grimm

GRIMM (Familie)

(1) (Johann) Christoph * Hildburghausen 1768 | † ebd. 28. Febr. 1854; Kammerdiener, Hornist

(2) (Johann) Carl * Hildburghausen 17. März 1791 | † Wiesbaden [nicht Weilburg] 18. Nov. 1855; Sohn von (1), Hornist und Komponist

(3) (Johann Karl) Christian * Hildburghausen 1. Juni 1794 | † Wiesbaden 19. Jan. 1859; Sohn von (1), Hornist und Komponist

(4) (Johann) Heinrich * Hildburghausen 18. Juli 1798 | † Frankfurt/M. 15. Apr. 1836; Sohn von (1), Hornist und Oboist

(5) (Auguste) Friederike (Sophie) * Hildburghausen 2. Aug. 1817 | † Frankfurt/M. 3. Dez. 1864; Tochter von (2), Sängerin

(6) (Nicolaus) Carl * Hildburghausen 28. Apr. 1819 | † Freiburg (Schlesien)? 9. Jan. 1888; Sohn von (2), Cellist und Komponist

(7) Gustav (Christoph) * Hildburghausen 1. Apr. 1822 | † Frankfurt/M. 19. Okt. 1851; Sohn von (3), Hornist

(8) (Christian) Friedrich * Biebrich 11. Okt. 1823 | † Frankfurt/M. 23. Apr. 1891; Sohn von (3), Hornist und Musiklehrer

(9) Johann (Jakob Michael) gen. Jean Biebrich 19. Nov. 1835 | † Wiesbaden 2. Nov. 1907; Sohn von (2), Hornist, Violinist und Komponist

(10) (Christiane Georgine Jacobine) Nanette * Wiesbaden? 24. Nov. 1843 | † ebd. 6. Febr. 1871; Tochter von (8), Sängerin

(11) Auguste (Caroline Catherine Sophie) * Wiesbaden 16. Aug. 1849 | † nicht vor 1878; Tochter von (6), Organistin

(12) Katherine (auch Katharina) * Wiesbaden 18. Sept. 1863 | † ebd. 18. Jan. 1940; Tochter von (9), Musiklehrerin

(13) (Anna) Maria/Marie (Kathinka) * Wiesbaden 20. Sept. 1866 | † ebd. 12. Juli 1945; Tochter von (9), Pianistin und Klavierlehrerin

(14) (Heinrich Hugo) Eugen (auch Eugène) * Wiesbaden 18. Jan. 1859 | † Crowborough (England) 24. Juni 1920; Sohn von (6), Cellist, Organist und Musiklehrer

(15) Moritz (Anton Jean) * Wiesbaden 2. Juli 1868 | † nicht vor 1919; Sohn von (9), Dirigent

(16) Bertha * Wiesbaden 14. März 1879 | † ggf. Köln, nicht vor 1942; Tochter von (9), Sängerin

Stammbaum-Diagramm


(1)


Christoph Grimm, Sohn des fürstlichen Vorreiters Johann Caspar Grimm (1742–1809), war Kammerdiener der Sachsen-Hildburghäuser Herzogin Charlotte aus dem Hause Mecklenburg-Strelitz. Aus seiner mit Christina Friederike geb. Karch (* 1764) geschlossenen Ehe gingen die Söhne Carl, Christian und Heinrich (2–4) hervor, die er vermutlich auf dem Waldhorn ausbildete. Carl Gollmick zufolge war er ein „berühmter Hornist“ und soll mit Konzerten, die er gemeinsam mit seinen Söhnen im Quartett (Heinrich ist hier irrig als Bruder genannt) „um 1817 in den Rheinstädten“ gab, großes Interesse erregt haben. 1819 traten sie nachweislich in derselben Konstellation in einem Konzert der Hildburghäuser Hofkapelle auf.

(2)–(3)


Vermutlich durch den Vater (1) im Hornspiel ausgebildet, wurden Carl und Christian Grimm in die Hildburghäuser Hofkapelle aufgenommen und 1816 zu Kammermusici ernannt. Als solche reisten sie wenig später nach Bayern (Auftritte in München und wahrscheinlich Regensburg). Die in GollmickH genannten Konzerte mit dem Vater und dritten Bruder Heinrich (4) um 1817 am Rhein lassen sich bislang nicht belegen. Ullrich bzw. Goltz zufolge (s. Lit.) verließen die beiden Brüder 1822/23 ihre Hildburghäuser Stellung und wandten sich nach Wiesbaden, wo sie Mitglieder der herzoglich nassauischen Hofkapelle in Biebrich unter Christian Rummel wurden. Im Nov. 1822 tauchen sie in einer Aschaffenburger Fremdenanzeige, im Dez. 1823 mit einem Duo concertante bei einem Konzert Carl Guhrs in Frankfurt/M. auf. Als nassauische Hofmusiker gastierten sie – teils gemeinsam, teils mit anderen Kapellmitgliedern – bei Konzerten des Frankfurter Museums 1840 und 1841. Carl Grimm (2), der 1854/55 pensioniert wurde, war seit 1817 mit Johanne Caroline Ortleb, der Tochter des Hildburghäuser Hofschlächters verheiratet; die gemeinsamen Kinder Friederike, Carl, Wilhelm und Johann (5, 6, 8b, 9) waren ebenfalls musikalisch tätig. Christian Grimm (3) heiratete 1821 die Müllerstochter Johanne Christine Höhn. Beider Söhne Gustav und Friedrich (7, 8) spielten später im Frankfurter Orchester.

WerkeCarl Grimm (2): Potpourri (Hr., 2 Vl., Va., Vc.), Mainz: Schott [1824/25]; S-Skma – vermutl. identisch mit Ms. in D-Tu, s. RISMonline <> La Jeunesse (Kl.), Favoritwalzer Nr. 258, ebd. [1825/26]; D-B, D-Mbs (digital), US-NYp <> Troubadour moderne. Walse, (Kl.), Favoritwalzer Nr. 259, ebd. [1825/26]; D-B, D-Mbs (digital) <> Comete de 1825. (Kl.), Favoritwalzer Nr. 260, ebd. [1825/26]; D-B, D-Mbs (digital) <> Demande et Reponse. Adagio (2 Hr.), als Nr. 14 der Musikalischen Visitenkarten, ebd. [1826]; D-B <> Christian Grimm (3): Alliance. Andantino (2 Hr.), als Nr. 15 der Musikalischen Visitenkarten, Mainz: Schott [1826]; D-B gemeinsam als Gebrüder Grimm bzw. Grimm frères: 6 Duos en fa (an anderer Stelle genannt 6 Duos faciles) (2 Hr.), op. 1–2, Frankfurt: Hoffmann & Dunst [1828] <> Quartetten für vier Waldhorn mit Posthorn-Solo componirt und arangirt von Gebrüder Grimm; Ms. in D-Rtt, s. RISMonline <> nicht eindeutig zuzuordnen: C. Grimm, Six Pièces (Allgro molto, Siciliano, Fanfare, Adagio con espressione, March, Allegro molto; 3 Hr.) op. 6, Frankfurt: Dunst [1839]; US-Ws <> Harmonie-Stücke a 2 Corni Con Clarino; Ms. in D-Rtt, s. RISMonline

Quellen und Referenzwerke (zu (1)–(3)) — KB Hildburghausen (Hofkirche), KB Wiesbaden <> Staats- und Adresshandbuch des Herzogthums Nassau; Adressbücher Wiesbaden <> MMB <> GollmickH <> Münchener Politische Zeitung 4. März 1816; AmZ 7. Aug. 1816, 11. Aug. 1819, 22. Jan. 1824; Regensburger Wochenblatt 24. Apr. 1816; Aschaffenburger Zeitung 13. Nov. 1822; Intelligenzblatt zur Cäcilia Nr. 9 1825, Nr. 29 1828, Nr. 44 1829; Didaskalia 15. Aug. 1829, 6. Nov. 1840, 9. Jan. 1841, 24. Febr. 1853, 10. März 1853; Frankfurter Konversationsblatt 10. Febr. 1844

Literatur (zu (1)–(3)) — Art. Grimm, Johann Carl, Johann Christian, in: Ingward Ullrich (Hrsg.), Hildburghäuser Musiker. Ein Beitrag zur Musikgeschichte der Stadt Hildburghausen, Hildburghausen 2003 <> Art. Johann Carl Grimm, Johann Christian Grimm, in: Maren Goltz, Musiker-Lexikon des Herzogtums Sachsen-Meiningen, Meiningen 2012


(4)


Nachdem Heinrich Grimm, sicherlich durch seinen Vater (1) im Hornspiel ausgebildet, mit diesem und seinen Brüdern (2–3) möglicherweise um 1817 Konzerte am Rhein und 1819 nachweislich in Hildburghausen mit der dortigen Hofkapelle gegeben hatte, wurde er Oboist im ersten Regiment des Herzogs von Nassau in Weilburg. 1827 ist er als Mitglied des Hautboistenchors [sic] des zweiten herzoglich Nassauischen Regiments unter Benedict Stadtfelds Leitung genannt, das während der Kurzeit in Wiesbaden musizierte (s. Didaskalia). Spätestens 1830 übersiedelte Heinrich Grimm nach Frankfurt und wurde als Hornist in das Theaterorchester aufgenommen. 1833 trat er solistisch bei einem Konzert des Museums auf. In erster Ehe, aus der fünf Kinder hervorgingen, war er seit 1823 mit der Kaufmannstochter Barbara Schneyer (1801–53), nach der Scheidung seit 1834 in zweiter Ehe mit der Chirurgentochter Rahel Dorothea Martin aus Tuttlingen verheiratet.

Quellen und Referenzwerke — KB Frankfurt/M. <> Nachlassakte in D-Fsa <> Adressbücher Frankfurt <> Frankfurter Theateralmanach <> GollmickH <> AmZ 11. Aug. 1819; Didaskalia 14. Juli 1827; Frankfurter Ober-Postamts-Zeitung 6. Dez. 1833

Literatur — Art. Grimm, Johann Heinrich, in: Ingward Ullrich (Hrsg.), Hildburghäuser Musiker. Ein Beitrag zur Musikgeschichte der Stadt Hildburghausen, Hildburghausen 2003 (Nachname der zweiten Ehefrau irrig als „Wartin“ angegeben) <> Art. Johann Heinrich Grimm, in: Maren Goltz, Musiker-Lexikon des Herzogtums Sachsen-Meiningen, Meiningen 2012


(5)


Friederike Grimm war seit 1841 mit Unterbrechungen (1844, 1848–51) im Chor des Frankfurter Theaterorchesters angestellt, wobei sie auch kleine Rollen in Oper und Schauspiel übernahm. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich bei ihr um jenes „Frl. Grimm“ handelt, das um 1850 am Wiesbadener Theater sang, 1851 und 1856 auch in Mainz gastierte. Friederike Grimm war verlobt (aber nicht verheiratet) mit dem Musiker Johann Jacob Jacobi (1819–1872) und hatte zwei uneheliche Töchter, die 1849 und 1854 in Frankfurt geboren wurden.

Quellen und Referenzwerke — KB Frankfurt <> Adressbücher Frankfurt <> Frankfurter Theateralmanach <> Didaskalia 6. Nov. 1849, 24. Dez. 1851, 5. Juli 1853; Neue Berliner Musikzeitung 22. Okt. 1853; Süddeutsche Musik-Zeitung 25. Aug. 1856


(6)


Carl Grimm trat bereits in jungen Jahren als Cellist auf (1834 Hildburghausen, 1836 als Solist mit der Meininger Hofkapelle). Seit 1841 gehörte er der Nassauischen Hofkapelle an (seit 1875 als Kammermusikus), spielte offenbar auch von 1847 bis 1849 im Frankfurter Theaterorchester. 1886 wurde er pensioniert und Oskar Brückner rückte auf die frei gewordene Stelle nach. Grimm beteiligte sich an zahlreichen Kammerkonzerten in Wiesbaden – bei den Anfang 1854 von Johann Baptist →Hagen ins Leben gerufenen Quartett-Soiréen spielte er bis 1863 mit (neben Georg Frisch bzw. Aloys Baldenecker, Conrad Fischer bzw. August Scholle, Hagen bzw. Eduard Wagner) und gab in den Wintern 1868/69 und 1869/70 Trio-Soiréen mit Conrad Fischer bzw. seinem Bruder Johann Grimm (9) und Karl Pallat. Darüber hinaus war er in den 1870er Jahren mehrfach zu Gast bei den Kammerkonzerten Gisbert Enzians in Kreuznach. Auch als Komponist und insbesondere als Arrangeur zahlreicher Werke für Cello und Klavier, von denen ein beträchtlicher Teil bei André in Offenbach erschien, trat Carl Grimm seit Ende der 1850er Jahre hervor.

Werke (wenn nicht anders angegeben für Vc. und Kl.) —Kompositionen und Bearbeitungen mit Opuszahl: 2 Morceaux (Solo sur un Thème de l’Opéra: Les Puritains. Bagatelle sur la Sérénade de l’Opéra: Don Pasquale) op. 9, Offenbach: André [1859]; D-OF, DK-Kk <> Scène dramatique sur un Air de l’Opéra: Les Huguentos, de Meyerbeer op. 12, ebd. [1861]; D-B, D-OF <> 2 Romanzen (Originalthema; Thema aus Der Blitz von Halévy) op. 13, ebd. [1871]; D-B, D-OF <> Trois Pièces de Salon (Les Adieux. Romance mélancolique. Le Désir.) op. 16, Hamburg: Schuberth [1862]; I-MOl <> Le Début du Violoncelliste. 14 Morceaux mignons op. 22, ebd. [1863]; D-B, DK-Kk, I-MOl <> 2 Melodien von Haydn und Stradella op. 29, Leipzig: Forberg [1869]; A-Sm (Nr. 2), D-B <> 3 Perlen aus dem Gebiete der Opernwelt (aus Mozarts Figaro, Verdis Trovatore und Halévys Juive) op. 32, Offenbach: André [1870]; D-B, D-OF, D-SPlb (Nr. 2) <> Zwei Gavotten von J. S. Bach op. 33, Wien: Spina [1873]; A-Wn <> Die Wacht am Rhein. Eine kleine Fantasie op. 35, Offenbach: André [1871]; D-B, D-OF <> Mandolinata (Souvenir de Rome) de Paladilhe op. 40, Mainz: Schott [1871] <> 2 kleine Scenen aus Lohengrin op. 51, Leipzig: B&H [1872]; D-B <> Arioso und Chor aus dem Finale des 3. Aktes der Oper Undine von Lortzing op. 52, Leipzig: B&H [1872] <> [6] Ausgewählte Lieder von Franz Schubert op. 55, Bremen: Praeger & Meier [1873]; D-B <> Arnold’s Klage nach Motiven aus Tell op. 58, ebd. [1873]; D-B <> Drei characteristische Tonstücke op. 60, ebd. [1873]; D-B <> 3 petits Morceaux de Salon (aus La Part du Diable, Zemire et Azore u. Guillaume Tell) op. 65, Mainz: Schott [1874] <> 3 Stücke (aus Jean de Paris; Vesta’s Priesterin; Don Juan) op. 69, Offenbach: André [1875]; D-B, D-OF <> 2 Stücke aus Jessonda von Spohr op. 77, ebd. [1875]; D-B, D-OF <> Eine schottische Ballade aus Die weisse Dame von Boieldieu op. 78, ebd. [1876]; D-B, D-OF, DK-Kk <> Grand Morceau de Salon. Air, Sextuor et Finale de Lucie de Lammermoor de Donizetti op. 87, ebd. [1876]; D-B, D-OF <> Scene und Duo aus Norma von Bellini op. 88, ebd. [1876]; D-B, D-OF <> Zwei Perlen aus Euryanthe von Weber op. 89, ebd. [1876]; D-B, D-OF <> Zwei Salonstücke (nach Matthei und Kotschubei) op. 90, ebd. [1877]; D-B, D-OF <> Gavotte (A-Dur) von G. B. Martini op. 91, ebd. [1877]; D-OF <> Was ist Liebe? Nach einem Motiv von Kreutzer als Andante (Vc., Kl. bzw. Kl.) op. 92, ebd. [1876] – dass. (Hr., Kl. bzw. Kl. 4ms), ebd. [1877]; I-Mc – dass. (Vl., Kl.), ebd. [1878]; D-B, D-OF <> Kompositionen o. op.: Erinnerung an Romberg. Andante, Offenbach: André [1860]; D-B, D-OF (s. Abb.), I-Nc <> Petit Divertissement sur l’Air de Rigoletto: Caro nome, ebd. [1860]; D-OF, DK-Kk <> 2 Morceaux de Salon (Elégie. Au Revoir.), Mainz: Schott [1861]; D-B <> 2 Morceaux de Salon (Rêverie. Romanesca.), Mainz: Schott [1861]; D-B <> Adagio G-Dur (2 Vc., Kl.) (Bernhard →Scholz gew.), Leipzig: B&H [1870]; D-B, GB-Bu, GB-Lcm, I-Rama – spätere Auflagen ebd. [1899, 1909]; D-WRh <> Introduction et Largo (Max de Perrot gew.), Wien: Haslinger [1873]; A-Wn, D-B <> 3 kleine Stücke (Polka. Gebirgsscene. Duo.) (2 Vc., Kl.) (Eduard von Traz u. Max von Perrot gew.), Wien: Spina [1873]; A-Wn, GB-Lcm <> Sechs kleine Stücke („seinem Schüler Herrn Eduard zur Nedden gewidmet“) (Vc.), Wien: Spina [1873]; A-Wn <> Mutterseelenallein, Offenbach: André [1877]; D-OF <> 14 kleine Stücke für Violoncello zur Übung im Alleinspielen, Leipzig: Merseburger [1879]; A-Wmk, D-B, PL-Wn (digital) <> Bearbeitungen/Transkriptionen o. op. (Auswahl, das mittelrheinische Gebiet betreffend): Loin d’elle (Entfernt von ihr). Romance d’A. Jungmann, Offenbach: André [1864] <> Auprès d’une Saule. Romance d’Otello, de Rossini, Mainz: Schott [1869] <> L. Arditi, L’Estasi (Entzückung). Valse brillante (Vc., Kl.), Mainz: Schott [1871] – dass. (Vl., Kl. bzw. Fl., Kl.), ebd. [1873]; A-Wn, IL-Jal <> Siegmunds Liebesgesang aus dem Musik-Drama Die Walküre von Wagner, ebd. [1878]

Quellen und Referenzwerke — KB Wiesbaden <> Briefe an André in Offenbach (24, 1858–60; D-OF) und Simrock in Bonn (1863; D-BNsa) sowie an Schott und weitere Verleger, s. Kalliope <> Staats- und Adress-Handbuch für das Herzogthum Nassau; Adressbücher Wiesbaden <> Frankfurter Theateralmanach <> Niederrheinische Musik-Zeitung 21. Apr. 1855, 20. Aug. 1859; Süddeutsche Musik-Zeitung 26. Jan. 1863, 29. März 1869; Signale für die musikalische Welt 18. Juni 1863; NZfM 2. Nov. 1866, 15. Dez. 1876; Didaskalia 28. Apr. 1867, 30. Juni 1870; Musikalisches Wochenblatt 4. Febr. 1870, 11. Sept. 1874, 13. Aug. 1875, 17. Dez. 1875, 17. März 1876, 23. Febr. 1877; Neue Berliner Musikzeitung 17. Febr. 1876

Literatur — Art. Grimm, Niclaus [!] Carl, in: Ingward Ullrich (Hrsg.), Hildburghäuser Musiker. Ein Beitrag zur Musikgeschichte der Stadt Hildburghausen, Hildburghausen 2003 <> Art. Niclaus [!] Carl Grimm, in: Maren Goltz, Musiker-Lexikon des Herzogtums Sachsen-Meiningen, Meiningen 2012


(7)–(8)


Gustav und Friedrich Grimm waren seit 1844 als Hornisten im Frankfurter Theaterorchester angestellt. Letzterer wurde bei jenen Kammerkonzerten des Museums, die eine größere Besetzung mit Hornist erforderten, seit spätestens 1851 (für die früheren Jahre lässt sich nicht entscheiden, welcher der Brüder mitwirkte) regelmäßig hinzugezogen. Friedrich Grimm betätigte sich zusätzlich als Musiklehrer, auch nach seiner Pensionierung im Jahr 1876. Er war seit 1868 mit Elisabethe Charlotte Pietsch aus Wiesbaden verheiratet.

Quellen und Referenzwerke — KB und Standesamtsregister Frankfurt <> Supplikationsakte von Elisabethe Charlotte Pietsch in D-Fsa <> Adressbücher Frankfurt <> Frankfurter Theateralmanach <> GollmickH <> Didaskalia 6. März 1844, 8. März 1844, 17. Nov. 1844, 15. Jan. 1852, 19. Febr. 1852, 11. März 1852, 4. Nov. 1852, 2. Dez. 1852, 18. Dez. 1852, 3. Nov. 1852, 18. Nov. 1853, 23. Febr. 1867, 25. März 1869, 28. Dez. 1869, 17. Febr. 1870, 18. Dez. 1870, 26. Febr. 1871, 18. Febr. 1872, 29. Febr. 1872, 1. März 1873, 2. März 1873, 4. Jan. 1874, 8. März 1874, 17. Dez. 1874, 20. Dez. 1874, 21. Febr. 1875; Frankfurter Konversationsblatt 2. Febr. 1847


(9)


Jean Grimm erhielt seine musikalische Ausbildung sicherlich im familiären Umfeld. Seit 1860 war er Mitglied des Wiesbadener Theaterorchesters – zunächst als Hornist (bis etwa 1868/69), anschließend als Violinist. Einige Jahre war er zudem Korrepetitor und 1894 Direktor der Schauspielmusik. Daneben trat Grimm solistisch auf, brachte Opern eigener Komposition zur Aufführung und veranstaltete im Winter 1869/70 Trio-Soiréen mit seinem Bruder Carl (6) und Karl Pallat. Seit 1875 trug er den Titel eines Kammermusikers und 1900 erhielt er, bereits im Ruhestand, den Königlichen Kronenorden 4. Klasse. Jean Grimm war verheiratet mit Wilhelmine geb. Morasch (1836–1918), Tochter eines Wiesbadener Bauunternehmers.

WerkeDie Bürgermeisterwahl Komische Operette in 3 Akten (EA Wiesbaden 1876) <> Elfenliebe Romantische Oper in 3 Akten (teilw. EA Wiesbaden 1885 (Ouv.), 1891 (1. Akt), EA Tallinn 1892) <> Symphonie caracteristique (teilw. EA Wiesbaden 1898) <> Cavatine (Vl.) (aufgef. Wiesbaden 1899) <> Zuleima Dramatische Oper in 1 Akt (1904 fertiggestellt)

Quellen und Referenzwerke — Standesamtsregister Wiesbaden <> Adressbücher Wiesbaden <> StiegerO <> Signale für die musikalische Welt 14. Juli 1864, Nr. 50 (Sept. 1891; Bade-Blatt für Wiesbaden 6. Aug. 1867, 19. Sept. 1891; Musikalisches Wochenblatt 4. Febr. 1870; Didaskalia 30. Juni 1870; Wiesbadener General-Anzeiger 28. März 1899, 29. März 1899, 2. Apr. 1899, 11. Sept. 1900; Wiesbadener Tagblatt 21. Mai 1904


(10)


Nanette Grimm, Tochter des Kochs und Musikers (als letzterer lediglich im Adressbuch von 1853 verzeichnet) Wilhelm Grimm (* Hildburghausen 17. März 1823 | † Wiesbaden 31. Okt. 1876; Sohn von (2)) und dessen Ehefrau Anna Barbara Lindig, war von 1862 bis 1867 Sängerin im Wiesbadener Theaterchor.

(11)


Auguste Grimm ist in den Jahren 1874 bis 1878 in den Wiesbadener Adressbüchern als Organistin geführt. Seit 1878 war sie mit dem Landwehr-Lieutenant und Versicherungsagenten Friedrich August Roehl verheiratet.

(12)


Katherine Grimm ist von 1920 bis 1938 als Musiklehrerin im Wiesbadener Adressbuch geführt.

Quellen (zu (10)–(12)) — KB und Standesamtsregister Wiesbaden <> Adressbücher Wiesbaden


(13)


Über den Werdegang Maria bzw. Marie Grimms sind nur wenige Bruchstücke bekannt. Im Februar 1905 und 1906 trat sie als Pianistin bzw. Altistin in London auf. Spätestens seit den 1920er Jahren verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Pianistin und Klavierlehrerin in Wiesbaden. Sie war nicht verheiratet.

Quellen — KB und Standesamtsregister Wiesbaden <> Adressbücher Wiesbaden <> Windsor and Eton Express 11. Febr. 1905; London Evening Standard 29. Jan. 1906, 2. Febr. 1906; Morning Post (London) 2. Febr. 1906; Wiesbadener Tagblatt 9. Febr. 1906


(14)


Sicherlich durch seinen Vater (angeblich auch durch Jules de Swert) im Cellospiel ausgebildet, trat Eugen Grimm im August 1877 erstmals öffentlich in seiner Vaterstadt (mit einem Werk Georg Goltermanns im Rahmen eines Konzerts von Adolph Wald) auf. Ein Studium am Leipziger Konservatorium, wie es Englische Zeitungen später behaupteten, lässt sich anhand der Prüfungsprotokolle nicht bestätigen. Von 1882 bis 1889 lebte Grimm in Broughty Ferry (bei Dundee, Schottland) als Organist und Musiklehrer, beteiligte sich außerdem als Solist (Vc., Kl.), Leiter der Broughty Ferry Orchestral Society und Dirigent des Kirchenchors, für den er auch Stücke komponierte, am dortigen Musikleben. 1888 wurde er Lizentiat der Royal Academy of Music, 1892 des London College of Music. Seit den 1890er Jahren betätigte sich Grimm als Musiklehrer an verschiedenen Orten in Kent – u. a. in Ramsgate, Chislehurst, Sidcup sowie zuletzt in Crowborough, wo er die Crowborough Musical Society leitete.

Werke3 Idylles (Au Bois, Au Ruisseau, Au Vallon; Vc., Kl.), Paris: Richault [1882]; F-Pn (dort: 1881), GB-Lbl <> Magnificat und Nunc Dimittis (Chor; aufgef. Broughty Ferry Ostern 1885)

Quellen — KB und Standesamtsregister Wiesbaden <> UK Census 1901 und 1911 <> Index of Wills and Administrations <> Adressbücher Dundee und Kent <> NZfM 23. März 1877, 10. Aug. 1877; Musical Opinion & Music Trade Review 1. März 1892; zahlreiche Nennungen in der lokalen Presse in Dundee sowie in Thanet und Sussex


(15)


Moritz Grimm erhielt seine musikalische Ausbildung durch seinen Vater (9) und war anschließend als Dirigent tätig, wobei er, bedingt durch verschiedene Engagements, selten mehrere Jahre in derselben Stadt blieb. Nachdem er u. a. Kapellmeister in Halle, Stettin und Berlin gewesen war, wurde er 1904 vom Theatermanager Henry Wilson Savage als einer von zwei Dirigenten für dessen Amerikatournee mit einer englischen Fassung von Wagners Parsifal engagiert. Im Anschluss an seine Rückkehr nach Deutschland 1905, folgten Anstellungen u. a. in Augsburg (1905/06) und Berlin (1908/09 leitete er das Blüthner-Saal-Orchester). 1919 zeigte Moritz Grimm in Berlin den Tod seiner Ehefrau, der Architektentochter Anna Luise Wilhelmine Elsbeth geb. Lehmann (1881–1919; Heir. 1909) an.

Quellen — KB Wiesbaden; Standesamtsregister Berlin <> Deutsches Bühnen-Jahrbuch <> Signale für die musikalische Welt 14. März 1896; Musikalisches Wochenblatt 31. Aug. 1899, 19. März 1908; Zeitschrift der Internationalen Musikgesellschaft, Heft 3, 1903, S. 145; Wiesbadener Tagblatt 3. Juni 1904, 12. Febr. 1905, 13. Febr. 1905; NZfM 20. Sept. 1905; Nennungen in diversen amerikanischen Zeitungen – u. a. The Saint Paul Globe 7. Aug. 1904; The San Francisco Call 25. Sept. 1904; The Sun (New York) 2. Nov. 1904; The Minneapolis Journal 18. März 1905; Indiana Tribüne 7. Apr. 1905


(16)


Von ihrem Vater (9) musikalisch als Altistin ausgebildet, trat Bertha Grimm 1899 in Wiesbaden erstmals solistisch vor die Öffentlichkeit. Weitere Auftritte, meist bei Vereins- oder Wohltätigkeitskonzerten, folgten. So sang sie beispielsweise 1903 unter Leitung Heinrich Spangenbergs dessen Lied op. 3 und eine Arie aus einer Oper ihres Vaters. In der Spielzeit 1904/05 war Bertha Grimm als Opernsängerin am Mainzer Theater engagiert, anschließend in Halle an der Saale (1905–07), wo sie 1906 den Ingenieur Ludwig Karl Mittelmann heiratete (Scheidung 1924, anschließend verh. Petermann), sowie am Wiener Hofoperntheater unter Gustav Mahler (1907–09), in Nürnberg (1910–11), Leipzig (1911–12) und seit 1912 in Köln. Dort ist sie noch 1943 als Kammersängerin im Adressbuch gelistet. Ihre Tochter Mady Schmitz-Kamp (1908–1973) war ebenfalls als Altistin tätig.

Quellen — Standesamtsregister Wiesbaden <> Adressbücher Wiesbaden und Köln <> Wiesbadener General-Anzeiger 28. März 1899, 29. März 1899, 31. Okt. 1899, 23. Okt. 1901, 12. Febr. 1902, 28. Okt. 1902, 26. Nov. 1902, 11. Dez. 1902, 16. Dez. 1902, 11. Dez. 1903, 9. März 1904; Wiesbadener Tagblatt 1. Nov. 1904, 4. Nov. 1905, 14. Sept. 1906, 13. Nov. 1906, 17. Aug. 1911, 5. Jan. 1914, 27. Sept. 1920

Literatur — MüllerDML <> Kutsch/Riemens <> BMLO


Stammbaum-Diagramm:


Kristina Krämer

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