harbordt

HARBORDT, (JOHANN) GOTTFRIED * Darmstadt 1768 | † Offenbach 1837; Oboist, Bratschist, Hofmusiker, Komponist

Einer Musikerfamilie entstammend, wurde Gottfried Harbordt Schüler von Johann Gottlieb Portmann. Er fungierte als Musiklehrer des „Cadeten-Instituts“ und wurde 1790 in die Darmstädter Hofkapelle aufgenommen, nach deren Verkleinerung er pensioniert wurde. Aufgrund des finanziellen Ausfalls war er gezwungen, „Haus und Garten […] zu veräußern“ (siehe Akte D12, Brief vom 27. Apr. 1832), die seine Frau Friederike geb. Oettingen (1772–1829) mit in die Ehe gebracht hatte. Er zog Ende August 1832 nach Offenbach um. Über die Zeit in Offenbach war nichts zu ermitteln. Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor; der älteste Sohn war der spätere Hofmusikus Philipp Harbordt (* 1801). Möglicherweise ist auch der zweite Sohn Georg (* 1805) Musiker in der Hofkapelle gewesen. Weitere bekannte Vertreter der Musikerfamilie Harbordt sind Nikolaus (Oboist von Ludwig IX. in Pirmasens) und Emanuel Christoph (1705–1767). In der Hofkapelle in Darmstadt ist auch ein Johann Heinrich Harbordt tätig gewesen (s. Staats- und Adresskalender 1794 u. a.), eine nahe verwandtschaftliche Beziehung ist wahrscheinlich.

Werke1. Gedruckt: a. Kompositionen: IX Variations über Bornhardts Lied: Ich lobe mir den frischen Quell (Kl.), Braunschweig 1796 (laut Gerber) <> Trois Duos op. 2 (2 Fl.), Braunschweig: Spehr [1796]; s. RISM H/HH 2011 <> Trois trios faciles et agréables à l’usage des comançan [!] (2 Vl., Vc.) op. 4, Heilbronn: Amon [1799]; s. RISM HH 2011a <> Trois Duos op. 16 (2 Fl.), Braunschweig: Spehr [1778/99]; s. RISM HH 2011b <> Trois Duos progressifs (2 Fl.), Bonn/Köln: Simrock [ca. 1818]; s. RISM HH 2011c <> Cantate zur frohen Feyer des hohen Vermählungsfestes […] des Herrn Erbgrafen Ernst Kasimir von Ysenburg-Büdingen mit der […] Gräfin Ferdinande von Erbach-Schönberg, Darmstadt: Stahl 1804; D-DS <> b. Bearbeitungen: Die Bachanten (Generali), KlA., Bonn/Köln: Simrock [ca. 1819]; D-BNba, D-Mbs <> Trajan in Dacien (Nicolini), arr. Kl. 4ms, ebd. [ca. 1820]; s. RISM NN 680 I,57 <> Die Stumme von Portici (Auber), KlA., Mainz: Schott [1829]; A-Wn, D-Bhm, D-F, D-Mbs (digital, s. Abb.), D-ALTbethmannhollweg (s. RISMonline), CH-Lbhlm, I-Rama <> 2. Ungedruckt (hauptsächlich in D-DS, siehe RISMonline): Kantate Lob Gottes 1800; Textbuch bei Meyfarth in D-DS <> Kantate Zur 3. Jubelfeier der Reformation 1817 <> Kantate Zur Vermählung des Erbprinzen m. Mathilde v. Baden <> Singspiel Das falsche Duell oder der unglückliche Liebhaber, 1791 <> Operette Der Pächter-Weber <> Das Hintermädchen oder Annes Triumpf, verschollen? (siehe Akte D 12) <> 24 Entre-Acts <> Trauermarsch (Orch.) <> 3 Flötenkonzerte (siehe Gronefeld) <> Lehrbuch der Harmonie, Melodie und des doppelten Contrapuncts, nach den Grundsätzen meines verewigten unvergesslichen Lehrers des dahier verstorbenen G. Portmann, […] mit einigen Zusätzen von G. Harbordt, Grosherzogl. hessischen Cammermusikus; US-Wc

Quellen und Referenzwerke — Akten in D-DSsa: D 12 Nr. 25/16, D 8 Nr. 38/6 und D 8 Nr. 27/3 <> Freundliche Auskunft des Stadtarchivs Darmstadt (Rebekka Friedrich) <> Freundliche Auskunft des Instituts für Stadtgeschichte Offenbach (Anjali Pujari) <> Briefe (an Schott), s. Kalliope <> Thomas 1858, S. 78 <> Knispel 1891, S. 30 <> GerberNTL, EitnerQ

Literatur — Friedrich Noack, Art. Harbordt, Gottfried, in: MGG1 <> Noack 1967 <> Schweitzer 1975, S. 87 <> StiegerO <> Gronefeld, Bd. 2, S. 25f. <> Kramer 2008 <> David Damschroder, Thinking about Harmony – Historical Perspectives on Analysis, Cambridge 2008, S. 255 und passim


Martin Bierwisch

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  • Zuletzt geändert: 2020/06/08 00:12
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