hoernigk

HÖRNIGK, LUDWIG (VON) * Darmstadt oder Frankfurt/M. 16. März 1600 | † Mainz 2. Aug. 1667; Jurist, Mediziner und Komponist

Nach seinem Jura- und Medizinstudium in Gießen (Promotion in Straßburg zum Dr. med. 1625) arbeitete Hörnigk – angeblich illegitimer Sohn des hessen-darmstädtischen Landgrafen Ludwig V. – als Arzt (seit 1635 Stadtarzt bzw. Physicus ordinarius) in Frankfurt/M.; 1638 erfolgte in Marburg die Promotion zum Dr. iur. Zwistigkeiten führten 1643 zu seiner Entlassung aus den Frankfurter Diensten, und Hörnigk nahm eine Stelle als Amtmann an der gräflich Solmsschen Residenz in Rödelheim an. Seine im Blick auf seine Karriere strategische Konversion zum Katholizismus (1647 in Wien) ermöglichte es ihm, 1648 in Frankfurt das einflussreiche Amt des kaiserlichen Bücherkommissars anzutreten sowie seit 1650 (als kaiserlicher und kurmainzischer Rat) in Mainz ansässig zu werden und von 1653 an seine Tätigkeit als Professor der Medizinischen Fakultät der Universität aufzunehmen. 1629 wurde er in den Adelsstand erhoben. Über seine musikalische Ausbildung ist nichts bekannt. Eher unwahrscheinlich ist eine Verwandtschaft mit den bei Schweickert 1937 und Gottron 1959 für die 1670er und 1680er Jahre genannten Mainzer Hofmusikern Nikolaus und Franz Horneck; auch der 1624 nachgewiesene Frankfurter Spielmann Andreas Hörnigk weist sicherlich nur eine zufällige Namensgleichheit auf.

WerkeTRIPHYLLIUM SYMPHONIARUM SACRUM. Oder Achtzehen auß vblichem CHORAL FVGALITER vnd Concertsweiß gesetzte Evangelische Kirchengesäng so wohl Instrumentaliter (derowegen mit dem Bassus continuus darbey) als Vocaliter füglich und ahnmütig zu gebrauchen ALLA MVSICA MODERNA oder auff die newe Italianische Manier […] componiret […], Frankfurt: Wörner 1628; s. RISM H 5732 <> ein Satz in Lorenz →Erhards Harmonisches Chor- vnd Figural Gesang-Buch, Frankfurt: Selbstverlag 1659

Literatur — Schaefer 1975/I <> Ludwig von Hörnigk, in: Verzeichnis der Professorinnen und Professoren der Universität Mainz (online; dort weitere Literatur- sowie Quellenangaben)

Abbildung: Ludwig Hörnigk, Stich von Sebastian Furck (D-LEu digital)


Axel Beer

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
  • hoernigk.txt
  • Zuletzt geändert: 2021/01/21 11:04
  • von ab