beethoven

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen Revision Vorhergehende Überarbeitung
beethoven [2019/12/03 18:31]
ab
beethoven [2020/01/18 17:55] (aktuell)
kk
Zeile 7: Zeile 7:
 {{ :​beethoven_2.jpg?​nolink&​280|}} {{ :​beethoven_2.jpg?​nolink&​280|}}
  
-Bereits 1803 trat der Mainzer Verleger Carl Zulehner mit der bemerkenswerten Idee einer //​Collection complette des Oeuvres de musique pour le Piano Forte composées par Louis van Beethoven// (s. Abb. 2) auf den Plan, von der bis 1808 mehr als 20 Hefte (in vier Reihen) herauskamen,​ wobei die heftige und nicht ganz sachliche Invektive des Komponisten gegen das Projekt – sie ist Ausgangspunkt der kaum zu rechtfertigenden Brandmarkung Zulehners als „übler Nachstecher“ – nur nebenbei erwähnt sei (s. Wollner, S. 93–94). Ein 1813 von Schott bekanntgegebenes Vorhaben, Beethovens bis dahin erschienene Sinfonien (erstmals) in Partitur zu veröffentlichen,​ blieb unrealisiert. Dagegen offerierte [[dunst|Franz Philipp Dunst]] in Frankfurt/​M. in den Jahren 1829 bis 1837 eine weitgehend vollständige //​Collection Complète des Oeuvres pour le Pianoforte//​ (inklusive Kammer- und Vokalmusik sowie Konzerte), die, vermittelt durch Ferdinand ​Ries, auch bis dahin unbekannte Werke (Trios WoO 38 und 39) sowie Partitur-Erstdrucke enthält; zudem war die Erstausgabe des //​Ritterballetts//​ (WoO 1) vorgesehen (s. Wegeler/​Ries,​ S. 16). Der ebenfalls in Frankfurt ansässige Verleger [[loehr|Joseph Anton Löhr]] ist hinsichtlich seiner Rolle bei der Beethoven-Rezeption am Mittelrhein aufgrund seiner //Neuen correcten Ausgabe// der Klaviersonaten (seit 1834) gleichfalls nicht zu unterschätzen. Natürlich begegnet man außerdem zahllosen Beethoven-Ausgaben in der Region – sei es (als Nachdrucke) in der Originalfassung,​ sei es in arrangierter Form oder zu Favoritwalzern komprimiert. Es war übrigens ein Frankfurter Klavierlehrer,​ [[woerner|Johann Valentin Wörner]], der für Breitkopf & Härtel in Leipzig eine vierhändige Klavierfassung der //​Egmont//​-Musik op. 84 erarbeitete;​ sein früher Tod ließ eine weitere Zusammenarbeit nicht zustandekommen.+Bereits 1803 trat der Mainzer Verleger Carl Zulehner mit der bemerkenswerten Idee einer //​Collection complette des Oeuvres de musique pour le Piano Forte composées par Louis van Beethoven// (s. Abb. 2) auf den Plan, von der bis 1808 mehr als 20 Hefte (in vier Reihen) herauskamen,​ wobei die heftige und nicht ganz sachliche Invektive des Komponisten gegen das Projekt – sie ist Ausgangspunkt der kaum zu rechtfertigenden Brandmarkung Zulehners als „übler Nachstecher“ – nur nebenbei erwähnt sei (s. Wollner, S. 93–94). Ein 1813 von Schott bekanntgegebenes Vorhaben, Beethovens bis dahin erschienene Sinfonien (erstmals) in Partitur zu veröffentlichen,​ blieb unrealisiert. Dagegen offerierte [[dunst|Franz Philipp Dunst]] in Frankfurt/​M. in den Jahren 1829 bis 1837 eine weitgehend vollständige //​Collection Complète des Oeuvres pour le Pianoforte//​ (inklusive Kammer- und Vokalmusik sowie Konzerte), die, vermittelt durch Ferdinand Ries, auch bis dahin unbekannte Werke (Trios WoO 38 und 39) sowie Partitur-Erstdrucke enthält; zudem war die Erstausgabe des //​Ritterballetts//​ (WoO 1) vorgesehen (s. Wegeler/​Ries,​ S. 16). Der ebenfalls in Frankfurt ansässige Verleger [[loehr|Joseph Anton Löhr]] ist hinsichtlich seiner Rolle bei der Beethoven-Rezeption am Mittelrhein aufgrund seiner //Neuen correcten Ausgabe// der Klaviersonaten (seit 1834) gleichfalls nicht zu unterschätzen. Natürlich begegnet man außerdem zahllosen Beethoven-Ausgaben in der Region – sei es (als Nachdrucke) in der Originalfassung,​ sei es in arrangierter Form oder zu Favoritwalzern komprimiert. Es war übrigens ein Frankfurter Klavierlehrer,​ [[woerner|Johann Valentin Wörner]], der für Breitkopf & Härtel in Leipzig eine vierhändige Klavierfassung der //​Egmont//​-Musik op. 84 erarbeitete;​ sein früher Tod ließ eine weitere Zusammenarbeit nicht zustandekommen.
  
 Apropos Tod – obwohl er wohl nie einen Fuß in die Stadt setzte, verbinden seine (angeblich) letzten Worte („Schade, schade, zu spät“) Beethoven in besonders markanter Weise mit Mainz: Die Lieferung des auf Anraten seines Arztes bei Schott bestellten Rheinweins erreichte ihn erst auf dem Sterbebett. Apropos Tod – obwohl er wohl nie einen Fuß in die Stadt setzte, verbinden seine (angeblich) letzten Worte („Schade, schade, zu spät“) Beethoven in besonders markanter Weise mit Mainz: Die Lieferung des auf Anraten seines Arztes bei Schott bestellten Rheinweins erreichte ihn erst auf dem Sterbebett.
  • beethoven.txt
  • Zuletzt geändert: 2020/01/18 17:55
  • von kk