hermann

HERMANN, (CARL) WILHELM (auch Gauillaume) * ca. 1786 Schönebeck (Elbe) | † zw. 1853–58; Offizier, Regierungsbeamter, Komponist und Pianist

Hermann, Ritter des eisernen Kreuzes und Sohn des Justizkommissionsrats Johann Friedrich Hermann in Ziesar, widmete sich der Musik erst nach seiner militärischen Laufbahn. Nach der Stellung als Premierleutnant im 5. Kurmärkischen Landwehr-Kavallerie-Regiment und als aggregierter Premierleutnant war Wilhelm Hermann von Februar 1816 bis Mai 1819 Premierleutnant im 8. (ersten westfälischen) Husarenregiment. Anschließend ließ er sich in Trier nieder, wo er sich neben seiner Beschäftigung als Regierungskanzleiinspektor (auch Regierungskanzlist, -kalkulator und -sekretär) für die bürgerliche Musikpflege engagierte. 1820 heiratete er Henriette Josephine Leistenschneider, die Tochter des verstorbenen früheren Bürgermeisters, und verkehrte entsprechend in den gehobenen gesellschaftlichen Kreisen der Stadt. Als Mitglied des Casinos und dessen 1825 gegründeter Konzertkommission sowie als Gründungsmitglied des Dilettantenvereins und des Trier’schen Musikvereins zur Förderung der Instrumentalmusik, organisierte Hermann Abonnementskonzerte und -bälle, wobei er gelegentlich selbst als Pianist auftrat. Zudem erteilte er Klavierunterricht (zu seinen Schülern gehörte Heinrich Oberhoffer). Neben Gelegenheitskompositionen im Rahmen des Trierer Musiklebens komponierte Hermann überwiegend Klavierwerke und vereinzelt Lieder mit Klavierbegleitung, die ab 1824 in Koblenz bei Falckenberg erschienen. Spätere Werke veröffentlichte Lischke in Berlin (opp. 36–46 nachweisbar). Hermann hielt sich auch selbst längere Zeit in Berlin auf. Die Berliner musikalische Zeitung (Nr. 102, 1833) gibt als Grund die „Heilung seiner im Kriege empfangenen Wunden“ an. Spätestens 1838 kehrte er für einige Jahre zurück nach Trier, wo 1841 die konzertante Erstaufführung seines einzigen großbesetzten Werkes, der Oper Boabdil, stattfand, bevor er sich 1842 erneut in Berlin befand – zur Einstudierung seiner Oper (Vgl. Neue Würzburger Zeitung). Es ist unklar, ob dort eine Aufführung zustande kam.

Werke (Auswahl gedruckter Werke; zu weiteren Werken aus Trier siehe Bereths 1978) — Grande Sonate (Kl. mit obl. Vc. od. Vl.) op. 1, Koblenz: Falckenberg [1824] <> Solo pour Pianoforte, contenant Variations et Polonaise op. 2, ebd. [1824]; D-KLu, D-TRs, PL-WRu <> Sechs Lieder von Matthisson (mit Kl.) op. 3, ebd. [1824]; D-TRs, A-Wgm (EitnerQ) <> 6 Lieder (mit Kl.; Text Carl Streckfuss) op. 36, Berlin: Lischke [1833/34] <> Trinklied von Novalis, in Form einer Polonaise (Kl.) op. 37, Berlin: Lischke [1831]; Berlin: Brandenburg [1833] <> Le bal masqué, danses de carnaval pour 1834 (12 Tanzstücke, Kl.) op. 38, Berlin: Lischke [1833] <> Polonaise nach dem Liede von Fischer: „die Sehnsucht“ (Kl.) op. 39, ebd. [1833] <> Acht Galoppen (Kl.) op. 40, ebd. [1833] <> Sechs Masurca (Kl.) op. 41, ebd. [1833] <> Drei Regdowak mit beliebten Anklängen aus der Oper: Die Montecchi und Capuletti von Bellini op. 42 (Berliner AmZ irrt mit op. 12), ebd. [1833]; PL-WRu <> Gesellschaftslied: „der weisse Hirsch,“ von Uhland (mit Kl.) op. 43, ebd. [1833] <> Drei Rondo-Walzer (Kl.) op. 44, ebd. [1833] <> Adagio et rondeau brillant (Kl.) op. 45, ebd. [1833]; D-Mbs (digital, s. Abb.) <> Six Polonaises (Kl.) op. 46, ebd. [1833/34] <> Sechs Walzer (Kl.) op. 27 (möglicherweise irren AmZ und Berliner mus. Zeitung und meinen op. 47), ebd. [1833] <> Deutsches Bundeslied v. J. N. Firmenich, bei der Gelegenheit der Feier am 8. Septbr. 1841 zu Detmold (Singst. mit Kl.), Köln: Eck [1842] <> Variations brillantes sur un Motif tiré de l’Opéra: Il Crociato de Meyerbeer (Kl.), Mainz: Schott [1843]; D-B

Quellen und Referenzwerke — AmZ, Intelligenzblatt Nr. 3, Apr. 1824 <> Berliner musikalische Zeitung Nr. 102, 21. Dez. 1833, S. 407; Nr. 103, 28. Dez. 1833, S. 410f. <> Neue Würzburger Zeitung Nr. 334, 2. Dez. 1842 <> HmL, MMB, FétisB (irrt bei Geburtsdaten), EitnerQ, Mendel/Reissmann <> Adressbücher Trier 1853, 1858

LiteraturGeschichte des 1. Westfälischen Husaren-Regiments Nr. 8, Berlin 1882, S. 160 <> Bereths 1978, Bereths 1983


Kristina Krämer

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  • Zuletzt geändert: 2019/11/01 00:59
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