knigge

KNIGGE, ADOLPH (FRANZ FRIEDRICH LUDWIG) FREIHERR * Bredenbeck bei Hannover 16. Okt. 1752 | † Bremen 6. Mai 1796; Schriftsteller, Philosoph, Übersetzer, Komponist

Knigge genoss eine private Ausbildung, in der Musik sind Johann Gottfried Wilhelm Palschau und „ein junger Bach“ als Lehrer zu nennen. Nach einem Jurastudium in Göttingen war er in Hessen-Kasseler Diensten, anschließend von 1777 bis 1780 in Hofdiensten in Hanau tätig und ließ sich 1780 in Frankfurt/M. nieder. Dort pflegte er Kontakt zu Freimaurern und Illuminaten. Neben den 1781 erschienenen Sonaten (s. Werke) kamen beim Frankfurter Verlag Andreae auch mehrere literarische Werke von Knigge heraus. Trotz der guten Beziehung zu seinem Frankfurter Verleger („jederzeit sehr billig, redlich, und freundschaftlich“, s. Vorrede) erschien 1788 die Erstausgabe Über den Umgang mit Menschen nicht bei „Herrn Andreä“. 1783 ging Knigge nach Heidelberg, 1787 kehrte er nach Hannover zurück. Bereits 1779 (und erneut 1788) trat Knigge mit dem Wunsch an Friedrich Nicolai in Berlin heran, für dessen Allgemeine deutsche Bibliothek Musikalienrezensionen beizusteuen; in den Jahren 1790–1796 wurden (neben solchen von Johann Gottlieb Portmann) mehrere Artikel aus seiner Feder veröffentlicht.

WerkeKompositionen: Concert (Fag., Str., B. c.) in F-Dur, Ms. (dat. 1775) in D-HVsta RISM ID 451503175 <> Six Sonates de clavecin seul (Kl.), Frankfurt/M.: Andreae 1781 RISM K 986 (Abb. aus D-Dl) <> Lied des Schulmeisters Ehrenfels, bei Eröffnung seiner Morgenschule, nebst Musik dazu und Nachtstückchen, von einem Liebhaber unter dem Fenster seiner grausamen Schönen zu singen und zu spielen, in: Viktor Ehrenfels (Pseud.): Journal aus Urfstädt 1785/86 – sämtliche Werke als NA, Lilienthal: Eres Edition <> Übersetzungen von Opernlibretti: Die beiden Geizigen (Grétry), in: Theaterstücke, Hanau und Offenbach: Schulz 1780; D-B, D-W <> Figaro’s Heyrath (Mozart), Singspiel 4 Akte (1789 Hannover), Hamburg 1791, KLA. von Christian Gottlob Neefe, Bonn: Simrock [1796], s. KV 492 und RISM M/MM 4343 <> Gesänge aus dem Singspiele: Der Talismann (Salieri), Hamburg: Freystatzky und Rabe 1794; D-B (digital)

Literatur — Karl Heinz Göttert, Musik kömmt vom Himmel – Adolph Freiherr Knigge, ein Dilettant im 18. Jahrhundert, in: Concerto, 1988 (Heft 5), S.11–14 <> Axel Fischer, „Cantores amant humores“ – Adolph Freiherr von Knigge und die Tonkunst, in: Text & Kritik 130 (1996), S.74–83 <> KV <> Ernst August Knigge, Knigges Werk – Eine Bibliographie der gedruckten Schriften, Kompositionen und Briefe Adolphs Freyherrn Knigge und seiner Tochter Philippine von Reden, geb. Freiin Knigge, Göttingen 1996 <> Wolfgang Fenner (Hrsg.), Adolph Freiherr Knigge. Ausgewählte Briefe, Bd. 10, Hannover 1996 <> Axel Fischer, Art. Knigge, Adolph Freiherr in: MGG2P (dort weitere Literatur) <> Gudula Schütz, Vor dem Richterstuhl der Kritik. Die Musik in Friedrich Nicolais ‚Allgemeiner deutscher Bibliothek’ 1765–1806, Tübingen 2007 <> Martin Bierwisch, Musik zwischen öffentlicher Darbietung und privatem Genuss – Musikleben in Frankfurt am Main im 18. Jahrhundert, Diss. in Vorb.


Martin Bierwisch

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
  • knigge.txt
  • Zuletzt geändert: 2020/06/07 23:49
  • von sr