hohlfeld

HOHLFELD, OTTO * Zeulenroda 10. März 1854 | † Darmstadt 9. Mai 1895; Violinist und Komponist

Zunächst absolvierte Hohlfeld in der väterlichen Meisterwerkstatt eine Weberlehre und nahm, nachdem der anfängliche familiäre Widerstand gebrochen war, daneben Flöten-, Violin- und Klavierunterricht beim Ortskantor. 1868 bezog er das Lehrerseminar in Greiz, das ihm die Möglichkeit zur Erweiterung seiner musikalischen Kenntnisse bot, und 1872 wurde er am Dresdner Conservatorium aufgenommen, wo er Schüler von Julius Rietz (Komposition) und Johann Christoph Lauterbach (Violine) wurde; nach kurzer Zeit erhielt er zudem eine Anstellung in der königlichen Kapelle. 1877 wechselte Hohlfeld an die Darmstädter Hofkapelle und stieg (als Nachfolger von Joseph Miroslaw →Weber) bereits im Mai 1878 (offizielle Ernennung Sept. 1880) zum Hofkonzertmeister auf. Als Violinsolist und als Mitglied des Quartettvereins (mit Willem de Haan als Pianist sowie seinen Quartettkollegen Wenzel Petr (1851–1914), Ferdinand Bauer (1819–1890) und Emil Reitz (1846–1899)) nahm er regen Anteil am öffentlichen Musikleben der Stadt; er war außerdem Violinlehrer an der Philipp Schmitt’schen Academie für Tonkunst. Ausgedehnte und den Presseberichten zufolge sehr erfolgreiche Konzertreisen führten Hohlfeld über die Mittelrheinregion (Auftritte u. a. in Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Aschaffenburg, Kaiserslautern, Bad Kreuznach) hinaus nach Baden-Baden, Stuttgart, Aachen, Köln, Oldenburg, Dresden, Erfurt, Halle, Jena, Leipzig, in seine vogtländische Heimat (Zeulenroda, Greiz) und – im Winter 1882/83 – über Warschau und Reval nach St. Petersburg. Zu seinem Repertoire zählten vor allem Beethovens Violinkonzert, einzelne Konzerte Spohrs und Bachs Chaconne. 1881 erhielt er von einem an der Nordsee ansässigen Kunstmäzen eine 1714 gefertigte Stradivari im Wert von 10.000 Mark zum Geschenk. Als Anerkennung für seine künstlerischen Leistungen wurden ihm 1892 die Medaille für Kunst und Wissenschaft durch Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg und 1894 das Ritterkreuz 2. Klasse von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen verliehen.

WerkeQuintett (2 Vl., 2 Va., Vc.) op. 1, Leipzig: Kistner [1876]; D-B, D-Dl <> Zwei Zigeuner-Tänze (Kl.) op. 2, ebd. [1976]; D-B, D-Mbs <> Elegie (Pos., Kl./Orch.) op. 3, Hamburg: Leichssenring [1877] – TA Leipzig: Rühle & Wendling [1894]; D-B <> Elegie (Vl., Kl./Orch.) op. 4, ebd. [1877]; D-B, D-KNh <> Vier Lieder (Sst., Kl.) op. 5, ebd. [1877] <> Aus heiteren Tagen. Drei Lieder (Sst., Kl.) op. 6, ebd. [1880] <> Vier Männerchöre op. 7, ebd. [1880] <> Freundesglück („Was ist’s, das mich so tief ergreift“; Sst., Kl.) op. 8, ebd. [1881]; D-B <> Phantasiestück (Hr., Kl.) op. 9, Hamburg: Leichssenring [1881] <> Zwei Lieder (Sst., Kl.) op. 10, Darmstadt: Bölling [1883] <> Drei Lieder (Sst., Kl.) op. 11, Darmstadt: Thies [1890]; D-B <> Drei Männerchöre op. 12, ebd. [1892]

Quellen — Standesamtsregister Darmstadt <> Akten in D-DSsa (insb. Nachlass Best. G 28 Nr. F 1754/21) <> Briefe s. Kalliope <> Zahlreiche Notizen, Berichte und Besprechungen in der Fachpresse, insb. Musikalisches Wochenblatt, NZfM (hier u. a. 22. Juli 1881 die Stradivari betreffend), Signale für die musikalische Welt <> Louis Schlösser, Otto Hohlfeld. Eine biographische Skizze, in: Musikalisches Wochenblatt 3. Dez. 1885, S. 610–611 <> MMB

Literatur — Mendel/Reissmann (Supplement) <> RiemannL bis 1922 <> Frank/Altmann

Abbildung: Otto Hohlfeld, Fotografie (Digitalisat aus D-F, Porträtsammlung Manskopf)


Axel Beer

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