Musiklehrer der Stadt. 1874 zog sich Neeb, der als „Nestor der hiesigen Gesangvereins-Dirigenten“ galt (Didaskalia; s. Quellen), von seinen öffentlichen Aufgaben zurück. Zu seinen Schülern zählte Georg Vierling.

Werke (Überblick und Auswahl; vgl. Bartel 1993) — Opern Domenico Balbi, Der Cid, Die schwarzen Jäger (Frankfurt 1841, 1843, 1846), Rudolph von Habsburg (nicht aufgef.) <> zahlreiche Lieder und Balladen, darunter Andreas Hofer (Frankfurt: Hedler [ca. 1850]), Die deutsche Mutter (Frankfurt: Küchler [ca. 1850]), Der sterbende Trompeter (Offenbach: André [1870]), Männerchöre <> ungedruckte Instrumentalwerke, darunter Ouverturen, Streichquartette und Klavierstücke

Quellen — Briefe und Dokumente in D-F, D-Ff, D-Hth, D-OF, s. Kalliope <> HmL <> Nachlass Neebs im Besitz des Neeber-Schuler-Chors, Frankfurt <> Bestand Neeber-Schuler-Chor im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt <> Nachruf in: Didaskalia (Frankfurt) 20. Jan. 1878 <> Todesnachricht in: Harmonia. Zeitschrift für die musikalische Welt (Offenbach), 16. Febr. 1878

Literatur — Mendel/Reissmann <> RiemannL 101922 <> Mohr <> Helmut Bartel, „Freiheit, du mein Losungswort“. Heinrich Adam Neeb, ein Freund Friedrich Stoltzes, Begleitheft zur Ausstellung 1986, Frankfurt 1986 <> Friedhelm Brusniak, Das große Buch des Fränkischen Sängerbundes, München 1991 <> Helmut Bartel, Heinrich Adam Neeb. Ein Beitrag zur Musikgeschichte Frankfurts, Frankfurt 1993 <> Friedhelm Brusniak / Dietmar Klenke, Sängerfeste und die Musikpolitik der deutschen Nationalbewegung, in: Die Musikforschung 52, 1999, S. 29–54

Abbildung 1: Heinrich Adam Neeb, Fotografie von Straub & Kühn (Digitalisat aus D-F, Porträtsammlung Manskopf)

Abbildung 2: Gedenktafel an Heinrich Neebs Geburtshaus in Lich (Seelenhofstr. 1), aufgenommen von Gudula Schütz im April 2019


Axel Beer

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