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boos [2019/02/11 17:57] (aktuell)
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 +**BOOS, JOSEPH ANTON** * Koblenz 1. Juli 1727 | † Bamberg 1804; Orgel- und Klavierbauer und Organist
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 +Der Sohn des in Koblenz ansässigen Orgelbauers Bartholomäus Boos († 1755) war Schüler des Jesuitenkollegs in Koblenz und erlernte dort auch das Orgelspiel. Er siedelte in den 1740er Jahren nach Mainz über. Nachdem sein Vater 1755 bei der Aufstellung eines Orgelneubaus an St. Severin in Wenden verunglückt war, vollendete Joseph Anton Boos das Werk und übernahm auch den mit seinem Vater vereinbarten Orgelneubau am Mainzer Kollegiatsstift St. Peter, wo er ab 1760 auch als Organist nachweisbar ist. Von 1770 versah Boos auch den Orgeldienst an St. Christoph, ab 1788 zusätzlich im Heilig-Geist-Spital. Einen weiteren Orgelneubau vollendete Boos 1764 an St. Maria Magdalena in Gernsheim; weitere Orgelbauten sind nicht nachweisbar.
 +Die Vielzahl von Baumeistern in Mainz zwang Boos, sich verstärkt dem Klavierbau zuzuwenden; gegen Ende des Jahrhunderts und aufgrund der französischen Regierungsübernahme verzog er nach Bamberg. Dort arbeitete er 1804 an einem Orchestrion, das er nicht mehr vollenden konnte. 
 +Die Orgel in Wenden wurde 1900 ersetzt, die Instrumente in Mainz und Gernsheim sind im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Aus der Zeit von 1764 bis 1780 sind eine Reihe von Klavieren erhalten, darunter im Römisch-Germanischen Nationalmuseum Nürnberg das früheste datierbare Instrument mit Prellmechanik, sowie ein Claviorganum unsicherer Zuschreibung. 
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 +**Quellen und Literatur** — //Leben und Werke der Künstler Bambergs//, in Verbindung mit Joseph Heller und Martin von Reider beschrieben von Joachim Heinrich Jäck, Erster Theil A–J, Erlangen 1821, S. 34–36 <> Bösken 1967 <> //Die Herrlichkeit dieses Hauses. St. Peter in Mainz 1756–2006. Einblicke in 250 Jahre Geschichte der ehemaligen Stifts- und späteren Pfarrkirche sowie der Pfarrei St. Peter//, hrsg. von Thomas Berger, Mainz 2006 <> Christian Binz, //Der Organist und Orgelmacher Joseph Anton Boos (1727–1804)//, in: //Acta Organologica// 34 (2015), S. 11–35
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 +Birger Petersen
  
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