czerny

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-Noch viel weniger als sein Lehrer [[beethoven|Beethoven]] hat Carl Czerny – wer Klavier spielt, quält und quälte sich (aber sicher ​nicht ohne Gewinn) mit seinen Etüden – etwas in unserem Lexikon zu suchen, könnte man meinen. Aber immerhin arbeitete Czerny, der im Übrigen kaum je aus Wien herauskam, seit 1826 mit →Schott in Mainz zusammen, arrangierte für den Verlag zunächst Orchesterwerke Beethovens (darunter die 9. Sinfonie) für Klavier, gab sodann ​bis 1855 mehr als 70 Kompositionen mit Opuszahl heraus und geriet schließlich gar auf Abwege, als er im Jahre 1851 einen (durchaus noch immer nützlichen,​ sei hinzugefügt) //Umriss der ganzen Musikgeschichte. Dargestellt in einem Verzeichniß der bedeutenderen//​ [sic!] //​Tonkünstler aller Zeiten// […] als sein op. 815 bei Schott veröffentlichte,​ wobei er sich selbst im Gegensatz zum gleichaltrigen [[lindpaintner|Peter Joseph von Lindpaintner]] bescheidenerweise ausließ (A-Wn, [[http://​data.onb.ac.at/​rep/​103DCE0A|digital]]). Dass das Haus [[andre|André]] in Offenbach, wenn auch recht spät, dem europaweit bekannten Etüdenschmied seinerseits einen Antrag unterbreitete und eine Sammlung von Übungsstücken zur Veröffentlichung erbat, ist allein aufgrund der Reaktion Czernys erwähnenswert:​ „Ich habe leider Gottes solches Zeug schon gar viel schreiben müssen u[nd] Sie können mir nicht glauben, wie sauer es mir stets ankam.“ (Czerny an André, Wien 8. Febr. 1849). Man erfährt also mit einer gewissen Genugtuung, dass auch Czerny sich gequält hat. Wichtiger aber: Da sein Honorarwunsch von André akzeptiert wurde, willigte der Komponist ein und lieferte nicht nur die //​Praktischen Finger-Uebungen//​ op. 802 (um diese war es zunächst gegangen), sondern eine ganze Reihe weiterer Werke, die zwischen 1851 und 1856 in Offenbach herauskamen (op. 803, 823–825, 827, 828, 833, 841–844).+Noch viel weniger als sein Lehrer [[beethoven|Beethoven]] hat Carl Czerny – wer Klavier spielt, quält und quälte sich (natürlich ​nicht ohne Gewinn) mit seinen Etüden – etwas in unserem Lexikon zu suchen, könnte man meinen. Aber immerhin arbeitete Czerny, der im Übrigen kaum je aus Wien herauskam, seit 1826 mit →Schott in Mainz zusammen, arrangierte für den Verlag zunächst Orchesterwerke Beethovens (darunter die 9. Sinfonie) für Klavier, gab dort bis 1855 mehr als 70 Kompositionen mit Opuszahl heraus und geriet schließlich gar auf Abwege, als er im Jahre 1851 einen (durchaus noch immer nützlichen,​ sei hinzugefügt) //Umriss der ganzen Musikgeschichte. Dargestellt in einem Verzeichniß der bedeutenderen//​ [sic!] //​Tonkünstler aller Zeiten// […] als sein op. 815 ​ebenfalls ​bei Schott veröffentlichte,​ wobei er sich selbst im Gegensatz zum gleichaltrigen [[lindpaintner|Peter Joseph von Lindpaintner]] bescheidenerweise ausließ (A-Wn, [[http://​data.onb.ac.at/​rep/​103DCE0A|digital]]). Dass das Haus [[andre|André]] in Offenbach, wenn auch recht spät, dem europaweit bekannten Etüdenschmied seinerseits einen Antrag unterbreitete und eine Sammlung von Übungsstücken zur Veröffentlichung erbat, ist allein aufgrund der Reaktion Czernys erwähnenswert:​ „Ich habe leider Gottes solches Zeug schon gar viel schreiben müssen u[nd] Sie können mir nicht glauben, wie sauer es mir stets ankam.“ (Czerny an André, Wien 8. Febr. 1849). Man erfährt also mit einer gewissen Genugtuung, dass auch Czerny sich gequält hat. Wichtiger aber: Da sein Honorarwunsch von André akzeptiert wurde, willigte der Komponist ein und lieferte nicht nur die //​Praktischen Finger-Uebungen//​ op. 802 (um diese war es zunächst gegangen), sondern eine ganze Reihe weiterer Werke, die zwischen 1851 und 1856 in Offenbach herauskamen (op. 803, 823–825, 827, 828, 833, 841–844).
  
 **Quellen** — 32 Briefe Czernys an Schott (1826–1854);​ D-B ([[https://​digital.staatsbibliothek-berlin.de/​suche/?​queryString=aut:​Czerny,​%20Carl|digital]]) <> 18 Briefe Czernys an André (1849–1852,​ 1857); D-OF <> autographe Stichvorlagen zu den bei André erschienenen Werken; D-OF (s. die Abb.) **Quellen** — 32 Briefe Czernys an Schott (1826–1854);​ D-B ([[https://​digital.staatsbibliothek-berlin.de/​suche/?​queryString=aut:​Czerny,​%20Carl|digital]]) <> 18 Briefe Czernys an André (1849–1852,​ 1857); D-OF <> autographe Stichvorlagen zu den bei André erschienenen Werken; D-OF (s. die Abb.)
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  • Zuletzt geändert: 2019/07/14 23:20
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